Markus Stadler

Sportklettern bei Arco

Piazzole

Noch recht neu, aber bereits sehr beliebt ist das Klettergebiet Piazzole oberhalb von Padaro. Obwohl der Zustieg mit 15-20 Minuten zu den längeren von Arco gehört, wird man hier am Wochenende und in den Haupt-Ferienzeiten meist nicht alleine sein. Grund dafür sind die abwechslungsreichen Routen in den gemäßigten Schwierigkeitsgraden von 5c bis 6c im linken und rechten Sektor. In der Mitte finden sich ein paar steilere Linien im Bereich 7a bis 7b, die trotz ihrer Kürze sehr lohnend sind. Zudem wurde hier perfekte Infrastruktur geschaffen - breite Holzpodeste sorgen an den Einstiegen für bequeme Sicherungsplätze und die Hakenabstände in den Routen sind extrem gering.


Svenja zieht in "Anna Queen of Boulder" (6a+) zum Ausstieg.

Anfahrt:

In Arco nach Nago und am Kreisel weiter in Richtung Mori/Rovereto. Nach ca. 300 m zweigt rechts eine Straße mit der Ausschilderung "Monte Baldo" ab. Hier biegen wir rechts ab und nach ca. 50 m biegen wir gleich nochmal scharf links ab in eine Straße die in die Weingärten hinausführt. Nach wiederum ca. 100 m zweigt rechts eine weitere Straße (Schild "Monte Baldo") ab. Auf ihr über eine Kreuzung geradeaus drüber bis zu einer kleinen Kapelle. Nach links über eine kurze, steile Straße hinauf zum Unteren Parkplatz. Wer zu den oberen Sektoren möchte, folgt der Straße weiter bis zu einer T-Kreuzung. Hier wiederum links abbiegen und in einigen Kehren bis zum großen Oberen Parkplatz auf der linken Seite der Straße kurz vor einer Rechtskehre (ca. 8 - 9 Kilometer von Arco).

Zustieg:

Man fährt von Arco auf der schmalen Straße hinauf in Richtung Padaro. Dort wo die Straße nach der langen Steigung flacher wird zweigt links ein Feldweg ab. Wenige Parkmöglichkeiten am Beginn des Feldwegs (die Einfahrt nicht zuparken!). Etwa 40 m vorher befindet sich an der Straße noch eine größere Parkbucht für ca. 6-7 Autos.

Man folgt dem Feldweg bis zu seinem Ende an einer Schranke und danach dem breiten Wanderweg, bei einem Steinmann hält man sich rechts und gelangt so recht steil, aber ohne Schwierigkeiten in etwa 15-20 Min. an die Wand.

Felscharakter:

Stark strukturierter und oftmals versinterter grauer Kalk. Die linke Wand ist senkrecht bis leicht überhängend, der mittlere Teil hängt etwas stärker über und der rechte Teil ist senkrecht oder leicht geneigt. Die Projekte ganz rechts befinden sich an stark überhängenden Felsen.


Gardasee-Blick am Ausstieg von "Ramon King of Lead" (6c) - eine der schönsten Routen am Fels.

Routenanzahl und Schwierigkeit:

Derzeit gibt es 22 Kletterrouten mit Schwerpunkt im Schwierigkeitsbereich 5c bis 6c. Der mittlere Sektor beherbergt fünf Kletterrouten im 7. Franzosengrad. Wandert man an der Wand weiter nach rechts offenbart sich einem noch ungeheures Routenpotential, insbesondere in den oberen Schwierigkeitsgraden. Die Favresse-Brothers waren hier auch bereits aktiv und haben einige Projekte eingebohrt, derzeit (2017) schaut dieser Wandteil aber noch recht verwaist aus.

Wandhöhe:

Die Routen sind überwiegend 15-20 Meter lang, der rechte Sektor ist 22 m hoch.

Exposition:

Die Wand ist nach Süd-Südosten ausgerichtet. Sonne scheint von morgens bis ca. 15 Uhr in die Wand.

Familieneignung:

Mittelmäßig. Nachteilig ist der eher lange Zustieg und das Fehlen richtig leichter Routen. Das Gelände am Wandfuß selber ist großteils ungefährlich, bietet aber nicht allzuviel Bewegungsspielraum. Die Einstiege des mittleren Sektors, liegen auf einem Band in 10 m Höhe. Es gibt ein oder zwei Möglichkeiten, um einen "Lagerplatz" in sicherer Entfernung von der Wand einzurichten - die Holzpodeste direkt am Wandfuß sind nicht steinschlaggeschützt.