Markus Stadler

Sportklettern Bayern

Rauhe Wand auf der Reiteralm

Plaisirklettern in der Nähe der Traunsteiner Hütte

Judith läßt sich von den tiefen Wasserrillen in
Judith läßt sich von den tiefen Wasserrillen in "Josef Feuerstein" (5 SL, 6-) begeistern, Foto: Fritz Amann

Was das Wildangerwandl im Wilden Kaiser ist, ist die Rauhe Wand in den Berchtesgadener Alpen. Hervorragend abgesicherte Routen in Top-Fels und das in den unteren und mittleren Schwierigkeitsgraden. Da möchte man meinen, hier wäre an schönen Wochenenden der Teufel los - ist aber nicht so. Nur wenige Kletterer schätzen bisher diese schattige Plaisir-Arena, was vermutlich an dem etwas längeren Zustieg liegt. Wer sich aber mal die Mühe gemacht hat, die zwei Stunden auf die Reiteralm zu steigen, den erwartet rauer, wasserzerfressener Fels vom Feinsten.

Übersichtbild über die Routen an der Rauhen Wand
Quelle: Homepage von Josef Brüderl

Erschließer: Fritz Amann, Josef Brüderl, Willi Maier, Tommi Reiter, Herbert Richter u.a. im Sommer 2005

Charakter: Meist geneigte Sportkletterei in sehr gutem Fels, der Name der Wand ist Programm. Vorwiegend Wasserrillen und Plttenkletterei.

Absicherung: Durchgehend sehr gut bis gut mit Bohrhaken abgesichert (E1 und E1+), je nach Routen zwischen 10 und 14 Expresschlingen notwendig, darüberhinaus ist ein Helm anzuraten.

Zustieg: Aufgrund des langen Zustiegs empfiehlt sich ein Besuch auf der Neuen Traunsteiner Hütte (0049/171/4378919) für mindestens 2 Tage. Hüttenzustieg am besten von Reit (Weg Nr. 2), dann kann man am letzten Tag nach dem Klettern gleich absteigen und braucht nicht wieder zuerst zur Hütte zurück. 300 Höhenmeter spart man allerdings, wenn man über den Wachterlsteig auf die Hütte steigt.

  1. Von der Traunsteiner Hütte: Von der Traunsteiner Hütte folgt man dem Weg zum Häuselhorn (Weg Nr. 473). Erst über die Hochfläche auf- und absteigend. Nach ca. 25 Min. steigt der Weg zur Roßgasse an. Auf dem ersten Absatz (nach ca. 25 Hm, wo der lichte Wald beginnt) rechts (westwärts) weg auf einen deutlichen Steig, der auf den Sattel unterhalb der Wand führt (insgesamt ca. 100 Hm, 45 Minuten). Die obere Hälfte der Wand ist schon von der Hütte aus zu sehen.
  2. Von Reit: Von Reit auf dem Alpasteig (Weg Nr. 470) bis auf die Hochfläche (Viehgatter). Nach ca. 200m dreht der Weg nach Nordost. Hier verlässt man den Weg und hält sich auf schwach sichtbaren Steigspuren immer in südlicher Richtung. Man quert die Ostseite des Guggenbühel durch lichten Wald, bis man auf den Steig von der Traunsteiner Hütte trifft. Diesem nach rechts folgen (1000 Hm, 2,5 Stunden).
  3. Von Reit (Schnellzustieg): Von Reit auf dem Alpasteig (Weg Nr. 470) bis zur Alpaalm. Hinter der ersten Hütte führt ein Steig durch den felsdurchsetzten Waldgürtel direkt auf den Sattel unter der Wand. 100m rechts von der Hütte bei großem Block in den lichten Wald. Hoch zur ersten Felsstufe, die man rechts umgeht. Vor der nächsten Felsstufe nach links queren. Man kommt auf eine steile Wiese. Am linken oberen Eck der Wiese beginnt der Steig (gut aufpassen, hier ist leicht ein Verhauer möglich). Nun immer den Steigspuren folgen. Der Schnellzustieg erfordert alpinen Spürsinn. (1000 Hm, 2 Stunden)

Abstieg:  Über die Routen abseilen (immer den Bühler verwenden, nicht die U-Haken). Unter Verwendung der Zwischenstände kann man auch mit 60m Einfachseil abseilen.

Routen: eine Routenliste mit Schwierigkeitsbewertungen findet sich bei der nachfolgenden PDF-Datei, die ihr direkt von Josef's Homepage herunterladen und ausdrucken könnt.

Beschreibung, Routenliste und Wandbild zum Drucken von Josef Brüderl's Homepage downloaden (400 KB)

Kletterführer:

Kletterführer Bayerische Alpen, Berchtesgaden bis AschauDer Kletterführer Bayerische Alpen, Band 1 beschreibt die Kletterrouten an der Rauhen Wand ausführlich.

Wer einen Fehler entdeckt oder eine neue Route begangen oder eingebohrt hat, ein Projekt klettern konnte oder einen anderen Hinweis für den Autor oder die Leser des Buches hat, schickt mir am besten eine E-Mail

Diese Neuigkeiten, Korrekturen und sonstigen Hinweise oder Infos, die im Führer keinen Platz mehr hatten werden im folgenden beschrieben.

Updates, Berichtigungen, Ergänzungen:

Der Kletterführer gibt den aktuellen Stand wieder.