Wilder Kaiser: Karlspitze Südwestwand "Akku-Gaudi" + Lehne-Pfeiler

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Allgemeines: Großzügige Routenkombination an der Südwestseite der Karlspitze. Während der Lehnepfeiler kaum noch begangen wurde, weil ein langer, abschreckender Schrofenzustieg zum eigentlichen Pfeiler und anspruchsvolle Freikletterei in kaum abgeklettertem Fels bei gleichzeitig spärlicher, veralteter Absicherung nur von sehr wenigen Kletterern unternommen wurden (und die ihn einmal geklettert waren das nicht mehr wiederholten), erlebt er in der nun neuen Version sicher bald eine Renaissance.

Erstbegehung: Jörg Lehne, Thomas Kraft 1969 (oberer Teil); H. Praschberger, G. Landmann, G. Diegmann 2005 - 2008 (unterer Teil und Ausstieg).

Routenverlauf: Die Akku-Gaudi startet in Fallinie des Gaudeamuspfeilers, wenige Meter links von "ABS". Sie sucht sich den besten Weg über kompakte Platten links haltend hinauf zum Fuß des Lehnepfeilers. Die Route am Pfeiler folgt der logischen Linie entlang von Rissen und Verschneidungen, ganz oben wurde als Zuckerl noch ein direkter Ausstieg über die "Banane" auf den Pfeilergipfel eingebohrt, anstatt dem Orginalausstieg in brüchigem 3er Gelände links zu folgen.

Charakter: Akku-Gaudi ist eine gut abgesicherte Plattenkletterei mit einer leichten Schrofenseillänge. Der Lehnepfeiler ist eine sanierte Alpintour in teilweise schönem, festem, stellenweise aber auch etwas brüchigem und nicht abgeklettertem Fels. Alpine Erfahrung ist hier einerseits zur Beurteilung der Griff- und Trittqualität, andererseits aber auch zur Ergänzung der Absicherung notwendig. Wer nach der 7. Seillänge absicherungstechnisch bereits bedient ist, sollte besser wieder abseilen, da es oben anspruchsvoller wird.

Schwierigkeit: 7- oder 6-/A0 E3 (unterer Teil E2-)

Absicherung: Unten gut mit Bohrhaken abgesichert, zusätzliche Absicherung durch Stopper und Friends möglich, aber nur nötig, wer im unteren 6. Grad bereits am Limit klettert. Am Lehnepfeiler sind Schlingen, Stopper und mittlere Friends zur zusätzlichen Absicherung hilfreich.

Zustieg: Von der Wochenbrunner Alm an der Gaudeamushütte vorbei ins Kübelkar. Nach dem ersten Karboden zweigt links der Jubiläumssteig ab. Von hier quert man nach rechts das linke Seitenkar des Kübelkars noch bis kurz vor die ersten Felsen der Karlspitze und steigt dann nach links über Geröll hinauf zum Einstieg (ca. 1 - 1,5 Stunden). Einstieg auf 1780 m - etwa 30 m links der ABS.

Einstieg: Im plattigsten Teil des Sockels, in Fallinie des Gaudeamuspfeilers beginnen 2 Bohrhakenrouten - die linke ist die Akku-Gaudi.

Abstieg: Vom Gipfel des Lehnepfeilers nach Norden hinab in eine Scharte - hier evtl. eine Seillänge von der Scharte auf den nächsten Turm sichern (luftige Stellen 3) dann am Grat und rechts davon ohne größere Schwierigkeiten (Anfangs 2, dann Gehgelände und I) zum Gipfel, ca. 30 Minuten. Von der Vorderen Karlspitze nach Norden am Grat hinab und ein Stück aufwärts zur Hinteren Karlspitze, bis in einem Schärtchen rechts der Normalweg hinabführt zum Ellmauer Tor. (30 - 45 min vom Gipfel). Vom Ausstieg zum Kar unterhalb des Einstiegs ist man daher 1,5 - 2 Stunden unterwegs - trotzdem ist diese Version dem Abseilen vorzuziehen, insbesondere wenn noch Seilschaften unterhalb sind, da durch das die Schrofenbänder massiver Steinschlag droht. Es wird auch überlegt eine Abseilpiste über den Karlspitzpfeiler nach Osten einzurichten.

Stützpunkt: Gaudeamushütte - Zustieg von dort knapp 1 Stunde.