Skitour Hohe Tauern
Großvenediger von Neukirchen
Lange, landschaftlich eindrucksvolle Gletscherskitour auf einen der markantesten Berge der Hohen Tauern

Gebiet: Hohe Tauern, Venedigergruppe
Der Großvenediger gehört zu den Traum-Skibergen unzähliger Tourengeher. Bei vielen Hochwinter-Skitouren in den Bayerischen Alpen, im Karwendel und vor allem in den Kitzbühlern beherrscht seine markante Gestalt die Gipfelpanoramen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich während des Tourenwinters so nach und nach der Wunsch verfestigt zum Abschluss der Saison auf sein Haupt steigen zu wollen. Der natürlichste Zugang für die Skitouristen nördlich des Alpenhauptkammes erfolgt von Neukirchen über das Obersulzbachtal. Dieses landschaftlich herrliche Tal ist zwar berüchtigt für seinen langen Zustieg, dafür wartet aber hinten im Talschluss mit der Kürsinger Hütte ein hervorragender Tourenstützpunkt, der neben dem alles beherrschenden Venediger noch genügend Tourenmöglichkeiten für einen längeren Aufenthalt bietet. Weitere Aufstiegsmöglichkeiten gibt es von Süden über das Defreggerhaus oder von Südosten über die Neue Prager Hütte.
Exposition: |
N, W |
Höhenmeter: |
2400 |
Aufstiegszeit: |
2 Tage |
Skitechnische Schwierigkeit: |
mittel |
Lawinengefährdung: |
öfter |
Sonstige Schwierigkeiten: |
Gletschererfahrung nötig |
Ausgangspunkt: Parkplatz Hopffeldboden im Obersulzbachtal (ca. 1200 m), im Hochwinter wenn die Straße noch geschlossen ist evtl. auch in Neukirchen am Ghf. Siggen.

Hüttenzustieg: Ein eigenständiger Tourentag wird meist bereits für den Hüttenzustieg fällig, sind es vom Fahrverbot am Hopffeldboden doch 1400 Höhenmeter und etwa 14 Kilometer, die in langen 4 bis 6 Stunden Anstieg bewältigt werden müssen. Der Anstieg ist an mehreren Stellen von großen Lawinenstrichen bedroht und vor allem wer am Nachmittag aufsteigt, sollte sich sicher sein, dass an diesem Tag keine Lawinenabgänge aus den steilen Westflanken drohen. Während der Großteil des Anstiegs entlang der Fahrtstraße verläuft und daher kaum zu verfehlen ist, holt man ab Beginn des Obersulzbachgletschers in weitem Bogen nach Osten aus, um über flacheres Gelände nach links zu dem Rücken bis auf etwa 2.600 m aufzusteigen, um dann die letzten Meter zur Hütte hinabzufahren.
Im Frühjahr verkehrt ein Taxidienst bis zur Postalm, später sogar bis zur Talstation Materialseilbahn auf 2000m, so dass man sich den langen Hatscher mehr oder weniger stark verkürzen kann. Von der Postalm rechnet man noch 2,5 bis 3 Stunden, von der Seilbahnstation knapp 2 Stunden für den Hüttenaufstieg. Die Postalm ist zur Skitourensaison ebenfalls bewirtschaftet und kann für einen Teil des Tourengebiets ebenfalls als Stützpunkt dienen.

Gipfelanstieg: Von der Kürsinger Hütte müssen wir auf das Obersulzbachkees gelangen: Entweder auf dem Hüttenzustieg zuerst einige Meter nach Osten aufsteigen und dann in fallender Schrägfahrt nach Osten hinab auf den Gletscher. Sollte die Spaltenzone im Bereich 2.700 m schlecht eingeschneit sein, kann man auch entlang des Sommerwegs an der Südwestflanke über dem Gletscher queren, wofür aber bei verharschtem Schnee sicheres Gehen mit Harscheisen Voraussetzung ist. Auf dem Gletscher angelangt folgt man diesem ohne Schwierigkeiten (aber Achtung auf Spalten - angeseiltes Gehen empfehlenswert) ungefähr in seiner Mitte bis unter die Venedigerscharte. Ein etwas steilerer Hang leitet nun hinauf in den weitläufigen Sattel und über die mässig steile Südostflanke geht’s hinauf zum Vorgipfel. Der Übergang am kurzen Grat zum Gipfelkreuz kann je nach Verhältnissen manchmal sehr schmal und luftig sein.
Stützpunkte:
Kürsinger Hütte - große Alpenvereinshütte, die auch einen längeren Aufenthalt lohnt
Postalm - gemütliche Privathütte die jedoch weit unten im Tal liegt wodurch der Gipfelanstieg sehr lang wird (=> Hüttenhomepage)
Karte: Alpenvereinskarte Nr. 36 - Venedigergruppe 1:25.000
Aktuelle Infos: Skitourenverhältnisse Venedigergruppe