Skitour Hohe Tauern
Aufstieg zur Oberwalderhütte von Ferleiten
Langer und lawinengefährdeter Hüttenzustieg in der Glocknergruppe

Im Winter liegt die Oberwalderhütte mehr als abgelegen tief drin in der Großglockner-Gruppe. Am häufigsten besuchen Skidurchquerer im Rahmen einer Tauerndurchquerung von der Rudolfshütte herauf den Winterraum dieses Stützpunktes. Die anschliessende Abfahrt hinab nach Ferleiten gehört zu den Höhepunkten dieser Durchquerung. Der Aufstieg über diese Route ist auch möglich, wird aber nur selten unternommen. Neben den 2000 m Höhenunterschied sind die stark lawinengefährdeten Hänge der "Käferleite" der Grund dafür. Über diese Aufstiegspassage ergießen sich alle Lawinen aus der 2000 m hohen Ostflanke des Vorderen Bratschenkopfes und bereits kurz nach Sonnenaufgang beginnt hier oft die Lawinenaktivität. Eine kalte Nacht, früher Aufbruch und zügiger Aufstieg bis sind also unbedingte Voraussetzung.
Gebiet: Hohe Tauern, Glocknergruppe
Exposition: |
O |
Höhenmeter: |
2000 m |
Aufstiegszeit: |
5-6 h |
Skitechnische Schwierigkeit: |
mittel |
Lawinengefährdung: |
sehr häufig |
Sonstige Schwierigkeiten: |
keine |
Ausgangspunkte: Ferleiten an der Mautstation der Großglocknerstraße. Die Zufahrt hierher ist meist erst ab etwa Anfang Mai möglich - am besten vorher beim Fremdenkehrsverband Fusch erkundigen. Wenn die Straße noch gesperrt ist aber kein Schnee mehr liegt kann auch ein Bike gute Dienste leisten.
Routenführung: In Ferleiten rechts vom Bach die Fahrstraße ca. 2,5 km taleinwärts bis rechts ein Fahrweg zur Vogleralm abzweigt. Von der Alm weiter entlang des Fahrwegs oder bei ausreichender Schneelage direkt links haltend aufwärts zu einem Flachstück. Dieses wird nach links gequert, bis man eine Rippe nach Süden überschreitet und so zu den riesigen Lawinenkegeln der Käferleite gelangt. Hier sollte man bereits angelangt sein, bevor die Sonne beginnt, den Schnee anzutauen. Nun im Bereich der Lawinenkegel aufwärts, bis man oberhalb eines Felsriegels nach links hinaus in sicherere Hänge queren kann. Durch schönes, kuppiertes Gelände gehts nun links haltend aufwärts zur Schwarzenberghütte (Winterraum offen, keine Kochmöglichkeit). Wer bereits genug hat und seinen Kocher selbst heraufgetragen hat, kann hier übernachten - ansonsten ist erst die Halbzeit erreicht.
Von der Schwarzenberghütte steigt man zunehmend flacher hinauf zum wenig spaltigen Hochgruberkees und ohne weitere Orientierungsschwierigkeiten zuletzt über einen kurzen Steilhang in einer Linksschleife in die Gruberscharte. Für Notfälle findet sich hier nördlich der Scharte eine gute Biwakschachtel mit vielen Decken. Von der Scharte quert man nun waagrecht nach Westen bis zum Fuß eines Felsgrates der vom Großen Bärenkopf herabzieht. Ohne Probleme gelangt man so auf das westl. Bärenkopfkees und rechtshaltend hinauf in die Keilscharte. In einer langen Schussfahrt gehts nun nach Süden hinüber zur Bockkarscharte und mit möglichst wenig Höhenverlust in gleicher Richtung weiter zur Oberwalder Hütte. Bei weichem Schnee ist es besser bis in den Kessel unterhalb der Hütte abzufahren und die paar Meter nochmal mit Fellen aufzusteigen - bei idealem hartem Schnee kann man von der Bockkarscharte herüberqueren.
Karte: AV-Karte Nr. 40
Aktuelle Infos: Skitourenverhältnisse Hohe Tauern

