Dolomiten - Rosengarten: Delagokante auf die Vajolettürme

Die Vajolettürme - links der Delagoturm.
Erstbegehung: G. B. Piaz, F. Jori, I. Glaser 1911
Routenverlauf: Die Route verläuft entlang der scharfen steilen Südwestkante (Delagokante) auf den Gipfel. Aufgrund der direkten Linie und des sichtlich abgegriffenen Felses dürfte es kaum Orientierungsschwierigkeiten geben.
Charakter: Einer der Dolomiten-Mega-Klassiker im mittleren Schwierigkeitsbereich. Vermutlich eine, wenn nicht gar die meistbegangene Kletterroute der Dolomiten. Für die Schwierigkeit enorm steile und ausgesetzte Kletterei in festem, griffigem Fels. Die zwingenden Griffe und Tritte sind etwas abgespeckt, aber wer die beliebtesten Kaiserklassiker oder Kampenwand-Süd gewohnt ist, kennt Schlimmeres. Bei schönem Wetter im Sommer in der Regel zweistellige Seilschaftszahlen in der Route. Aufgrund der geringen Gesamtlänge der Tour kann man aber auch antizyklisch erst am späten Nachmittag einsteigen und so dem Haupt-Andrang entgehen.
Schwierigkeit: 4+ (E3-), eine Stelle, sonst 4 und 4-, relativ knackige Bewertung.

Topo der Delagokante am Delagoturm - Vajoletttürme
Zeit: 1,5 - 2 Stunden, bei Stau auch länger
Absicherung: Gebohrte Standplätze, sowie mehr oder weniger alte Normalhaken als Zwischensicherungen vorhanden. Wer nicht deutlich über den Schwierigkeiten steht, wird mit einem Satz Stopper, kleinen bis mittleren Friends und Sanduhrschlingen zusätzliche Absicherung schaffen müssen.
Zustieg: Ausgangspunkt ist die Gardeccia-Hütte. Diese erreicht man am besten mit dem Linientaxi (fährt etwa stündlich) von Pera di Fassa oder Muncion, Kosten für Hin- und Rückfahrt 8,50 (Stand 2010). Von der Gardeccia-Hütte folgt man dem Fahrweg in ca. 45 Minuten zur Vajolett-Hütte. Von hier führt ein steiler Wanderweg links in weiteren 45 Min. durch die "Steinerne Rinne des Rosengarten" - hinauf zur Gartlhütte. Von der Gartlhütte auf deutlichem Steiglein an die Westseite der Vajolettürme zu einer kleinen Terasse in Falllinie des Kamins zwischen Delagoturm und Stabelerturm. Hier überquert man eine kleine Rinne, die von links herabzieht und steigt rechts der Rinne hinauf auf ein Band am Fuß der Südwestkante (die letzten 30 m 1 - 2, sonst Gehgelände, 5 - 10 Minuten von der Gartlhütte).
Abstieg: Der Abstieg gestaltet sich relativ problemlos durch Abseilen. Am besten verwendet man ein 50 m Doppelseil, so gelangt man mit drei Abseil-Längen in die Schrofenzone rechts des Einstiegs. Es gibt aber weitere Abseilstellen, so dass man auch mit Einfachseil abseilen kann. Zeitbedarf je nach Andrang ca. 30 - 60 Minuten.
Stützpunkte: Aufgrund des etwas umständlichen Zugangs mit der gesperrten Fahrstraße aus dem Fassatal empfiehlt sich ein mehrtägiger Aufenthalt. Dafür steht eine Hüttenauswahl zur Verfügung wie kaum sonst in einem Klettergebiet der Dolomiten:
- Gardeccia-Hütte
Ordentliches Berggasthaus mit durchschnittlichem Essen in traumhafter Almlandschaft. Ausgangspunkt auch für viele Routen in der Larsec-Gruppe. - Vajolethütte
Traditionsreicher Kletterstützpunkt mit der größten Routenauswahl. Neben den Vajolettürmen sind insbesondere die Punta Emma und die Rosengartenspitze schnell erreichbar. Es handelt sich um eine Alpenvereinshütte. - Preußhütte
Privathütte unmittelbar neben der Vajolethütte. - Gartlhütte
Der perfekte Ausgangspunkt für die Vajolettürme oder auch für das (teure) Abschlußbier nach der Tour, wenn man weiter unten übernachtet. Die private Hütte selbst läßt allerdings etwas an Gemütlichkeit vermissen.
Kletterführer:
- Klettern im Rosengarten, Mauro Bernardi, Athesia-Verlag 2009
- Dolomiten-Vertikal - Band 1 (Nord), Stefan Wagenhals, Lobo-Edition 2008
Als PDF-Datei zum Drucken downloaden

Die Vajolet-Hütte
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