Klettern im Val di Mello

Scoglio delle Metamorfosi "Luna Nascente"


Sabine in der genialen 7. Seillänge - 500m hoch über dem Val di Mello

Allgemeines: Die wohl berühmteste Kletterroute des Val di Mello dürfte die Route "Luna Nascente an der Scoglio delle Metamorfosi sein. Und da nicht ohne Grund. Ein Traumseillänge jagt hier die andere. Supergriffige Piazverschneidungen, Handrisse und Reibungsplatten in perfektem Mello-Granit - das ganz 300 - 500 m über dem grünen Talboden. Das ist Granitkletterei der allerfeinsten Sorte und Pflichtprogramm für jeden Mellobesucher, der den konstanten Schwierigkeiten im 6. Grad bei eigenverantwortlicher Absicherung gewachsen ist.

Blick zum Stand nach der 1. Seillänge

Erstbegehung: A. Boscacci, M. Ghezzi, G. Milani 1978

Schwierigkeit: 7 (in den ersten beiden Seillängen, oder 6/A0)/ E3+, sehr anhaltend im 6. Grad

Charakter:
Traumhafte Granitkletterroute - sicherlich eine der besten in den Alpen im 6. Schwierigkeitsgrad in durchgehend perfektem Fels. Überwiegend selbst abzusichern, was meistens sehr einfach möglich ist, nach oben hin sind jedoch einige längere Passagen ungesichert zu klettern. Wegen eines langen, nicht absicherbaren aber einfachen Quergangs sollten auch die Nachsteiger eine halbwegs solide Psyche haben.

Topo der Luna Nascente im Val di Mello

Absicherung: Einige Normalhaken sind vorhanden, vor allem die Standplätze sind meist schon gut eingerichtet, es kann aber meist mit mobilen Sicherungsmitteln noch zusätzlich nachgebessert werden. Zwischensicherungen sind ausser in den ersten zwei Seillängen kaum vorhanden, können aber in der ersten Hälfte immer problemlos in beliebiger Zahl angebracht werden. Nach obenhin sind jedoch zunehmend auch schlechter absicherbare Passagen dabei. Bis auf einen sehr breiten Riss (evtl. Cam 4) in der 6. Seillänge (ca. 5/5+) und einer 10 m langen Reibungsplatte in der letzten Seillänge (5+ bis 6-) handelt es sich dabei aber durchweg um leichtes Gelände im 3. und 4. Schwierigkeitsgrad.

Material: Bandschlingen, Stopper und Camalots 0,5 bis 3 (evtl. Cam 4 für den abschliessenden Riss zum Stand nach der 6. Länge, möglicherweise ist der aber auch noch zu klein).

Ausgangspunkt: Parkplatz am Beginn des Val di Mello. Das Val di Mello beginnt oberhalb von San Martino im Val Masino und ist nur bis zu seinem Beginn durch eine Straße erschlossen, durch das eigentliche Tal führt nur ein Wanderweg. Die Zufahrt zum Parkplatz ist in den Monaten Juli und August gesperrt, es verkehren aber Shuttle-Busse von San Martino. Zu Fuß braucht man jedoch auch nur etwa 20 Minuten für die Strecke. Wer am Campingplatz oberhalb San Martino (Richtung Bagni di Masino) einquartiert ist, kann den direkten Verbindungsweg rüberwandern (oder mit dem Bike fahren) - was knapp eine halbe Stunde dauert.

An dem breiten Riss kurz vor dem Stand der 6. Seillänge

Zustieg: Vom Beginn des Val di Mello dem Weg taleinwärts folgen bis zu dem kleinen See mit Riesenblock im Bach. Hier zieht links ein deutlicher Weg in den Wald, der teilweise mit Steinmännern und rot-weisser Farbe markiert ist. Dieser führt steil durch den Wald hinauf zum Einstieg (ca. 1 h vom Eingang des Val di Mello).

Abstieg: Vom Ausstieg nach rechts durch den Wald aufwärts, bis rechts eine Rinne mit Steigspuren hinabführt. Achtung, das ist ein Verhauer, hier nicht hinab, sondern noch über eine plattige Stufe aufwärts zu einer Wiese mit Lärchen. Hier bei aufgestellten Granitplatten nach rechts einem deutlichen Weg in eine Rinne hinab. In einem Bachbett muss man nochmal nach rechts aus diesem hinaus und rechts haltend abwärts (Markierungen) zum Einstieg (30 - 45 Minuten).

Der 40 m Quergang ist kaum absicherbar - aber leicht

PDF-Datei mit Topo zum Ausdrucken

=> zurück zur Übersicht Klettern im Val di Mello und Val Masino