Klettern im Wilden Kaiser
Wilder Kaiser: Zustieg zum Schneeloch

Das Schneeloch ist ein kleines Kar zwischen Fleischbank und Totenkirchl, in dem (noch) ein ganzjähriges Schneefeld liegt. Es gehört zu den schönsten, aber auch am schwierigsten zugänglichen Winkeln im Wilden Kaiser. Da im Schneeloch einige Kletterrouten beginnen, die durchaus lohnend sind, der aber Zustieg nicht einfach zu finden ist, habe ich ihn hier nochmal extra beschrieben. Es handelt sich nicht um einen Wanderweg, sondern ein kleines Steiglein mit einigen leichten Kletterpassagen für erfahrene Berggeher!
Schwierigkeit: I - II
Ausgangspunkt: Tiefster Punkt des Totenkirchl-Sockels (Einstieg vom Fiechtl-Sockeldurchstieg und von Firstclass)
Zustiege zum Ausgangspunkt:
1. Von der Griesener Alm: Auf dem Weg zum Stripsenjoch an der Abzweigung des Eggersteigs noch zwei Kehren aufwärts bis zur letzten Rechtskehre unterhalb der kleinen Felswand (Jochwand). Hier zweigt in der Kehre geradeaus ein Steig ab, der zuerst links der Wand aufwärts führt und dann diagonal nach links zum Sockel des Totenkirchl hinüberzieht. Ca. 1 h von der Griesener Alm.
2. Vom Stripsenjochhaus: Vom Stripsenjoch auf dem (nicht beschilderten!) Steig in Richtung Totenkirchl um den ersten Latschenbuckel rechts herum in einen Sattel und nochmal ein Stück durch ein Latschenfeld aufwärts bis zum nächsten Hügel. Hier zieht links nach Osten ein kleiner Grat hinab, über den Steigspuren hinableiten. Auf diesen, weiter, dann nach Süden hinab (einige leichte felsige Passagen) in den Wildanger und auf Steigspuren waagrecht hinüber an die Sockelwand des Totenkirchl (ca. 15 - 20 min.)
Zustieg ins Schneeloch:
An der Sockelwand links entlang durch Geröll (oder im Frühjahr Schnee) aufwärts bis unterhalb der dunklen Schlucht links der kompakten Wand. Nun auf einer Rampe nach links hinaus zum höchsten Punkt. Hier nicht links dem Gamssteig in die Latschen folgen, sondern rechts gerade hinauf (Stelle II), immer am rechten Rand des Latschenfeldes bis zum höchsten Punkt des Latschenkegels (nur wenig ausgetreten!). Vom höchsten Punkt nach Osten einige Meter über Schrofen hinabklettern (I, brüchig) und auf einem Steiglein waagrecht nach Süden bis unter die Platten des Schneelochs. Hier sieht man gelegentlich alte verwaschene rote Markierungen und Steinmänner.
Am Ende des Bandes können sichere seilfreie Kletterer gleich rechts durch einen kurzen Körperriss (III) hinauf zu den Schneelochplatten. Der leichtere Weg führt aber zuerst ca. 30 Höhenmeter nach links hinab in einen kleinen Kessel (I - II). Von dort über die grasige Rippe links Stück aufwärts bis zu den glatten Platten. Über Rampen und kurze Risse im Zickzack (Stellen II) - immer den Markierungen nach durch die glatten Platten hinauf ins Schneeloch.
Alternativ kann auch über die ersten 8 Seillängen des Kirchlexpress zugestiegen werden.
Zeit: ca. 45 min bis 1 Stunde vom Totenkirchl-Sockel.
Tourenmöglichkeiten aus dem Schneeloch:
- Fleischbank aus dem Schneeloch
- Fleischbank Westpfeiler
- Fleischbank NW-Wand: "Bergführerriss"
- Fleischbank NW-Wand: "Hagmoar"
- Hintere Karlspitze Nordflanke
- Totenkirchl Südostgrat
- Totenkirchl Ostwand "Leuchsführe"
- Totenkirchl Direkte Ostwand
- Totenkirchl Ostwand "Und ewig lockt das Weib"
- Totenkirchl Ostwand "Dülfer"
Stützpunkt: Das Stripsenjochhaus bietet sich ideal als Stützpunkt an, auch wer vom Tal zusteigt kann den kurzen Umweg zur Strips in Kauf nehmen, dort einen Rucksack deponieren (ein Rucksack für den Nachsteiger sollte für die Tour ausreichen) und dann nach der Tour wieder einsammeln.