Markus Stadler

Familienwanderung

Hüttenrundtour im Wilden Kaiser

Drei oder viertägige Wanderung von Kufstein ins Kaisertal


Am ersten Tag bietet ein Aussichtspunkt beim Weinbergerhaus eine gemütliche Bank und einen schönen Blick auf den Zahmen Kaiser.

Diese viertägige Hüttenwanderung im Wilden Kaiser ist eine abwechslungsreiche Rundtour ab Kufstein, die man mit motivierten und geländegängigen Kindern ab 4 bis 6 Jahren durchführen kann. Die Eltern sollten allerdings Bergerfahrung haben, da am Bettlersteig einige Stellen etwas Vorsicht verlangen. Wir waren bei unserer Tour zwei Familien mit je zwei Kindern im Alter von 4,5 Jahren und 1,5 Jahren. Dabei wurden die Kleinen von den Müttern getragen (Stofftrage, bzw. Kraxe), die beiden größeren gingen selber. Die Väter trugen in großen Rucksäcken das Familiengepäck, die beiden größeren Mädels hatten jeweils einen Kinderrucksack (solche gibt es zum Beispiel hier) mit Jacke, Trinkflasche und Motivationsverpflegung (Gummibären, Fruchtriegel etc.).


Auch die kleine Amira mochte immer wiede selber wandern.

Ausgangspunkt: Bahnhof Kufstein oder Parkplätze am Kaiserlift bzw. beim Motorikpark in Kufstein (500 m) an der Pienzenauer Straße. Alternativ kann man auch mit dem Auto bis zum Ghf. Hinterdux (750 m) hinauffahren.

1. Tag: Kufstein - Weinbergerhaus

Theoretisch kann man bis wenige Meter vor die Hütte mit dem Kaiserlift fahren, was aber nicht der Sinn einer Wanderung ist. Wem die gesamte Strecke von Kufstein zu weit ist, kann nur eine Sektion der Bahn nutzen, die Mittelstation befindet sich an der Duxer Alm (allerdings ist diese Etappe dann kein echter Test für Tag 2!). Auch eine Auffahrt mit dem PKW bis zum Hinterduxer Hof ist möglich, was gut eine Stunde Fußmarsch spart. Von dort folgt man meist breiten Wanderwegen oder Forststraßen über die Duxeralm zum Brentenjoch und zur Hütte (insgesamt 500 Höhenmeter). Wer sich den ganzen Tag Zeit lassen will und schon etwas fittere Kinder hat, beginnt am besten direkt in Kufstein.

Hier hält die Stadt noch ein kleines Schmankerl für Groß und Klein bereit. Direkt am Südostrand des Ortes in der Pienzenauer Straße befindet sich ein toller Motorikpark mit sehr vielen Stationen und Geräten, wo man durchaus die erste große Pause nach der Anfahrt und dem Anmarsch vom Bahnhof (ca. 20 Min.) einlegen kann. Wenig nördlich des Parks an der Mündung des Kienbachs beginnt ein Wanderweg, der in steilen Kehren hinaufführt zum Hinterduxer Hof.


Stofftragen sind eine bequeme und leichter Alternative zur Kraxe - hier kurz vorm Weinbergerhaus

Gehzeiten mit Kindern (enthalten kurze Trink- oder Erkundungspausen):

  • Bahnhof - Motorikpark oder Kaiserlift 20-30 Min.
  • Ortsrand - Ghf. Hinterdux 1 - 1,5 h
  • Ghf. Hinterdux - Duxer Alm 0,5 h
  • Duxer Alm - Weinbergerhaus 1,5 - 2 h

2. Tag: Weinbergerhaus - Hinterbärenbad (Anton-Karg-Haus)

Dies ist sicherlich die Königsetappe der Tour, der Vortag sollte also noch nicht das Limit der Kinder gewesen sein. Vom Weinbergerhaus steigt man kurz hinab zum Brentenjoch, um dann jenseits über den schönen Waldrücken auf den Gamskogel zu steigen. Vom Gipfel führt der Weg nun nach Süden hinab und an den Almhängen von Taxköpfel und Brandkogel entlang in den Bettlersattel. Von hier führen steile Treppenstufen (Vorsicht, einige kurze absturzgefährdete Stellen, an denen die Kinder unbedingt geführt werden sollten) hinab in den Straßwalchgraben. An einer idyllischen Jagdhütte vorbei geht es das Kaisertal hinein (es folgen weitere Gräben, mit kurzen etwas schwierigeren Wegstellen) zum Anton-Karg-Haus.


Am Bettlersteig warten auch einige etwas exponiertere Passagen.

Gehzeiten mit Kindern:

  • Weinbergerhaus - Gamskogel 1,5 - 2 h
  • Gamskogel - Bettlersattel 1 bis 1,5 h
  • Bettlersattel - Straßwalch-Jagdhütte 1,5 bis 2 h
  • Jagdhütte - Anton-Karg-Haus 1 bis 1,5 h

Im Kaisertal emfpfiehlt es sich, nach den beiden Tagen einen "Ruhetag" einzulegen. Am Anton-Karg-Haus gibt es Esel, Spielmöglichkeiten, einen Bach und einen Kletterblock. Auch das nette Hans-Berger-Haus ist nicht weit (mit Kindern 30 - 45 Min).

3. oder 4. Tag: Hinterbärenbad - Kufstein

Der Abschlusstag ist wieder etwas entspannter. Man wandert anfangs am Bach entlang talauswärts bis zur Klause (hier den Weg durch die Tunnels nehmen, der ist deutlich kürzer) und dann hoch über der Schlucht des Sparchenbaches hinaus zum Pfandlhof. Nun folgt man der Straße noch am Zottenhof und Kaisertaltunnel vorbei in Richtung Sparchen, bis links ein Weg abzweigt (Tischoferhöhle). In steilen Kehren führt der Steig nun hinab in Richtung Bach. Nach gut der Hälfte kann man rechts einen Abstecher in die große Tischoferhöhle machen, wo bei Ausgrabungen u.a. viele Skelette von Höhlenbären entdeckt wurden. Danach steigt man weiter hinab zu einer Brücke über den Bach und jenseits kurz aufwärts. Der Weg kommt danach bald zur Theaterhütte - wenige Meter vorher befindet sich ein großer, schöner Spielplatz. Von der Theaterhütte führen nun mehrere Wege hinab nach Kufstein - entweder direkt zum Parkplatz am Kaiserlift oder links haltend und am Waldrand entlang zum Motoriklehrpfad.


Die Tischoferhöhle bietet einen spektakulären Abstecher.

Gehzeiten mit Kindern:

  • Hinterbärenbad - Pfandlhof 2 bis 2,5 h
  • Pfandlhof - Zottenhof 30 - 45 Min.
  • Zottenhof - Tischoferhöhle 15 Min.
  • Tischoferhöhle - Theaterhütte 30 - 45 Min.
  • Theaterhütte - Parkplatz Kaiserlift 15 Min.

Allgemeine Infos

Schwierigkeit: leichte bis mittelschwierige Bergwege (Wegkategorie blau und rot), einige kurze etwas exponierte Stellen, an denen ein Absturz möglich ist, hier sollten die Kinder von den Eltern geführt werden). Die Tagesetappen sind für Kinder teils recht lang und erfordern gutes Zeit- und Pausenmanagement.
Alter: für Kinder ab etwa (4) 5-6 Jahren geeignet, die allerdings motiviert sein sollten und Bergwandererfahrung haben sollten.
Karte: Alpenvereinskarte Nr. 8, Kaisergebirge (1:25.000)
Übernachtung: Weinbergerhaus, Anton-Karg-Haus (Alpenverein), alternativ Hans-Berger-Haus (Naturfreunde).