Markus Stadler

Klettern Bayerische Alpen

Schreistein

Kleiner Klettergarten gegenüber vom Plankenstein

Voralpenidylle vom Feinsten - Klettern am Schreistein.
Voralpenidylle vom Feinsten - Klettern am Schreistein.

Eigentlich ist der Schreistein ja nur ein Anhängsel des Plankenstein und wurde wegen seines alles dominierenden Nachbarn bis vor kurzem kaum beachtet. Zwar kletterten an dem Fels immer wieder Einheimische und hinterließen sogar einige alte Haken. Richtig etablieren konnte sich der das maximal 20 Meter hohe Wändchen im Angesicht der 200-Meter-Nordwand des Plankenstein aber nie. Dann begann eine Gruppe Münchner Kletterer, an dem langgezogenen Felsriegel zu klettern und Routen einzubohren. Dies wurde zudem über ihre Internetplattform einer breiteren Öffentlichkeit mitgeteilt. Obwohl auch der Schreistein einen durchaus erwähnenswerten Zustieg von über einer Stunde vorzuweisen hat, ließen die ersten neugierigen Besucher nicht lange auf sich warten. Der gute Fels, perfekte Absicherung, sonniges Ambiente mit toller Aussicht und eine große Auswahl an leichten bis mittelschweren Routen sorgten dann dafür dass viele von ihnen wieder kamen und so hat sich der kleine Schreistein inzwischen einen festen Platz im Reigen der Kletterziele südlich von München gesichert.

Anfahrt: Von Tegernsee nach Rottach-Egern und etwa 200 m nach der Rottach-Brücke links abbiegen (Ausschilderung „Sutten“) nach Enterrottach. Von dort auf der Mautstraße bis zum Parkplatz bei der Hufnagelstube oder für Zustieg 2 noch ein Stück weiter zum Sutten.

Zugang: 1. Wenige Meter oberhalb vom Parkplatz beginnt die Forststraße Richtung Rottachalm. Ihr folgt man ca. 20 Min. und zweigt bei einer Gabelung links ab zur Siebli-Alm. Kurz vor der Alm bleibt man rechts auf dem Wanderweg, der hinaufführt zum Riedereck-Sattel. Dort hält man sich rechts und steigt an dem grasigen Rücken bis an die ersten Felsen, wo man wenige Meter an einem Fixseil hinaufklettert zum Wandfuß der Südwestwand (1 1/4 Std.).

2. Zustieg mit MTB-Unterstützung: Man parkt noch ein Stück oberhalb auf einem der Parkplätze im Suttengebiet. Kurz nach der Anderl-Frey-Hütte zweigtrechts eine Forststraße ab, der man bis zu ihrem Ende folgt (ca. 20 Min.). Wenige Meter links aufsteigend gelangt man zum Wanderweg von Zustieg 1, den man ein Stück oberhalb der Siebli-Alm erreicht und ihm wie oben beschrieben zum Fels folgt (gesamt ca. 1Std.). Noch einen Tick schneller geht es, wenn man sein Auto im Bereich des sog. „Wechsel“ abstellt und mit dem Bike zur Lahneralm kurbelt. Von dort führt ein unmarkierter Steig zum Riederecksattel.

Nina freut sich über den festen, griffigen Fels am Schreistein.
Nina freut sich über den festen, griffigen Fels am Schreistein.

Routen: Derzeit gibt es etwas zwei Dutzend Routen in den Schwierigkeitsgraden 4 bis 7 mit einer Länge von 10 bis 20 Metern. Der Fels ist sehr schön fest und rau und ab dem späten vormittag durchgehend in der Sonne. Fast alle Routen sind bestens mit Bohrhaken in engen Abständen abgesichert. Ein Internet-Topo gibt es bei Alpinfieber.net.

Kletterführer:

Kletterführer Bayerische Alpen, Band 1 Kletterführer Bayerische Alpen Band 3
Bayrischzell - Benediktbeuern

Die Klettergebiete zwischen Rotwand und Benediktenwand in den unmittelbaren Münchner Hausbergen.