Klettern im Wilden Kaiser
Wilder Kaiser: Totenkirchl-Westwand "Dülfer"
Allgemeines: Die "Dülfer" galt nach dem Ersten Weltkrieg als die schwierigste Kletterroute des Wilden Kaisers und gehörte auch lange Zeit zu den schwierigsten Felsrouten der ganzen Alpen. Sie sucht sich geschickt ihren Weg durch die 600 m hohe und oft senkrechte Westwand des Totenkirchl, die zu den eindrucksvollsten Wänden im Wilden Kaiser gehört. Auch in Zeiten gebohrter Stände und moderner Ausrüstung gehört die Dülfer aber weiterhin zu den anspruchsvolleren Klassikern im Kaiser und sollte nur mit entsprechendem Können und alpiner Erfahrung angegangen werden.
Erstbegehung: Hans Dülfer, Willi von Redwitz 1913
Routenverlauf: Die Route "umgeht" das erste Wanddrittel durch die Winklerschlucht und führt dann im Zickzack auf dem "Weg des geringsten Widerstandes" durch die steile Westwand des Hauptgipfels.
Charakter: Eindrucksvoller Klassiker mit verwickelter Routenführung und relativ guter Absicherung. Überwiegend guter bis sehr guter Fels, trotzdem sollte man auf den 18 Seillängen den ein oder anderen lockeren Griff oder Tritt erkennen können.
Schwierigkeit: 6+ (E3-) eine Stelle im Nasenquergang. Diese kann aber auch 5+/A0 oder als Seilzugquergang geklettert werden. Ansonsten mehrmals 6 und überwiegend 5 und 5+. Für die Orientierung in der gewaltigen Wand ist ein gewisses Gespür für die Routenfindung notwendig, darüberhinaus entsprechende Ausdauer, da auch die letzten Seillängen nicht ohne sind.
Absicherung: Die Stände sind gebohrt und es stecken an den schwierigsten Stellen gebohrte Zwischenhaken. Darüberhinaus finden sich viele Normalhaken (die nicht alle im Topo eingezeichnet sind). Zusätzlich lässt sich aber mit Schlingen, Keilen und Friends noch viel absichern, falls dies gewünscht wird.
Zustieg: a) vom Hans-Berger-Haus, bzw. Hinterbärenbad auf dem Weg in Richtung Stripsenjoch, bis rechts der Weg zum Kopftörl abzweigt. Dieser führt in den Hohen Winkel und dort direkt unter die Westwand, die rechts von der Winklerschlucht begrenzt wird. Ca. 1,5 h zur Winklerschlucht vom Hans-Berger-Haus
b) vom Stripsenjoch den Weg nach Westen hinab bis links ein markierter Weg (mit einer kurzen Eisenleiter) ebenfalls in den Hohen Winkel führt - 45 min zur Winklerschlucht.
Einstieg: Die Winklerschlucht steigt man etwa 120 Höhenmeter hinauf (meist 1-2, einige kurze Stellen 3) bis in einen engen Geröllkessel unter einer überhängenden Stelle. In einigen Metern Höhe befindet sich der erste Bohrhaken.
Abstieg: Auf dem Führerweg hinab zum Stripsenjoch (1 - 2 h), überwiegend 1 - 2, Stellen 3
==> Topo als PDF zum Ausdrucken (einige Korrekturen zum Kletterführer Band2!)
Kletterführer
Kletterführer Wilder Kaiser Band 2 (Niveau 6 - 10), Markus Stadler; Panico-Verlag; 1. Auflage 2004.
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