Klettern im Wilden Kaiser
Wilder Kaiser: Fleischbankpfeiler "Rebitsch-Spiegl" (Rebitschriss)
Erstbegehung: Matthias Rebitsch, Sepp Spiegl 1946, rp: Bernd Hönig 1988 (Seilquergang); Direkteinstieg: L Brandler, K. Schönthaler 1959, rp: B. Arnold 1987
Charakter: Ernste Risskletterei auf den Fleischbankpfeiler. Aufgrund der recht speziellen Kletterei (Körperrisse) und der teilweise schlechten Absicherbarkeit trotz der eher moderaten Kletterschwierigkeiten nicht zu unterschätzen. Gehörte lange zu den schwierigsten Kaisertouren.
Schwierigkeit: 7+, bzw. 6/A0 (E5-) - davon eine Stelle 6, die nicht abgesichert werden kann, eine Stelle 7+ oder A0 (Seilzugquergang, frei 7+). Der Direkteinstieg (Brandlereinstieg) ist etwa 7-/A0 - (je nach Hakensituation allerdings evtl. auch A1), frei 8+
Absicherung: Die Tour hat einen ziemlichen Nimbus, was ihre schlechte Absicherbarkeit angeht. Dies beschränkt sich aber großteils auf die 7. Seillänge, in der auf 20 Meter nur 1 Haken steckt und in der auf den entscheidenden 15 Metern auch keine weiteren Zwischensicherungen angebracht werden können (evtl. passt ein Camalot 5, hatten wir aber nicht). Ansonsten stecken mittlerweile relativ viele Haken, dazwischen kann aber oft nur wenig selbst gebastelt werden, so dass etwas klettertechnische Reserve zum Geniessen der Route vorteilhaft ist. In der Quergangs-Seilllänge ist das Hakenmaterial in sehr schlechtem Zustand - der Pendelquergang muss mittlerweile an einem schlechte Normalhaken durchgeführt werden (oder frei geklettert, dann 7+). Hier würde vielleicht die Mitnahme von Haken eine Verbesserungsmöglichkeit schaffen.
Material: Ein Satz Stopper, Friends bis Gr. 3 (evtl. Camalot 5), evtl. Haken zur Verbesserung der Absicherung am Pendelquergang.
Zustieg: Den Eggersteig durch die Steinerne Rinne ein kurzes Stück aufwärts, bis nach der ersten kurzen Stufen mit Drahtseilen. Nun nach rechts an den Sockel des Pfeilers.
Einstieg: Der Pfeiler wird links von einer Rinne begrenzt wird - in dieser befindet sich der Einstieg. Für den Brandlereinstieg verlässt man die Rinne gleich wieder rechts und klettert zu einem Fixseil hinauf (Stellen 3), das über eine Grasrampe zu deren höchsten Punkt führt - dort ist der erste Stand.
Abstieg: Vom Ausstieg durch Latschen nach rechts und dann gerade nach Norden hinab in eine trichterförmige Rinne. Dort trifft man auf die Nordgratführe. Über die deutlich abgespeckte Route abklettern (evtl. auch 1 - 2x abseilen) auf ein breites rampenartiges Band. Auf diesem nach links abwärts bis in eine Rinne. Aus dieser links (Steigspuren) hinaus zu einer weiteren Abseilstelle. Hier abseilen oder abklettern (3+) durch eine kaminartige Rinne in den Wildanger.
Kletterführer
Kletterführer Wilder Kaiser Band 2 (Niveau 6 - 10), Markus Stadler; Panico-Verlag; 1. Auflage 2004.
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