Markus Stadler

Stützpunkt Kaisergebirge

Anton-Karg-Haus (Hinterbärenbad)

Im hintersten Kaisertal steht dieses traditionsreiche Haus der ÖAV-Sektion Kufstein. Es war in der Ur-Zeit des Kaiserkletterns - als die einzige Anreisemöglichkeit die mit dem Zug nach Kufstein war - das Einfallstor der Bergsteiger in den Wilden Kaiser. Damals wie heute ist das Anton-Karg-Haus noch ein klassischer Bergsteigerstützpunkt. Tagesausflüger kommen zwar auch hierhier - das Gros derer bleibt jedoch bereits deutlich früher an den attraktiven Einkehrmöglichkeiten von Veitenhof und Pfandlhöfen hängen. So sind hier die Wanderer und Kletterer zum großen Teil unter sich.

Das Anton-Karg-Haus in Hinterbärenbad im Wilden Kaiser - überragt von Kleiner Halt und Totenkirchl
Das Anton-Karg-Haus in Hinterbärenbad - überragt von Kleiner Halt und Totenkirchl

Eigentümer: ÖAV-Sektion Kufstein

Pächter: Anita und Albin Kraisser

Kontakt: Tel. 0043 (0) 5372/62578

Bewirtschaftung: Das Anton-Karg-Haus wird von 1. Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet - im Winter steht ein Winterraum zur Verfügung, für den man sich jedoch einen Schlüssel bei der ÖAV-Sektion Kufstein in deren Geschäftstelle organisieren muss.

Anfahrt

Kufstein ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Bahnstrecke Rosenheim-Innsbruck als auch mit dem Kfz über die Inntalautobahn problemlos zu erreichen. Den Ausgangspunkt am Kaisertalparkplatz erwandert man vom Bahnhof in etwa 20-30 Minuten. Mit dem Auto verlässt man die Autobahn in Kufstein-Nord, biegt am Kreisel links (Richtung Ebbs) ab, bis nach etwa 400m rechts eine Straße abzweigt, die direkt dorthin führt.

In einem extra eingerichtetem Kämmerchen finden sich historisch Bilder und Bücher zum Anton-Karg-Haus
In einem extra eingerichtetem Kämmerchen finden sich historisch Bilder und Bücher zum Anton-Karg-Haus

Zustieg

  • Zustieg von Kufstein (2 - 2,5 h): Vom Kaisertalparkplatz führt der breite Weg die berühmte Kaisertaltreppe in vielen Stufen hinauf zur Fahrstraße, die über den Veitenhof taleinwärts zu den Pfandlhöfen führt. Kurz dahinter gabelt sich der Weg - wer den direkten Zustieg wählt, bleibt rechts, wer 15-30 Minuten mehr Zeit hat sollte sich links halten. So erreicht er in Kürze die berühmte Antoniuskapelle, wohl das bekannteste Fotomotiv des Kaisergebirges. Über den Hinterkaiserhof führt der Weg dann wieder hinab zur Fahrstraße und zum Anton-Karg-Haus in Hinterbärenbad. Von hier wandert man noch etwa 20 Minuten taleinwärts zum Hans-Berger-Haus.

Übergänge

Für Hüttenwanderer bieten sich mehrere lohnende Weiterwege an:

  • Zum Stripsenjochhaus in knapp eineinhalb Stunden unschwierig nach Osten.
  • zur Vorderkaiserfeldenhütte: Über den Verbindungsweg ins Bärental und nach links auf schönem Wanderweg zur Vorderkaiserfeldenhütte (ca. 2 - 3 h, unschwierige Bergwanderung)
  • zur Kaindlhütte über den Bettlersteig, der auf der linken Seite des Kaisertales eine Übergangsmöglichkeit über den Bettlersattel zur Kaindlhütte anbietet. (ca. 2 - 3 h - einfache bis mittelschwierige Wanderung).
  • zur Gaudeamushütte: Aufstieg zum Stripsenjoch, dann über Eggersteig, Steinerne Rinne und Ellmauer Tor, Schwierigkeit: mittel - Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich - ca. 5 Stunden
  • zur Gruttenhütte über das Kopftörl oder die Rote-Rinne-Scharte: Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll - Trittsicherheit in steilem Geröll und Schwindelfreiheit erforderlich - ca. 4 Stunden
  • Zur Wegscheidalm über den Gürtlersteig, das Sonneck und den Wiesbergsteig (mittelschwierige Bergtour, ca. 5 Stunden).

Das wildromantische Bärental
Das wildromantische Bärental

Gipfelanstiege

  • Stripsenkopf (1807 m) - einfache Wanderung auf einen schönen Aussichtsberg, 1,5 - 2 Std. Entweder übers Stripsenjoch, oder über den Feldalmsattel (der Weg beginnt gleich jenseits der Brücke). Vom Feldalmsattel nach rechts richtung Stripsenjoch, bis zum Beginn des Stripsenkopf-Westgrates, über diesen auf steilem, aber gut markiertem Weg zum Gipfel.
  • Pyramidenspitze (1999 m) - über Kaiserquelle und Öchselweidkar. Unschwierig aber anstrengend. Insgesamt ca. 1300 Hm, Aufstieg ca. 3 - 4 Stunden.
  • Ellmauer Halt (2344 m), Überschreitung: Anspruchsvolle Bergtour für trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger. Durch die Scharlinger Böden und über Kaiserschützensteig (mittelschwieriger Klettersteig) auf den Gipfel. Abstieg nach Süden in die Rote-Rinne-Scharte und wieder hinab in die Scharlinger Böden. (gesamt 5 - 7 Stunden)
  • Vordere Karlspitze (2260 m) und Hintere Karlspitze (2283 m): Aufstieg über Hohen Winkel anspruchsvolle alpine Bergtour (Kletterstellen im 1. und 2. Schwierigkeitsgrad, steile Grasschrofen - nur für erfahrene Bergsteiger) ca. 3 - 4 Stunden.
  • Sonneck (2260 m), Aufstieg über Gürtlersteig. Mittelschwierige Bergwanderung - ca. 3 - 4 Stunden.
  • Kleine Halt über die Scharlinger Böden und den unteren Teil des Kaiserschützensteigs (anspruchsvolle Bergwanderung, mittelschwieriger Klettersteig), ca. 3 Stunden.

Klettermöglichkeiten

Das Klettergebiet im Kaisertal gehört zu den ruhigeren Ecken im Wilden Kaiser. Auch wenn durch einige beliebte Routen in den letzten Jahren deutlich mehr Kletterer den Weg hierhier gefunden haben, ist man mit wenigen Ausnahmen meist alleine in den Routen. Der Charakter der Routen ist sehr unterschiedlich - nimmt man das Totenkirchl noch zum Tourengebiet dazu (was bei Zustiegen von rund 1 Stunde ohne Probleme möglich ist), dann ergibt sich eine Routenauswahl wie sie sonst im Kaiser kaum zu finden ist. Von der kurzen Sportkletterroute für unsicheres Wetter bis hin zur 30-Seillängen-Tour an der Kleinen Halt (Aquafresca + Via Aqua) ist alles geboten. An einem liebevoll geputzen und eingerichtetem Kletterblock in Hüttennähe findet sich darüberhinaus auch für Kurse und Kinder ein ideales Betätigungsfeld.

Tausend Meter über Hinterbärenbad in der Plattendirettisima
Tausend Meter über Hinterbärenbad in der Plattendirettisima

Skitouren

Als Skitourenziel ist die Hütte nur wenig bekannt, allerdings starten von hier zwei perfekte Frühjahrstouren. Da die Hütte erst Anfang Mai aufmacht ist sie jedoch als Stützpunkt nur nach schneereichen Wintern interessant, die beste Zeit für die Touren ist meist der April oder bereits eine lawinensichere Zeit im März. Der Aufstieg ins Kopftörl durch den Hohen Winkel folgt idealem Skigelände, nur die letzte Rinne zur Scharte ist deutlich steiler. Die Route zur Rote-Rinne-Scharte weist hingegen mehrere Passagen mit Neigungen über 35 Grad, bzw. sogar über 40 Grad im letzten Stück auf. Im Rahmen des sog. Kaiserexpress kommen häufiger Tourengeher nach Hinterbärenbad, üblicherweise wird jedoch diese Tour an selben Tag mit Aufstieg zur Pyramidenspitze und Abfahrt durchs Eggersgrin abgeschlossen.

Literatur