Skitour Hohe Tauern

Großglockner von der Stüdlhütte

Anspruchsvolle Skitour auf den höchsten Berg Österreichs

Das Ködnitkees mit dem Steilhang, der rechts vom Großglockner hinaufführt.

Der Großglockner ist als höchster Berg Österreichs der Wunschtraum vieler Bergsteiger. Im Sommer ist er überlaufen wie nur wenige andere Gipfel und auf seinem schmalen Gipfelgrat spielen sich oft haarsträubende Szenen ab. Aber auch als Skitour wird er von Jahr zu Jahr beliebter, was einerseits an der verbesserten Ausrüstung und Skitechnik der Tourengeher liegt, andererseits aber mit Sicherheit auch zu einem Teil an der hervorragenden Stüdlhütte. Deshalb können an schönen Wochenenden zur Skitourenzeit ähnlich chaotische Situationen entstehen wie im Sommer. Ich möchte hier eine Überschreitung beschreiben, die wir im Rahmen einer 4-tägigen Glocknerrundtour durchgeführt haben. Natürlich kann man aber auch auf dem Anstiegsweg wieder abfahren - wie es 95 % der Tourengeher machen.

Gebiet: Hohe Tauern, Glocknergruppe

Exposition:

S, N

Höhenmeter:

1000 m
1700 m zur Pfandlscharte

Aufstiegszeit:

3-5 h (je nach Stau)

Skitechnische Schwierigkeit:

mittel

Lawinengefährdung:

öfter

Sonstige Schwierigkeiten:

ausgesetzter Gipfelgrat
Stellen 1 - 2

Ausgangspunkte: Stüdlhütte (2802 m), bewirtschaftet von ca. Ende Februar bis Mitte Mai (je nach Schneelage) mit einem Weltklasse-Essen! Zustieg vom Lucknerhaus (1918 m) oberhalb von Kals durch das Ködnitzal in ca. 2-3 h.

Die Stüdlhütte

 

Routenführung: Von der Hütte quert man leicht ansteigend nach Südosten um die felsigen Ausläufer der Schere herum in eine steile Mulde, die in wenigen Kehren hinafuführt auf das anfangs flache Ködnitzkees. Über dieses rechts haltend hinauf, bis es in seinem nordöstlichen Winkel deutlich steiler wird. Links des Sporns, der von der Adlersruhe herabzieht über die zum Schluß knapp 40 Grad steile Flanke hinauf, bis man nach rechts auf einem Band hinausqueren kann zum Fuß des Glocknerleitls. Über den Osthang mit Ski oder bei Vereisung mit Steigeisen hinauf zum Beginn einer steilen Rinnne. Spätestens hier sollte man sein Skidepot einrichten und auf Steigeisen umrüsten. Durch die Rinne hinauf zu einer kleinen Scharte und rechts entlang des luftigen Grats auf den Kleinglockner. An einem Fixseil wenige Meter hinab in die Glocknerscharte und jenseits über griffige Felsen (1. - 2. Schwierigkeitsgrad) hinauf auf den Gipfel des Großglockners.

Stau am Großglockner

 

Abfahrt: Nach dem Rückweg zum Skidepot kann man auf dem Anstiegsweg natürlich hinab zur Stüdlhütte oder direkt zum Luknerhaus abfahren. Für die Glockner-Umfahrung oder den Rückweg nach Ferleiten folgt jedoch die Abfahrt über das Hoffmannskees:
Vom Skidepot nach Osten immer im rechten Teil des Gletschers hinab bis zu einer Höhe von etwa 3000 m. Hier orientiert man sich langsam wieder mehr nach links und umfährt eine Felsinsel links hinab in ein flaches Gletscherbecken (ca. 2700 m). Dieses bricht nach unten in einer mittelsteilen, schmalen Rinne ab. Die Einfahrt in diese Rinne ist kurzzeitig etwas steiler (ca. 40 Grad) - anschliessend gehts über mehrere Stufen hinab auf die Pasterze. Für die Glocknerumfahrung steigt man hier wieder nach links auf.

Abfahrt übers Hoffmannskees - im Hintergrund der Großglockner

Weiterweg über die Pfandlscharte nach Ferleiten:
Auf der Pasterze fährt man hinab bis zum Gletscherende in den Unteren Pasterzenboden. Den Moränenwall, kann man entweder rechts umgehen oder geradeaus drübergehen. Nun zieht links eine breite Mulde hinauf zum Hohen Sattel und dem Parkplatz eines (geschlossenen) Wirtshauses (ca. 500 m östl. vom großen Parkhaus). Sollte die Südflanke bereits schneefrei sein, steigt man besser über den Sommerweg zum Parkhaus auf und wandert entlang der Straße zu dem erwähnten Gebäude abwärts. Nun durch die Galerie der Straße hinab zur Kehre beim Naßfeld-Speicher. Über den See nach Südosten an einen steilen Hang, der rechts der Gämsöfen hinaufführt zu einer schönen Mulde und durch diese zu einem See. Östlich des Sees nach links hinauf in die markante Untere Pfandlscharte. Die Abfahrt bietet im ersten Teil kaum Orientierungsschwierigkeiten - durch ein enges Kar gehts in mehreren Stufen hinab bis auf eine Höhe von etwa 1900 m. Nun quert man links haltend einige steile Hänge und fährt hinab in den Unteren Pfandlboden und zur Trauneralm. Hier beginnt ein Fahrweg, der uns je nach Schneelage mehr oder weniger flott hinabbringt in den Talboden etwa 4 km hinter Ferleiten. Mit Ski, deponiertem Bike oder zu Fuß gehts nun flach hinaus zur Mautstelle der Glocknerstraße.

Karte: AV-Karte Nr. 40

Aktuelle Infos: Skitourenverhältnisse Hohe Tauern

Die letzten Meter zur Pfandlscharte