Markus Stadler

Klettern out of Rosenheim

Die Biber in Brannenburg

Konglomeratklettern im Inntal

Sonnige Kletterei im Frühling am Biber-Nagelfluh
Sonnige Kletterei im Frühling am Biber-Nagelfluh

Die Biber ist der bewaldete Hügel zwischen Brannenburg und Flintsbach, an dessen Ostseite einige große Steinbrüche klaffen. Das besondere an der Biber ist sein Fels, der aus dem für unsere Gegend untypischen Nagelfluh besteht. An der Südseite finden sich einige bis zu 20 m hohe Felswände, an denen schon seit vielen Jahren geklettert wird, allerdings nur von wenigen Locals. Besonders beliebt war die Biber früher zum Bouldern, was sich aber mit der Zerstörung der Höhle im Herbst 2008 geändert hat, da nun nur noch senkrechtes Gelände zum Bouldern zur Verfügung steht. Dafür wurden die bisherigen Routen und Toprope-Linien saniert und im Zuge einer großangelegten Putzaktion von der Gemeinde Bäume und Sträucher aus der Wand geschnitten. Es stehen jetzt gut 10 abgesicherte Routen im Schwierigkeitsgrad 5 - 8 zur Verfügung.

Ein historisches Bild - Bouldern in der zugemauerten Höhle an der Biber
Ein historisches Bild - Bouldern in der zugemauerten Höhle an der Biber

In den Routen erfordern aber vor allem im Frühjahr stellenweise etwas Putzarbeit, so dass eine kleine Bürste nicht schaden kann. Damit wir diesen kleinen aber feinen Klettergarten weiterhin nutzen können, haltet bitte folgende Regeln ein, die mit der Gemeinde, den Grundstückseigentümern und dem Pächter des Festplatzes vereinbart wurden:

- Nicht geklettert werden darf:

  • an dem kleinen Wandl am Wanderweg hinab nach Süden - rechts der großen Buche (Verbotsschild).
  • An der Wand über dem Blechdach hinter dem Holzschuppen
  • An der brüchigen Wand rechts vom Holzschuppen (links der Route "Dach (8-/8)")

- Es dürfen keine Topropes mehr an Bäumen oder sonstigen Verankerungen oberhalb der Wand eingerichtet werden - auch der Ausstieg aus den Routen über die Umlenkketten hinaus sollte unterlassen werden (damit werden Steine und Dreck auf die darunter befindlichen Routen abgetreten!). Der Felskopf darf nicht mehr betreten werden (Verbotsschilder vom Landratsamt!).

- bitte haltet den Wandfuß und den Waldfestplatz sauber und nehmt sämtlichen Müll (auch Zigarettenkippen!!!) wieder mit.

- da sich oberhalb der Wand die Wallfahrtskirche St. Magdalena und der Kreuzweg befinden solltet ihr Euch angemessen ruhig verhalten.

- zu Eurer eigenen Sicherheit solltet ihr einen Helm verwenden (der ein oder andere Kiesel bricht schon mal raus).

Claudio auf der Suche nach dem nächsten Griff.
Claudio auf der Suche nach dem nächsten Griff.

Und noch eine Bitte: Es stehen am Wandfuß viele Bäume, die sich für Slacklines eignen. Wer sein Gleichgewicht schulen möchte sollte daher diese Gelegenheit nutzen und nicht auf den Holzgeländern balancieren, weil dadurch bereits mehrere beschädigt wurden, was den Grundstückspächter des Festplatzes (Trachtenverein) verständlicherweise nicht freut.

Zugang: Parkplatz bei der Veramed-Klinik unterhalb vom Steinbruch Grad. Der Steinbruchstraße folgend gerade hinauf zum großen Platz, an dem auch die traditionellen Biber-Feste abgehalten werden.

Kletterführer:

Kletterführer Bayerische Alpen, Band 2 - Out of Rosenheim und KufsteinDer Kletterführer Bayerische Alpen, Band 2 beschreibt die Kletterrouten an der Biber ausführlich.

Wer einen Fehler entdeckt oder eine neue Route begangen oder eingebohrt hat, ein Projekt klettern konnte oder einen anderen Hinweis für den Autor oder die Leser des Buches hat, schickt mir am besten eine E-Mail.

Diese Neuigkeiten, Korrekturen und sonstige Infos die im Führer keinen Platz hatten, werden im Folgenden beschrieben.

Updates, Berichtigungen und Ergänzungen:

Seite 108:

Nach der Begehung von zwei Trad-Routen und einer Bewertungskorrektur hier nochmal die vollständige Routenliste von links nach rechts:

  • Westwand (Linke Route) 7-/7  12 m
    Nette Boulderstelle an Löchern nach dem ersten Haken, der zweite Haken ist aber erst sinnvoll zu klippen wenn man den Henkel darüber hat, vorher fallen könnte weh tun.
  • Pfannkuchenverschneidung 6 15 m,
    Schöne Trad-Route durch die Rissverschneidung, die mit Stoppern und Cams 1-3 gut selbst abgesichert werden kann. Ein Normalhaken am Anfang und Umlenkschlinge mit Karabiner oben am Baum. Geputzt und evtl. erstbegangen von Sebastian Dehler, Wast Ebert 2015. Bitte als Clean-Route belassen!
  • Faultierriss 6+ 15 m
    Steile Risskletterei, unten Fingerriss - oben Rissverschneidung. Mit Stopper und Cams 1-3 selbst abzusichern, Umlenkung oben an Baum mit Schlinge. Bissl nachputzen würde nicht schaden. Evtl. erstbegangen von Sebastian Dehler, Wast Ebert 2015, bitte als Clean-Route belassen!
  • ? ("mittlere Route lt. Führer) 8-, 15 m
    Tolle, steile Lochkletterei a la Frankenjura mit schwerem Einstiegsboulder. Gut mit Bühlern abgesichert, nur der erste Haken ist für kleinere Kletterer etwas hoch. Etwas leichter als im Führer (8) angegeben, eher 8-.
  • ? (rechte Route) 7 12 m

Seite 109:

Links von Route Nr. 6 wurden zwei Schwerlastanker im Boulderbereich gesetzt. Hallo Leute lasst das doch bitte mit den Schwerlastankern an der Biber, der Fels ist zu inhomogen zusammengesetzt (eher wie rissiger Beton) als dass man die Haltekraft dieses Hakentyps sicher einschätzen könnte. Außerdem ist vereinbart, links vom Bouldereck keine weiteren Haken zu setzen, da der Grundstückseigentümer (Kirche) damit nicht einverstanden ist oder zumindest war.

Route Nr. 11: Hat zwei neue Bohrhaken (Schwerlastanker) bekommen, wodurch sie sich jetzt entspannt ohne größere Flugstrecken klettern lässt. Allerdings ohne Gewähr für die Haltekraft der Haken - beim oberen dreht sich zumindest die Lasche.

Route Nr. 12: Bewertungskorrektur auf glatt 6