Markus Stadler

Stützpunkt Bayerische Voralpen

Tutzinger Hütte

Idyllisch gelegene Berghütte direkt unter der Benediktenwand.

Die Benediktenwand ist bei Kletterern bisher nicht sonderlich bekannt oder beliebt. Einerseits liegt das am langen Zustieg, andererseits aber auch daran, dass viele der Klassiker an der nahe gelegenen Benediktenwand entweder recht grasig sind und/oder großteils selbst abgesichert werden müssen. Inzwischen gibt es dort aber auch ein paar Bohrhakenrouten und Trad-Routen durch tolle Felspartien. Ein Blick in den Kletterführer Bayerische Alpen Band 3 lohnt sich in jedem Fall.

Aufgrund des langen Zustiegs lohnt sich ein mehrtägiger Aufenthalt auf der Tutzinger Hütte, von der aus man die meisten Einstiege in 10 - 20 Minuten erreicht. Wochentags gibts kaum Platzprobleme - aber am Wochenende sollte man sich seinen Schlafplatz im voraus reservieren.


Die Tutzinger Hütte an der Benediktenwand.

Eigentümer: DAV-Sektion Tutzing

Pächter: Hans Mayr

Kontakt: 0175 1641690 - oder über die Homepage unter www.dav-tutzinger-huette.de

Bewirtschaftung: Ende April bis Anfang November sowie zwei Wochen über Ostern und von Weihnachten bis Hl. Drei König.

Anfahrt

ÖPNV: Der Bahnhof Benediktbeuern liegt an der Nahverkehrsstrecke Tutzing–Kochel und wird etwa stündlich angefahren. In Tutzing besteht in der Regel Anschluß an die Züge der Line München-Garmisch. PKW: Die A95 München–Garmisch verläßt man in Sindelsdorf und fährt auf der B472 in Richtung Bad Tölz. Kurz vor Bichl zweigt rechts die B11 nach Benediktbeuern ab. Von Bad Tölz kommend folgt man ebenfalls der B472 über Bad Heilbrunn nach Bichl. Ausgangspunkt ist das Alpenwarmbad am Südöstlichen Ortsende von Benediktbeuern (großer Parkplatz).

Zustiege

  1. Vom Parkplatz rechts vom Lainbach an einem Wanderweg aufwärts zu einer Brücke. Geradeaus
    weiter auf dem Fahrweg durch die Schlucht des Lainbachtals immer der Ausschilderung zur Tutzinger Hütte folgen. Bei der Brücke 300 m nach der Söldneralm kann man rechts auf einem Steig eine weite Kehre abkürzen (nicht beschildert). Das letzte Stück führt auf breiter Forststraße zur Materialseilbahn (1,5–2 Std.). Auf dem breiten Serpentinenweg geht es in 20–30 Min. zur Hütte.
  2. Vom Parkplatz auf der Fahrstraße in einigen weiten Kehren aufwärts (einige können abgekürzt werden) zum Rieder Vorberg. Ab hier leicht abwärts zur Kohlstatt. Fußgänger zweigen kurz danach links hinab zur Schmiedlaine und kreuzen an der Eibelsfleckalm erneut die Straße. Hinter der Alm führt ein Weg hinauf zur Materialseilbahn (2 Std.), weiter am Serpentinenweg zur Hütte (20–30 Min.).

Es empfiehlt sich für den Zustieg ein MTB zu nutzen. Die Forststraße von Zustieg 2 ist nicht allzu steil und läßt sich auch mit Kletterrucksack radeln (ca. 1 Std. zur Materialseilbahn). Wer für die Abfahrt die steilere und holprigere Route durch das Lainbachtal wählt, sollte sein Bike im Griff haben und Rücksicht auf Wanderer nehmen.


Neugieriges Rindvieh vor der mächtigen Benediktenwand.

Klettermöglichkeiten

An der teils 350 m hohen Benediktenwand gibt es Kletterrouten fast jeden Charakters und jeder Länge. Grundsätzlich handelt es sich um ein alpines Gebiet, so dass klassische Routen und moderne Trad-Routen den Löwenanteil der Klettermöglichkeiten ausmachen. Es gibt aber auch einige mit Bohrhaken abgesicherte Linien und seit neuestem ein paar Baseclimbs. Die Zustiege von der Hütte dauern meist zwischen 10 und 20 Minuten. Der Zustieg zur Glaswand ist mit knapp einer Stunde etwas weiter. Die dortigen Mehr-Seillängen-Routen sind alle gut mit Bohrhaken abgesichert.

Gipfelanstiege

Auf die Benediktenwand führen zwei Wege - der Westweg (einfacher Wanderweg) und der Ostweg (Wanderweg mit ein paar schrofigen Steilstücken, die mehr Trittsicherheit erfordern). Zeitlich nehmen sich die beiden Varianten nicht viel, man sollte jeweils 1 bis 1 1/2 Stunden. Für alpin erfahren Grasschrofenkraxler bietet der "Maximiliansweg" einen schönen Direktaufstieg mit einer kurzen Stelle im unteren 3. Schwierigkeitsgrad.

Übergänge

Die Tutzinger Hütte ist ein beliebtes Ziel für Hüttenwanderungen. Wer mehrtägige Fernwanderungen liebt, hat folgende Etappenmöglichkeiten mit Übernachtung:

  • Zum Brauneckhaus über die Achselköpfe oder unterhalb an ihnen vorbei (ca. 3 h).
  • Zum Blomberghaus durch den Pfanngraben (ca. 4 h).
  • Zum Herzogstandhaus über Glaswandscharte, Staffelalm, Jochbergalm (ca. 8 h).