Wilder Kaiser: Totenkirchl-Ostwand "Kirchl-Express"

Stau vor der Ausstiegsseillänge am Kirchlexpress

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Allgemeines: Der Kirchlexpress ist eine lange Plaisir-Tour auf einen der Paradeberge des Kaisers. Durchgehend hervorragender Fels und sehr gute Absicherung bei gleichzeitig noch eher gemässigter Schwierigkeit versprechen hier ein Ziel für den ambitionierten Genusskletterer. Allerdings darf die Tour nicht unterschätzt werden: Sie ist insgesamt lang (17 Seillängen), die Schlüsselseillänge (die über den Heroldweg umgangen werden kann) ist deutlich sparsamer abgesichert als der Rest. Auch der Abstieg ist für Leute, die ihn nicht kennen und nicht zügig im 2er bis 3er Gelände abklettern können nochmal ein eher anspruchsvolles Unterfangen. Darüberhinaus sollte man sich vorher anhand genau anschauen, wo die Tour verläuft, da zwei bis dreimal die "Wand gewechselt" wird und der Routenverlauf daher möglicherweise etwas verwirrend sein kann (Siehe Wandbilder).

Am Einbohren des Ausstiegskamins haben sich anfangs die Gemüter einiger Bohrhakengegner erregt. Der Kamin wurde (wie fast jeder Kamin am Kirchl) irgendwann bereits mal als Variante mit Normalhaken durchstiegen - und es wurde hier ohne Rücksprache mit dem Arbeitskreis Wilder Kaiser der Ausstieg des Kirchlexpress durchgebohrt - worauf die Haken von einem Kletterer (aber ebenfalls eigenmächtig) wieder entfernt wurden. Mittlerweile finden sich dort allerdings wieder solide Klebehaken - und aller Voraussicht nach wirds jetzt auch dabei bleiben. Allerdings bleibt die Absicherung hier sparsamer als im Rest der Route.

Erstbegehung: T. Niedermühlbichler, M. Brandstätter, G. Lindebner, H.P.Widmann, am 6.8.2003 nach Vorarbeiten,

Routenverlauf: Die Route beginnt am linken Rand vom Wildangerwandl, führt dann oberhalb nach links ins Schneeloch und durch den rechtesten Teil Ostwand zum Ende der ersten Seillänge des Heroldweges. Nach einer gemeinsamen Seillänge mit diesem muss man sich entscheiden: hat man noch Reserven und klettert den direkten Ausstieg durch den steilen Kamin, der gleichzeitig die Schlüsselseillänge der Tour darstellt - oder folgt man gemütlich dem Heroldweg hinauf zur 3. Terasse.

Kirchlexpress - unten
Kirchlexpress ab dem Schneeloch
Unterer Teil + Ausstieg
(zum Vergrößern anklicken)
Oberer Teil
(zum Vergrößern anklicken)

Charakter: Gut abgesicherte, sehr lange alpine Sportkletterei in meist sehr gutem Fels. Einige Geröllbänder erfordern Vorsicht, um keinen Steinschlag auszulösen. Trotz der üppigen Absicherung sollten Begeher eine Portion alpiner Erfahrung und Ausdauer mitbringen. Am Ausstieg ist die Tour noch nicht vorbei und der Abstieg ist für Leute, die ihn nicht kennen und selten im 2er und 3er Gelände abklettern nochmal eine Unternehmung für sich.

Schwierigkeit: 6 / E2 (6- obligat.)

Absicherung: Mit ca. 100 Bohrhaken sehr gut abgesichert, gelegentlich kann zusätzlich noch eine Sanduhr gefädelt werden. An den Standplätzen meist 1 Klebehaken und 1 Bolt. Klemmkeile und Friends sind bis zum Heroldweg kaum notwendig, der Ausstiegskamin ist jedoch mit 5 Bohrhaken auf ca. 50 m deutlich sparsamer abgesichert - hier kann mit Zackenschlingen und Klemmkeilen zwar noch etwas nachgeholfen werden, der Vorsteiger sollte allerdings trotzdem einigermassen sicher in dem Schwierigkeitsgrad unterwegs sein.

Zustieg: Von der Griesener Alm in Richtung Stripsenjoch-Haus, bis links der Eggersteig abbiegt. Diesen bis zu seinem tiefsten Punkt folgen und auf Steigspuren aufwärts zur Wildangerwand, rechts der Schlucht zwischen Fleischbank und Totenkirchl. Die Einstiegsseillängen führen noch über den Vorbau links der eigentlichen Wildangerwand hinauf.

Gipfelanstieg: Die Tour endet auf der 3. Terasse des Totenkirchl. Zum Gipfel steigt man den Steinmännern folgend nach links auf, umgeht den Vorgipfel westlich und kommt in die Scharte vor dem Hauptgipfel. Nun über eine kurze speckige Stelle (III) ausgesetzt in die Ostseite und dann rechts halten über zwei weitere Stufen (II) zum Gipfelkreuz (ca. 10 - 15 min. vom Ausstieg.

Abstieg: Vom Ausstieg wenige Meter nach Westen zu den Steigspuren des Normalwegs (Führerweg). Auf diesem anfangs rechts haltend in 1 - 2 Std. (meist 2, stellenweise 3; gut ausgetreten, einige rote Markierungen, mehrere Abseilstellen) zum Stripsenjoch und zurück zur Griesener Alm.

Stützpunkt: Das Stripsenjochhaus bietet sich ideal als Stützpunkt an - von hier erreicht man den Einstieg in etwa 15 - 20 min.

Totenkirchl, Topo "Kirchl-Express"

PDF-Datei Download einer PDF-Version des Topos mit Beschreibung und Wandbild zum Ausdrucken (600 KB)

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