Kletterführer: Sportklettern in Tirol
| Titel: | Sportklettern in Tirol | ![]() |
| Autor: | Michael Meisl | |
| Verlag: | Routebook | |
| Umfang: | Seitenzahl: 544 | |
| Preis: | 34,80 € | |
| Für wen: | Kletterer die ausführliche Infos zu den besten Sportklettergebieten zwischen Kitzbühel und Landeck suchen und aufwändig gemachte Bücher mit vielen Bildern und Hintergrundinfos schätzen. | |
| Wo: | Kletterführer.net oder direkt bei Routebook | |
Rezension:
Tirol ist ein Land der Berge und damit auch ein Land des Bergsteigens. Daß eingefleischte Bergsteiger auch die Vorzüge des Sportkletterns zu schätzen wissen schreibt das Innsbrucker Kletter-Original Kurt "Gaga" Schoisswohl in seinem Vorwort zu Michael Meisl's neustem Werk, dem Sportkletterführer Tirol. Aber Tirol ist auch ein Land des Sportkletterns, wie spätestens dieses Buch eindrucksvoll beweist.
Beim ersten Kontakt mit dem Kletterführer beeindruckt sofort der Umfang des fast 550 Seiten schweren Wälzers. Blättert man dann in dem Buch, ist man erstaunt, wie lange es dauert, bis die ersten Routenbeschreibungen erscheinen. Das Ziel des Autors war es, ein "Buch über Kletterer und Routen" zu schreiben - und so kommen als erstes die Kletterer zu Wort. Die Einblicke in die Tiroler Kletterszene (oder besser gesagt die diversen Szene-Hotspots entlang des Inns) sind einzigartig und wohl nur von jemanden zu vermitteln, der selbst Teil dieser Gemeinschaft(en) ist.
Die Beschreibungen der Klettergebiete selbst sind dann oft aufwändig recherchiert und übersichtlich präsentiert. Auf eine umfangreiche Charakterisierung mit Hintergrundinfos zur Entwicklung des Gebiets folgen knapp zusammengefasst einige allgemeine Daten, sowie eine Lageskizze mit mehr oder weniger ausführlicher Zugangsbeschreibung. Die Routen enthalten neben Schwierigkeits- und Längenangabe alle eine Sternchenbewertung und meist einen Kurzkommentar zur Art der Kletterei o.ä. Besonderen Wert legte Michael Meisl auf die Nennung der Erschliesser. Allerdings wurde die Recherche nicht in allen Gebieten mit gleicher Konsequenz durchgezogen und die ein oder andere Lücke oder Ungenauigkeit bleibt. In jedem Fall beeindruckt die Menge an Infos die er dabei zusammengetragen hat, insbesondere auch von Gebieten, wo die Locals bisher eher sparsam mit Details herausrückten.
Die Gebietsauswahl ist großteils relativ klar auf die größeren, besonders lohnenden Felsen beschränkt - und davon gibts in Tirol nun wahrlich mehr als genug. Wirklich Geheimtipps findet der in Tirol halbwegs kundige Kletterer nur wenige - allerdings sind die meisten Traditionsgebiete endlich mal wieder auf einen längst überfälligen aktuellen Beschreibungsstand gebracht und in einem Werk zusammengefasst worden.
Das Layout des Führers besticht durch eine (bereits von Meisls Arco-Führer bekannte) edel-schlichte Optik, bei der Wert auf das Notwendigste gelegt wurde und die bewusst auf schrille Farben und unzählige Symbole verzichtet, wie sie bei Kletterführern aktuell oft in Mode sind. Dadurch kommen die erstklassigen Bilder des Fotografen Michael Meisl perfekt zur Geltung. Die Fotos machen neben den Hintergrundinfos das Besondere an diesem Buch aus und sind die eigentlichen "Hingucker". Dagegen wirken die Topos eher etwas langweilig. Diese sind zwar von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich detailliert und meist dürften sie zur Orientierung auch ausreichen. Felsstrukturen sind jedoch nur teilweise angedeutet und auf das Einzeichnen der Haken verzichtete der Autor generell. Positiv fällt bei mehrteiligen Topos jedoch das Zoomsystem mit der genauen Lageskizze des Detailtopos im Gesamtgebiet auf.
Fazit: Das Standardwerk für die Tiroler Sportkletterer und alle Gäste die hierher zum Klettern kommen wollen. Ein Führer der nur wenige Wünsche offen lässt und genug Beschäftigung für ein ganzes Klettererleben ansprechend präsentiert.

