Westliche Zinne: "Schweizer-Führe"

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Allgemeines: Die Nordwand der westlichen Zinne gehört zu den eindrucksvollsten Felswänden der Alpen - nicht zuletzt wegen dem riesigen Dach mitten in der Wand. Und genau durch dieses Dach haben Albin Schelbert und Hugo Weber im Jahr 1959 mit viel Materialaufwand eine Techno-Route gelegt, die an Luftigkeit seinesgleichen sucht. In Zeiten des Rotpunktkletterns erlebt nun der untere, steile Teil dieser Linie eine kleine Renaissance, da der Fels meist gut und sogar relativ griffig ist und die Absicherung nach einer "Basis-Sanierung" an den Ständen und mit einigen Zwischenhaken in Verbindung mit dem alten Geraffel ebenfalls ausreichend ist. Wer die Route technisch klettern möchte sollte zumindest einen 7er solide drauf haben und ein wenig mehr Ausrüstung mitbringen. Für den 9er Kletterer jedoch ist die Route eine anstrengende, aber eindrucksvolle Freikletterei und vom alpinen Anspruch noch eine verhältnismässig überschaubare Unternehmung.

 

 

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Alle Infos beziehen sich jedoch nicht auf den Originalausstieg im oberen Teil, über den mir ausser einem Wandbild mit dem Routenverlauf von Albin Schelbert keine weiteren Infos vorliegen. Der Originalausstieg zweigt vor dem Cassinband links ab und ist in der vergrößerten Version des Wandbilds eingezeichnet. Üblicherweise wird allerdings über die (kaum leichtere - aber besser abgeklettererte) Cassin-Route ausgestiegen. Der Originalausstieg ist in div. Führern mit 5 angegeben, wobei er aber vor allem anfangs deutlich schwieriger aussieht.

Erstbegehung: A. Schelbert, H. Weber 1959

Charakter: Luftige, teilweise supersteile und anstrengende Freikletterei in überwiegend gutem Fels. In den schwierigen Seillängen für Dolomiten-Verhältnisse relativ gute Absicherung, in den leichteren Längen und im Cassin-Ausstieg jedoch nur wenig Material vorhanden. Aufgrund der Länge und der schwierigen Rückzugsmöglichkeiten darf die Tour nicht unterschätzt werden.

Schwierigkeit: 9- oder 7+/A0-A1 (E3); Im unteren Teil anhaltend im 7. und 8. Grad, im oberen Teil leichter.

Zeit: 7-10 Stunden

Absicherung: Standhaken sind bis nach dem Dach mit Bohrhaken ausgerüstet, auch einige "Bremser-Bolts" zur Verhinderung größerer Ausnagel-Stürze sind in diesen Seillängen vorhanden. Darüberhinaus sehr viel, meist sehr schlechtes Material. In den leichteren Seillängen (auch schon in den letzten zwei Seillängen vor dem Cassin-Band) steckt eher wenig und hier sollten ein Satz Keile und evtl. ein paar mittlere Friends dabei sein. Wer von vorneherein plant länger Strecken technisch klettern zu wollen, der sollte einen Satz Haken und ein/zwei Cliffs mitnehmen.

Zustieg: Vom Großparkplatz der Auronzohütte nach Westen um die Zinnen herum und über das Schuttfeld unter die Nordwand der westlichen Zinne. Etwa in der Mitte der Wand beginnt ein Band, das nach links zieht, am Beginn des Bandes bei links von einem auffälligen Loch in der Wand ist bei einem Bolt der erste Stand.

Abstieg: Die Tour wird üblicherweise auf dem Ringband beendet. Auf diesem nach rechts auf eine breite Felsschulter und westlich um den Berg herum in die Südseite. Ab hier findet man regelmässig Steinmänner und deutliche Begehungsspuren. Nun durch Kamine und Verschneidungen hinab (abklettern II oder abseilen) in eine Scharte. Nun nach Osten (links) hinab, aus einer Rinne nach rechts hinaus, steil abklettern (II) und Steigspuren hinab auf eine Schuttterasse folgen. Die Spuren leiten nun nach links ums Eck zurück in die Schlucht, durch die man ohne weitere Probleme in die Große Zinnenscharte kommt. Durch die Geröllrinne nach Süden hinab zur Auronzo-Hütte. Gesamt ca. 1 h vom Ausstieg.

Topo Westliche Zinne, Schweizer Führe

Infos zur Schleierkante als PDF-DateiBeschreibung, Topo und Wandbild zum Drucken downloaden (380 KB)

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