Kletterführer Setesdal (Norwegen)

Titel: Kletterführer Setesdal (Norwegen) Kletterführer Setesdal (Norwegen)
Autor: Hans Weninger
Verlag: Panico Alpinverlag (3. Auflage 2006)
Seiten: 172
Preis: 22,80 €
Für wen: Alpinkletterer und Klettergartenkletterer, die sich für die Granitwände des Setesdal in Norwegen interessieren.
Wo: Online bei Panico

Rezension:

Das Setesdal - etwa 2 Autostunden nördlich des Fährhafens Kristiansand in Südnorwegen ist eines der bekanntesten Klettergebiete in Norwegen. Das tief eingeschnittene Tal wird im Bereich der Kommune Valle von bis zu 400 Meter hohen Granitwänden flankiert und ungefähr in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts begannen die ersten Kletterer hier die Wände zu erschließen. Wobei "erschließen" anfangs in erster Linie das cleane Klettern bedeutete, was heißt, dass keine fixen Sicherungsmittel wie Haken verwendet wurden, sondern ausschließlich Klemmkeile und Friends. Für die Wiederholer blieb daher die Wand so ursprünglich wie bei einer Erstbegehung - der Unterschied liegt nur im Informationsvorsprung, den er evtl. durch ein gutes Topo hat.

Hans Weninger aus Hameln in Norddeutschland ist wohl der eifrigste Erschließer im Tal - anfangs wie die Locals in cleanen Begehungen - im Laufe der Zeit aber mit immer mehr Bohrhaken. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Klettermöglichkeiten des Tales auch anderen zugänglich zu machen und veröffentlicht sie beim Panico-Verlag in diesem Kletterführer. Mit großer Detailkenntnis und viel Akribie wurde dieses Büchlein verfasst, und man merkt auf jeder Seite und in jeder Beschreibung die Orts- und Klettergeschichtskenntnis des Autors.

Beim ersten Durchblättern fallen aber dann auch gleich die Unterschiede zu den herkömmlichen Panico-Führern auf. So verzichtet der Autor auf Topos und stützt seine Tourenskizzen ausschließlich auf Wandbilder mit eingezeichnetem Routenverlauf. In der Regel reicht das in dem strukturarmen Granit gut und man findet sich problemlos damit zurecht. Dort wo es sich um Baseclimbs handelt wo die Einstiege von Bäumen verdeckt sind, die Routendichte höher ist und die Strukturen etwas vielfältiger kann die Orientierung dadurch aber schon auch mal etwas schwerer fallen - sofern die Routennamen nicht angeschrieben sind oder nicht mehr leserlich sind (z. B. an der Silberwand).

Darüberhinaus verzichtet der Autor auf detaillierte Zustiegsskizzen und stützt seine Zugangsbeschreibung auf eine rein verbale Formulierung. Auch hier mussten wir uns erst daran gewöhnen und haben den ein oder anderen wenig ausgetretenen Pfad erstmal suchen müssen. Aufgrund des meist überall gangbaren Geländes kommt man aber auch auf einer suboptimalen Routen immer irgendwann ans Ziel.

Zur Begehung der längeren Routen wären dazu noch Hinweise zum benötigten Material sehr hilfreich - so haben wir beispielsweise den 3er Camalot doppelt in "East of Easy" (Løefjell) mitgeschleppt und kein einziges mal eingesetzt - wohingegen wir Größen von 0 bis 1 manchmal gerne doppelt gehabt hätten.

Der Führer ist komplett dreisprachig gehalten - in Deutsch, Englisch und Norwegisch, was den begrenzten Absatzmarkt etwas öffnen soll.

Fazit: Sicherlich der ultimative Kletterführer für das Setesdal - wobei es in Sachen Benutzerfreundlichkeit (insbesondere für Gebiets- und Gesteinsfremde) noch Optimierungspotential gibt.

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