Bayerische Voralpen, Aiplpfeiler: "Sensation"
Allgemeines: Der Aiplpfeiler ist der höchste Pfeiler der Salwand, einem breiten Fels- und Schrofenmassiv im Wendelsteingebiet. Daß diese Südwand bis zum Herbst 2006 von Kletterern unbestiegen blieb hielten die Erstbegeher dieser Route für eine "Sensation" und entsprechend benannten sie ihre Neutour durch diese Wand. Die Route sucht sich auf einer klassischen Linie den besten Weg durch die 200m hohe Steilwand, wobei der Fels als "alpin" einzustufen ist. Das heißt, dass neben festen Rissen, kompakten Platten und schön zu kletternden Passagen auch brüchige Stellen, Gras- und Buschpassagen sowie schlecht absicherbare Steilschrofen erklettert werden müssen. Aufgrund der für Voralpenverhältnisse ungewöhnlichen Länge, des angenehmen Zustiegs und der herrlichen Position der Route kann sie jedoch ortsansässigen Alpinklettererern durchaus empfohlen werden.

Erstbegehung: Florian Burggraf, Klaus Zehetner, Josef Thalhauser, Stefan Rose, Mathias Spintczyk am 11.03.07 nach mehrtägigen Vorarbeiten von unten (ohne Erkundung von oben).
Schwierigkeit: 7+ (2 Stellen)/A0 (1 Stelle), überwiegend 7 und 7- / E3-
Charakter: Eindrucksvolle Alpinroute mit relativ guter Absicherung in einer der höchsten Wände der Voralpen. Überwiegend Riß- und Plattenkletterei mit einigen steilen Schrofenpassagen.
Absicherung: An den schwierigeren Stellen gut mit Bohrhaken und einigen Normalhaken abgesichert. In den schwierigen Passagen können zusätzlich kleine und mittlere Friends, sowie Stopper verwendet werden. In den leichteren Schrofenpassagen (meist 2. und 3. Grad, aber grasig und teils brüchig) steckt nur wenig und es kann auch kaum gesichert werden, weshalb Erfahrung in derartigem Gelände erforderlich ist.
Anfahrt: Auf der Inntalautobahn in Brannenburg ausfahren und in Richtung Ortsmitte. An der Ampel geradeaus drüber in Richtung Sudelfeld, bis rechts die Straße nach St. Margarethen abzweigt. Die Bergstraße hinauf bis zum Wanderparkplatz.
Zustieg: Vom Parkplatz der Straße noch ein Stück folgen, bis rechts der Weg zur Mitteralm abzweigt. Nach ca. 45 min. überschreitet man die Gleise der Zahnradbahn bei der Zwischenstation "Aipl". Der rechten Forststraße folgt man noch ca. 50 m, bis rechts ein Forstweg ins Windbruchgebiet abzweigt. Diesem entlang bis zu einem Krater mit See. Ab hier den Steinmännern folgend rechts am See vorbei folgend steil hinauf zur schon länger sichtbaren Wand. Der Einstieg befindet sich ca. 30 m links oberhalb vom tiefsten Punkt (Name angeschrieben).
Abstieg: Vom Ausstieg nach rechts ca. 20 m nach Südosten absteigen zum Abseilhaken. Entlang der Abseilpiste (Vorsicht, Steinschlag ist unvermeidlich) wie im Topo mit 6x abseilen hinab zum Wandfuß.
Hinweise: Aufgrund der hohen Steinschlaggefahr kann ein Helm jedem nur dringendst angeraten werden. Insbesondere wenn mehrere Seilschaften in der Wand sein sollten, bzw. wenn jemand über die Abseilpiste abseilt herrscht akute Steinschlaggefahr.
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