Sportklettern rund um Rosenheim

Die Weigend Wall bei Nussdorf am Heuberg

Abendliche Lichtspiele an der Weigend

Diese sehr schöne Wand am Heuberg wurde von Christian Weigend entdeckt und zum größten Teil von ihm erschlossen. Die sehr abwechslungsreichen Routen sind vor allem technisch anspruchsvoll und in den Schwierigkeitsgraden 6 bis 10- angesiedelt. Aufgrund der schnellen Erreichbarkeit und der schattigen Lage im Wald ein ideales Trainingsgebiet für lange Sommernachmittage. Derzeit gehört die Weigend-Wall mit Sicherheit zu den lohnendsten Sportklettergebieten im Landkreis. Es handelt sich dabei um die Sichtschutzwand des Steinbruchs - die auf ihrer Nordseite eine ca. 200 m breite und bis zu 30 m hohe Natur-Felswand aufweist.

Achtung - Kletterverbot (Stand Mai 2009)

Aufgrund eines Bescheids des Gewerbeaufsichtsamtes München an den Grundstückseigentümer und Betreiber des Steinbruchs - die Zementwerke Rohrdorf - vom 01.09.2003 ist das Klettern an der Weigendwall offiziell verboten. Die Begründung für dieses Verbot liegt im Vollzug des Sprenngstoffgesetzes, das einen Abstand vom Sprengbereich von 300 m vorschreibt, den werksfremde Personen einhalten müssen. Entsprechende Schilder stehen unten am Beginn der Steinbruchstraße und oben an der oberen Kehre.

Der Hintergrund ist natürlich in erster Linie ein haftungsrechtlicher, da nie 100%ig ausgeschlossen werden kann, dass im Falle eines Steinschlags sich dieser evtl. durch Erschütterungen aufgrund von Sprengungen gelöst hat. Da auf der unmittelbaren Rückseite der Sichtschutzwand nicht mehr gesprengt wird, ist das Lösen von Gestein an der Weigend-Wall verursacht durch Sprengungen zwar recht unwahrscheinlich. Noch unwahrscheinlicher ist das spontane Abgehen von Gestein. Beides ist aber natürlich nie ausgeschlossen, wie an jeder anderen Felswand in der Natur halt auch. Für Kletterer wird es immer ein gewisses Risiko bezüglich Steinschlag geben - das ist in manchen Gebieten gering, in anderen Gebieten hoch, an der Weigend-Wall liegt es irgendwo dazwischen, aber sicher eher im niedrigeren Level, wie alle bezeugen können, die dort seit vielen Jahren klettern.

Bisher war es so, dass von Seiten der Steinbruchbetreiber mit den Verbotsschildern ihre haftungsrechtliche Verpflichtung wohl abgedeckt war und solange sie nichts davon wissen, dass geklettert wird ist es jedem sein persönliches Risiko. Ich habe versucht, mit den Steinbruchbetreibern eine offizielle Regelung zu finden, die das Klettern dort (zumindest ausserhalb der Betriebszeiten) erlaubt, allerdings verhindert dies das Gewerbeaufsichtsamt, die weiterhin ohne zeitliche Ausnahme auf dem Verbot bestehen. Somit bleibt das ganze vorerst weiter illegal und so lange kein Kläger, so lange auch kein Richter.

Das Hauptproblem ist allerdings der örtliche Jäger, der glaubt, seine persönlichen Unzulänglichkeiten an den Kletterern auslassen zu müssen. Nachdem es anfangs bei verbalen Anfeindungen blieb, die man mit etwas Hartnäckigkeit ignorieren konnte, jagt er in letzter Zeit desöfteren arme Polizisten hinauf an die Wand, die dann die genauso armen Kletterer aufschreiben mussten. Dabei handelt es sich erstmal um eine Feststellung des Sachverhalts, mit einer Anzeige hat das noch nix zu tun - das könnte der Jäger auch garnicht machen, sondern muss der Grundbesitzer tun. Nachdem der Jäger damit wohl zu wenig Erfolg hatte, hat er jetzt zu drastischeren Maßnahmen gegriffen (beweisen kann man es ihm zwar nicht, aber wer sollte sich sonst die Mühe machen?):


Das schöne Bankerl an der Weigendwall wurde mit der Motorsäge zerstört (ca. 18.5.09)

Mittlerweile wurde die Bank allerdings wieder zusammengenagelt...

Wer also an die Weigendwall zum Klettern geht, sollte sich bewusst sein, dass es verboten ist, und dass er möglichst wenig Aufmerksamkeit und Ärger erregt, um die Situation dort nicht noch weiter zu verschlechtern. Wenn das nächste Mal die Polizei auftaucht, dann könnt ihr die Beamten bei dieser Gelegenheit auch gleich auf die Sachbeschädigung aufmerksam machen...

Zustieg

Für die Hauptwand empfielt es sich direkt aus Nussdorf aufzusteigen. Hier parkt man am besten im Wieswinklweg, ganz am Südost-Ende des Ortes, folgt dem Feldweg über die Wiese und der Ausschilderung Heuberg/Bichleralm. Vom Bichleralm-Steig kann man nach den ersten Serpentinen des Weges bei einem Steinmann auf einem Steiglein rechts zur Forststrasse aufsteigen. Auf dieser nochmal bis zur nächsten Kehre aufwärts (hier steht nochmal ein Kletter-Verbotsschild!). Nun nach rechts auf Steigspuren waagrecht queren bis zur Wand, die man etwa bei der Route Bazooka-Joe erreicht, ca. 20 min von Nußdorf.

Kletterführer Out of RosenheimIn nebenstehendem Kletterführer ist die Weigend Wall ausführlich beschrieben, wozu es auf dieser Seite bei Bedarf Updates und Berichtigungen gibt.

Updates und Berichtigungen (von links oben nach rechts unten):

Sektor 1 - Linker Teil:

20a) Häschentrail 8+ (Flo Burggraf, 1. RP: Erich Weißsteiner 2009)
Fiese Boulderstelle

20b) Family Affair 6 (Flo Burggraf 2009)
Leider noch sehr dreckige und etwas brüchige Route - müsste mal gscheit ausgeräumt werden.

Sektor 2: Hauptsektor

12) Rest in peace 10+/11- (Schwierigkeitsvorschlag), Bruno Vacka am 09.06.2009

Zwei schwere Boulder im unteren Drittel - allerdings handelt es sich lt. Bruno nicht wirklich um eine herausragend schöne Kletterei - dürfte aber derzeit das mit Abstand schwierigste auf der bayerischen Seite des Inntals sein.

Kurze Anekdote zur Namensgebung von Bruno:

"Letztes Jahr saßen wir nach einem tollen Klettertag zu Dritt am Wandfuß. Plötzlich raschelte es über uns. Sofort gingen wir in Deckung, aber anstatt eines Steines, schlug plötzlich ein ausgewachsener Fuchs einen halben Meter neben uns ein - Rest in Peace lieber Fuchs - !"

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