Klettern im Wilden Kaiser
Wilder Kaiser: Östliche Hochgrubachspitze SW-Wand "30er-Check" VI+
Erstbegehung: Koasakraxler und Koasakraxlerin am 07.06.07 (Bemerkung: Der Koasakraxler ist bei der Erstbegehung links vom Dach abgeklettert, zum Pfeilerriss gequert und diesen hinaufgestiegen. Der obere Teil der 3.SL wurde mit Sicherung von oben eingerichtet (Querung zum Pfeilerriss ist klettertechnisch schwieriger und weniger lohnend!). Die Routenbezeichnung bezieht sich auf einen Vergleich der Kletterfähigkeit zwischen 1977 (= Pfeilerriss erstbegangen) und 2007!
Allgemeines: Links der klassischen Riegelekante an der Östlichen Hochgrubachspitze zieht eine steile, wenig strukturierte Plattenwand hinüber bis zum Pfeilerriß (= Route Brandstätter + Mayrhofer 1977). Da die eigentliche Wand erst oberhalb eines Schrofenvorbaus ansetzt, handelt es sich klarerweise nur um eine kurze Route von untergeordneter Bedeutung. Nichtsdestoweniger bietet der Anstieg jedoch eine interessante Möglichkeit, nach Durchsteigung einer Südwandroute an der „Westlichen“ am östlichen Nachbargipfel noch ein paar Seillängen dranzuhängen.
Zustieg: Vom unteren Schartl am Ausstieg der Rebitsch- bzw. Neuen Südwandführe am SO-Grat der Westlichen Hochgrubachspitze (= rechte Ausstiegsvariante der genannten Routen) quert man auf grasigen Bändern (II) bis in die Schlucht zwischen Östlicher und Westlicher Hochgrubach, welche man knapp oberhalb eines Felsentors erreicht. Über ein kurzes, etwas brüchiges Wandl (III) und die anschließenden Schrofen zum Beginn einer Verschneidung, welche zum Band hinaufzieht, das unterhalb der steilen Plattenwand nach links zum Pfeilerriß hinüberführt. Durch die Verschneidung (III+) auf das Band hinauf und cirka 15 m nach links zum eigentlichen Einstieg.
Route:
- 1.SL – Auf der Stirnseite (= SW-Seite) des ersten an die Plattenwand angelehnten Pfeilers (dieser bildet mit der Wand einen brüchigen Riss) ca. 20 m direkt hinauf auf den Pfeilerkopf (= Koasakraxlerin im Nachstieg) oder links davon durch eine Einbuchtung auf einen Kopf links des Pfeilers und durch kurzen Abstieg und Querung zum erwähnten Pfeilerkopf (= Koasakraxler im Vorstieg, weil Weiterweg vom Band aus nicht klar war; für den direkten Anstieg zum Pfeilerkopf dürften unter Umständen 1-2 Sicherungshaken ganz praktisch sein). Über ein plattiges Wandl (1 H) und das folgende Überhangl mit weiteren 20 Metern in flacheres Gelände zu Stand bei Schuppe mit kindsfaustgroßem Klemmstein + StH. (40m, Stelle VI).
- 2.SL: - Rechtshaltend in plattigem, teilweise splittrigem Fels flacher hinauf zu markantem Graspolster, jetzt in Superfels ein paar Meter gerade, dann leicht linkshaltend empor zu Stand bei SU + StH (35m, V und V+).
- 3.SL: Vom Stand nicht sehr fest gerade hinauf bis unters Dach (weitere SU + 2 H), links daran vorbei, nach dem nächsten H wieder rechts zu weiteren 2 H und sodann über Platten mehr oder weniger gerade empor (insgesamt 8 ZH), Stand am besten vor den Gipfelschrofen beim ersten soliden Riss an Klemmkeilen (50m, VI und VI+). 4.SL: 20 m über Schrofen zu Stand unterhalb vom Gipfelgrat (=Ausstieg Riegelekante, Stand mit 2 Klebehaken).

(Info und Foto vom Koasakraxler alias Peter Brandstätter)
Kletterführer
Kletterführer Wilder Kaiser Band 2 (Niveau 6 - 10), Markus Stadler; Panico-Verlag; 1. Auflage 2004.
Hier könnt Ihr den Führer direkt beim Panico-Verlag bestellen (Route nicht enthalten)
