Markus Stadler

Buchbesprechung Alpinliteratur

Vermisst

Monika Trautners 2. Fall

Bergkrimi: Verraten - von Irmgard BraunTitel: Verraten - Monika Trautners 2. Fall

Autor: Irmgard Braun

Verlag: Bergverlag Rother

Seitenzahl: 232

Sprache: deutsch

Preis: 12,90 €

Für wen: Fans der Kategorie "Alpenkrimis" - der aber auch Nichtkletterer gefallen könnte.

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Rezension:

Monika Trautner ist eine kletternde "Miss Marple" die im Bergkrimi "Vermisst" ihren ersten Fall gelöst hat und dadurch auf den Geschmack gekommen ist. Sie wird nun von einer sterbenskranken Frau beauftragt, den Mord an deren Sohn zu untersuchen, da unter anderem Erbstreitigkeiten ein Motiv sein könnten. Allerdings wimmelt es nur so vor Verdächtigen und Motiven, so dass die Story ständig Haken schlägt, wie ein Kaninchen auf der Flucht.

Wer den ersten Trautner-Roman gelesen hat, wird sich vielleicht noch erinnern, dass die Genderproblematik ständig als Meta-Thema präsent war, worauf man(n) zumindest nicht allergisch reagieren durfte, um das Buch zu mögen. Im vorliegenden Folgeroman spielt es jedoch eine deutlich geringere Rolle, wenngleich dieses Herzensthema der Autorin Irmgard Braun gelegentlich durchscheint.

Der Fall ist insgesamt noch ewas trickreicher konstruiert als der erste, weshalb der Leser nie sicher sein kann, ob er mit seinem Verdacht richtig liegt. Die Charaktere fand ich in diesem Buch interessanter als im ersten Fall von Monika Trautner - sie sind lange nicht so klischeehaft, oft sogar recht vielschichtig.

Für hohen Wiedererkennungswert sorgen die Orte der Handlung. Immer wieder führt die Autorin den Leser zu den typischen Modebergen und beliebtesten Aufenthaltsorten der Münchner Bergsteiger- und Kletterzene wie die Kletterhalle Thalkirchen, das Brauneck, ins Frankenjura oder auf einer Skitour ins Spitzingseegebiet. Viel Liebe zum Detail und die perfekter Ortskenntnis von Irmgard Braun sorgen dafür, dass man sich als ebenfalls ortskundiger Bergsteiger sehr nah am Geschehen fühlt. Wer die Handlungsorte noch nicht kennt, kann sie sich nach der Lektüre des Buches ohne großen Aufwand ansehen und hat damit sogar noch die Chance auf einen schönen Bergtag.

Fazit: Wieder ein gut gemachter Bergkrimi von Irmgard Braun, der in erster Linie für Bergsteiger und Kletterer gemacht ist, allerdings auch alpin unbefleckten Zeitgenossen gefallen könnte.