Markus Stadler

Sportklettern bei Arco

Massone

Für viele ist Klettern in Arco gleichbedeutend mit Massone. Sicherlich gehört diese Wand mit dem Namen Policromuro (mehrfarbige Wand) zu den bedeutendsten Klettergebieten rund um Arco. Entsprechend viel Betrieb herrscht hier am Wochenende. Es gibt aber auch viele was für diese Wand spricht. Die sonnige Lage ermöglicht auch im Spätherbst und oft sogar im Winter das Klettern im T-Shirt (so die Sonne scheint), es gibt Routen in allen Schwierigkeitsgraden und die Kletterei ist teils wirklich fantastisch, auch wenn viele Routen heftig speckig sind, was allerdings meist nur in den wenigen eher technischen Passagen wirklich stört. Das Klettergebiet Massone teilt sich in mehrere Sektoren auf, die umso steiler werden, je weiter man sich nach rechts begibt.

Policromuro heißt der linke Sektor im Klettergebiet Massone
Policromuro heißt der linke Sektor im Klettergebiet Massone

Anfahrt:

In Arco an der Sarca-Brücke nach Norden in Richtung Dro. Nach dem Kreisel rechts nach Massone und der Ausschilderung "Policromuro" folgen. Es gibt nur wenige Parkplätze in Parkbuchten entlang der Straße im Olivenhain. Wer sowieso mit dem Radl in Arco ist, sollte besser damit zum Klettern fahren.

Zustieg:

In wenigen Metern zu den jeweiligen Sektoren.

Felscharakter:

Im äußersten linken Wandteil kompakter, glatter Plattenkalk. Ansonsten mehr oder weniger überhängender und großgriffiger Fels, der aber in vielen Routen stark abgespeckt ist. Teilweise klettert man an Sinterstrukturen, oft an Leisten und manchmal an Löchern. Insgesamt eher athletische Kletterei, aber immer wieder auch technische Passagen. Im Sektor Abissi überwiegt pumpige Ausdauerkletterei. Ganz links im Sektor "Underground" sehr athletische Kletterei.

Linda tänzelt in einer der plattigen 6a's im linken Wandteil
Linda tänzelt in einer der plattigen 6a's im linken Wandteil

Routenanzahl und Schwierigkeit:

Die linke Wand (Policromuro) beginnt mit eher einfachen Routen im 5. und 6. Grad (hier wurden vor kurzem nochmal rund 10 neue Routen im Bereich 4a bis 5c eingerichtet). Der breite Wandbereich mit dem farbigen Fels bietet oft geniale Routen im Bereich 6c bis 8a, ganz rechts wird es wieder etwas leichter und es gibt nochmal einen größeren Abschnitt mit Routen im 6. französischen Grad. Insgesamt weist dieser Sektor rund 100 Routen auf wo für fast jeden was dabei sein sollte.

Rechts anschließend folgt der Sektor Abissi mit etwa 40 Routen, die durchweg steil sind und im linken Teil auch sehr lang (80 m Seil kann hier in einigen wenigen Routen Sinn machen). Das Schwierigkeitsniveau ist durchweg einen Grat höher als im Sektor Policromuro. Unter 6b gibt es keine Routen - das Gros bewegt sich im Level 7a bis 8a.

Wem das noch zu gemütlich ist, der sollte das Weglein am Felsriegel noch ein Stück aufwärts folgen. Dort befindet sich ein ehemaliger Marmorsteinbruch mir skurrilem Ambiente und dazwischen nochmal rund zwei Dutzend Routen ab 7b aufwärts. Die Route "Underground" (9a) ist sicherlich die bekannteste Linie in dem Sektor.

Wandhöhe:

15 - 45 m - sehr viele Routen sind um 25 m lang

Exposition:

Die Wand ist nach Südosten ausgerichtet. Ab späten Nachmittag wandert der Schatten herein.

Familientauglichkeit:

Der linke Teil vom Sektor Policromuro ist gut für Familien geeignet. Auf den Olivenhain-Terrassen unterhalb der Wand können die Kinder etwas abseites des Trubels geparkt werden und in den paar leichten Routen dort können sie sogar selber Hand an den Fels legen. Der kurze Zustieg tut sein übriges. Nur gute Schattenplätze findet man im Olivenhain nicht. Etwas Vorsicht ist dort vor Schlangen geboten, die sich in den Steinmauern zu Hause fühlen (wir haben bisher nur harmlose Aeskulapnattern gesehen, aber auch giftige Sandvipern sollen schon gesichtet worden sein).