Markus Stadler

Klettern out of Rosenheim

Weigend Wall 

Kletterverbot

Aufgrund eines Bescheids des Gewerbeaufsichtsamtes München an den Grundstückseigentümer und Betreiber des Steinbruchs - die Zementwerke Rohrdorf - vom 01.09.2003 ist das Klettern an der Weigendwall offiziell verboten. Die Begründung für dieses Verbot liegt im Vollzug des Sprenngstoffgesetzes, das einen Abstand vom Sprengbereich von 300 m vorschreibt, den werksfremde Personen einhalten müssen. Entsprechende Schilder stehen unten am Beginn der Steinbruchstraße und oben an der oberen Kehre, womit sich der Steinbruchbetreiber haftungsrechtlich abgesichert hat.

Die Weigend Wall liegt auf der Nordseite der Sichtschutzwand des Steinbruchs, weshalb die Arbeiten am Steinbruch von existenzieller Bedeutung für das Klettergebiet sind. Seit 2015 geistert die Angst vor einer Sprengung der Sichtschutzwand umher. Auslöser war die Tatsache, dass die Gemeinde Nussdorf realisierte, wie weit die erteilte (gültige) Abbaugenehmigung nach Osten reicht und dass damit im Endzustand auch vom Ort aus ein sehr großes Loch im Heuberg sichtbar wird. Daraufhin wollte die Gemeinde mit dem Steinbruchbetreiber (Rohrdorfer Zementwerke) über Alternativen reden, woraufhin die Rohrdorfer Zementwerke mit dem Vorschlag kamen, statt dem Ausschöpfen der bisherigen Genehmigung die Sichtschutzwand abzubauen.

In der Folge gab es eine Informationsveranstaltung beim Schneiderwirt in Nußdorf im Juli 2015 mit heftigem Widerstand aus der Bevölkerung, sowie mehrere Gemeinderatssitzungen, die das Thema behandelten. Vermutlich werden die Zementwerke an der bisherigen Abbaugenehmigung festhalten (=Sichtschutzwand bleibt - die Frage ist nur mit welcher Dicke - dafür geht der Abbau weit hinauf bis zur Garwand), die auch von der Regierung von Oberbayern nochmal als gültig bestätigt wurde.

2017 wurden die Arbeiten so stark ausgeweitet, dass auch oberhalb und auf der Rückseite der Sichtschutzwand jetzt Aktivitäten stattfinden. Es findet sich jetzt auch eine aktuelle Absperrung am Beginn des Zustiegswegs ab der Forststraße. Das Risiko an der Wand Steinschlag ausgesetzt zu sein dürfte inzwischen deutlich höher einzustufen sein als in den letzten Jahren.

Sportklettergebiet Weigendwall bei Nußdorf am Heuberg


Schattiges Ambiente im Buchenwald an der Weigendwall.

Diese sehr schöne Wand am Heuberg wurde von Christian Weigend entdeckt und zu einem großen Teil von ihm erschlossen. Die sehr abwechslungsreichen Routen sind vor allem technisch anspruchsvoll und in den Schwierigkeitsgraden 5 bis 10+ angesiedelt. Aufgrund der schnellen Erreichbarkeit und der schattigen Lage im Wald ein ideales Trainingsgebiet für lange Sommernachmittage. Mit Sicherheit gehört die Weigend-Wall zu den lohnendsten Sportklettergebieten im Landkreis. Es handelt sich dabei um die Sichtschutzwand des Steinbruchs - die auf ihrer Nordseite eine ca. 200 m breite und bis zu 35 m hohe Natur-Felswand aufweist.

Benno Keill an der Crux von Team-Motivation (8+)
Benno Keill an der Crux von "Team-Motivation" (8+)

Zustieg

Für die Hauptwand empfielt es sich direkt aus Nussdorf aufzusteigen. Hier parkt man am besten im Wieswinklweg, ganz am Südost-Ende des Ortes, folgt dem Feldweg über die Wiese in den Wald. Hier zweigt rechts der beschilderte Wanderweg über die Bichleralm zum Heuberg ab. Diesem folgt man etwa 5 Minuten, bis an einer Linkskurve rechts ein Steig abzweigt (gelbe Markierungen "WW"). Ihm folgend zur Wand aufsteigen, die man direkt am Hauptsektor erreicht (ca. 15-20 min von Nußdorf).

Dieser neue Weg wurde nicht von den Kletterern angelegt, sondern anscheinend von einem "Hobbywegebauer". Nichts desto trotz ist er sehr bequem gangbar, gut zu finden und max. 5 Min. länger als der Zustieg vom Beginn der Steinbruchstraße.

Kletterführer:

Kletterführer Bayerische Alpen, Band 2 - Out of Rosenheim und KufsteinDer Kletterführer Bayerische Alpen, Band 2 beschreibt die Kletterrouten an der Weigendwall ausführlich.

Wer einen Fehler entdeckt oder eine neue Route begangen oder eingebohrt hat, ein Projekt klettern konnte oder einen anderen Hinweis für den Autor oder die Leser des Buches hat, schickt mir am besten eine E-Mail.

Diese Neuigkeiten, Korrekturen und sonstige Infos die im Führer keinen Platz hatten, werden im Folgenden beschrieben.

Updates, Berichtigungen und Ergänzungen:

Es hat seit der Neuauflage bereits wieder ein paar Neutouren an der Weigend gegeben:

Seite 200:

Links von Nr. 4 ist inzwischen ein eigenständiger neuer Sektor entstanden mit einer Hand voll ganz interessanter Routen und einigen Projekten.

Zwischen Nr. 2 und Nr. 4 haben Christian Weigend Wolfi Hermann und Christoph Schaffer noch drei Linien eingerichtet. Die Linke teilt sich nach einem kurzen leichten Zustieg in drei Ausstiege auf (v.l.n.r)

  • Der Mann mit dem goldenen Bolt (9)
  • Rostige Knarre (8-)
  • Shot to nothing (8+/9-)

Die beiden Routen rechts davon waren Projekte vom Wolfi, die Chris Gröber inzwischen befreit hat:

  • Kalte Platte 9+/10-
  • Die Schokoladenfabrik 10-

Das Projekt Nr. 9 konnte ebenfalls Chris Gröber inzwischen klettern: Zen V14 (9+/10-)

Seite 204:

Links von Nr. 5 gibts eine neue Route von Christoph Schaffer: "Pow" (8+)

Seite 206:

Nr. 18 "Iron Man" (10+/11-), das von Flo eingebohrte und freigegebene Projekt hat sich der Heli recht schnell gesichert.

Nr. 24 "Sequester" (9+/10-)