Markus Stadler

Schneelage Wilder Kaiser Südseite, Rote-Rinne-Scharte

13.03.2017 Tourenverhältnisse Kaisergebirge erstellt von Markus

Perfekte Firnbedingungen auf der Südseite des Kaisergebirges.


Traumtag beim Aufstieg zur Gruttenhütte

Der traumhafte Morgen musste heute nochmal genutzt werden, bevor ich mich in die Arbeitswoche stürze. Daher sind wir am Vormittag von der Wochenbrunner Alm zur Rote-Rinne-Scharte aufgestiegen.

Am Sommerweg trägt man am besten erstmal knapp 10 Minuten, da immer wieder einzelne apere Stellen im Wald zu überqueren sind. Danach durchgehende Schneedecke, wobei aber am Wochenende anscheinend viele Fußgänger zur Gruttenhütte gestapft sind - vermutlich weil sie südseitig mit weniger Schnee gerechnet hatten. Entsprechend perforiert ist der unmittelbare Bereich des Sommerwegs. Der Aufstieg zur Grutten war noch bockhart, für sichere Geher gings aber gut ohne Harscheisen. Danach ostseitig bereits erste Auffirnungstendenzen (gegen 9.30).


Im Hochgrubachkar.

Die glatte, bockharte südwestseitig ansteigende Querung ins Hochgrubachkar haben wir uns gespart (um keine Harscheisen montieren zu müssen) sondern sind entspannt in Richtung Gruttenköpfl aufgestiegen und dann 20 Hm fallend ins Kar gequert. Der Schlusshang hatte um 10 bereits 2-4 cm aufgefirnt und war entspannt zum Aufsteigen. Nur die letzten Meter war links im Schatten lockerer Graupelschnee und rechts im Firn musste man sauber hintreten um nicht seitlich abzurutschen. Das war etwas mühsam, daher haben wir die letzten 30 Hm die Ski in die Scharte hinauf getragen.


Abfahrt von der Rote-Rinne-Scharte.

Nach gemütlicher Brotzeit in der Sonne starteten wir gegen 10.45 die Abfahrt. Schon in der Rinne ging es gut, wobei dort noch (weiche) oberflächliche Bollen lagen, die bei jedem Schwung im obersten Steilstück hinabkullerten. Wo sich die Rinne öffnet dann auf der rechten Seite perfekter, 4 cm tiefer Butterfirn. Im flacheren Teil unterhalb war die Oberfläche noch glatter und gerade mal 2 cm aufgefirnt - supergenial. In der Folge bis hinab zum Wald durchgehend tragender Firn. Wir sind diesmal ganz rechts am Rand der Schneise abgefahren, wo man auf rund 50 Höhenmeter durch enges Buchengestrüpp hinabsuchen muss zum "magischen" Ellmauer Steinkreis. Von dort links auf der Forststraße abwärts, ein Stück abschnallen, dann nochmal hinabrutschen zum tiefsten Punkt und 5 Minuten leicht aufwärts zum Parkplatz zurück tragen.


Besser gehts ned - der Osthang ins Hochgrubachkar.

Die meisten Tourengeher starteten heute in Richtung Ellmauer Tor. Dorthin kann man vom Parkplatz weg mit Ski aufsteigen und es sah ebenfalls nach guten Firnbedingungen aus. Aus dem linken Seitenkar ist letzte Woche offensichtlich eine große Lawine ins Kar abgegangen.

Skitourenführer Bayerische Alpen

Skitourenführer Bayerische Alpen von Markus Stadler. Er umfaßt 140 Touren im Gebiet zwischen Tegernsee und Berchtesgaden. [weiter...]