Klettern im Wilden Kaiser

Maukspitze "Buhl-Westwand"

Das Woll-Woll, berühmt-berüchtigt aber nun durch Bohrhaken entschärft.
Das Woll-Woll, berühmt-berüchtigt aber nun durch Bohrhaken entschärft.

Erstbegehung: H. Buhl, W. Weiß, H. Reischl 1943, Quergang in der heute üblichen Variante: 1948 durch K. Gombocz, H. Vigl (technisch), RP 1987 durch B. Hönig.
1. Wiederholung des Original-Quergangs von H. Buhl durch Guido Unterwurzacher und Christian Hechenberger am 12.3.2011 - hier ist Guidos Bericht

Routenverlauf: Die Bezeichnung "Westwand" ist eigentlich nicht richtig, da es sich um den südwestlich orientierten Teil der Südwand der Maukspitze unmittelbar links des markanten Südpfeilers handelt. Die Route verläuft in logischer Linie durch ein Riss-, Kamin- und Verschneidungssystem im zentralen Teil bis in den glatten Plattenpanzer in etwa zwei Drittel Wandhöhe. Hier zieht ein eindrucksvoller Quergang nach rechts an die Pfeilerkante, wo bald einfache Rinnen hinauf zur Südwandrampe leiten.

Topo der Buhl-Westwand an der Maukspitze

 

Charakter: Eine sehr typische klassische Alpintour, die sich auf dem Weg des geringsten Widerstands ihren Weg durch die Wand sucht. Häufig Verschneidungs-, Kamin und Risskletterei, durchsetzt mit längeren grasigen Schrofenpassagen. In den schwierigen Seillängen sehr kompakter und meist fester Fels. Die Sanierung mit gebohrten Ständen und einigen gebohrten Zwischenhaken hat vor allem das sog. "Woll-Woll" (eine früher kaum absicherbare Schulterriss-Verschneidung) deutlich entschärft - auch im Quergang stecken jetzt zusätzlich zu den vielen alten Gurken einige Bolts, die evtl. Stürze durch Hakenausbrüche und Schlingenrisse auf wenig gefährliche Distanzen beschränken dürften.

Schwierigkeit: 6+/E3, davon eine Stelle 6+ (Woll-Woll), zwei Passagen 6 und 6- sowie vielfach im 5. Grad. Längere Passagen sind zwar deutlich leicher, allerdings sollten dort die Begeher auch mit steilen Grasschrofen zurechtkommen.

Schöne, griffige Kletterei in der Seillänge vor dem Quergang.
Schöne, griffige Kletterei in der Seillänge vor dem Quergang.

Absicherung: Die Route wurde 2006 mit Bohrhaken saniert. Es sind Stopper und Camalots der Größen 0,5-3 empfehlenswert. Sollten im Quergang Haken herausbrechen, könnten auch ein paar Haken und ein Hammer hilfreich sein.

Zustieg: a)Vom Parkplatz in Prama (Häusling) der Ausschilderung zur Ackerlhütte folgen. Von hier weiter ins Östliche Hochgrubachkar indem man in der ersten markanten Linkskehre rechts durch die Almwiesen mehr oder weniger weglos aufsteigt.(ca. 1,5 h)
b) von der Wochenbrunner Alm über die Gaudeamushütte zur Wildererkanzel und kurz danach dem Höhenweg nach rechts folgend ins Westliche Hochgrubachkar. Weiter in Richtung Ackerlspitze bis kurz vor den Wandfuß der Südabstürze, hier Rucksackdepot und auf dem Steig hinab ins Östliche Hochgrubachkar. (ca. 1,5 h)

Einstieg: Im Kar ein Stück östlich aufwärts, bis Pfadspuren durch das Geröllfeld nach links an den Wandfuss leiten direkt zum Einstieg leiten. Dieser befindet sich etwas links der Fallinie des markanten gelb-überhängenden Südpfeilers, unmittelbar links eines pfeilerähnlichen Vorbaus bei einem Klebehaken.

Grossartiges Panorama - und luftiger Stand nach dem Quergang in der Buhl an der Maukspitze
Grossartiges Panorama - und luftiger Stand nach dem Quergang

 

Abstieg: Vom letzten Stand links um den Felsen herum in eine Rinne, durch diese links hinauf zum markierten Wanderweg. Nun entweder in 10 Min. zum Gipfel oder gleich links hinab in 45 min. zum Rucksackdepot oder ins Östliche Hochgrubachkar.

Geschafft - Sandro steigt gerade aus der Buhl aus
Geschafft - Sandro steigt gerade aus der Buhl aus

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