Markus Stadler

Sportklettern in Thailand

Ko Phi-Phi (Phi-Phi-Island)

Südsee-Inselparadies mit Klettermöglichkeiten

Die Inseln Ko Phi-Phi (sprich "Pi-Pi") liegen etwa 50 Kilometer südlich von Railey und sind ein beliebtes Touristenziel. Sie sind eines der ältesten Kletterziele von Thailand - allerdings war das Hakenmaterial lange Zeit so verrottet, dass sich kaum noch Kletterer hier her trauten. Seit etwa 2002 wird allerdings hier wieder eifrig saniert und mittlerweile ist Ko Phi-Phi wieder ein lohnendes Kletterziel und durchaus für ein paar Tage oder eine Woche klettermäßig interessant.

Ko Phi-Phi besteht aus zwei Inseln. Ko Phi-Phi Don und Ko Phi-Phi Leh. Erstere ist die Touristisch erschlossene an der auch die Fähren anlegen und die meisten Klettermöglichkeiten zu finden sind. Auf Ko Phi-Phi Leh waren wir selbst nicht, sie sieht aber deutlich felsiger und gebirgiger aus als ihre größere Nachbarinsel und wird bei diversen Daytrips als Ziel angeboten.

Das Drumherum auf Ko Phi-Phi ist auch sonst nicht zu verachten. Die Insel gehört zu den weltbesten Tauchzielen und wer einen Tauchkurs absolvieren möchte, hat hier die Auswahl aus mehr als einem Dutzend Tauchschulen mit Tauchlehrern fast aller Nationen und Sprachen. Wer nicht gleich so groß in die Unterwasserwelt einsteigen möchte, aber neben dem Klettern ein wenig in dem bunten Aquarium rund um die Insel plantschen möchte, kann sich für ca. 100 Baht pro Tag Schnorchelausrüstung ausleihen. Mit einem gecharterten Longtailboot oder mit einem geliehenen Kajak kann man sich dann an die besten Schnorchelbuchten der Insel ausführlich den unzähligen bunten Fischen und vielfarbigen Korallen widmen.

Überblick über Railey vom Viewpoint oberhalb Muay Thai-Wall
Blick vom Tonsai-Tower (Ko Phi-Phi) hinab auf die Strände.

Anreise:

Die Insel wird mehrmals täglich von Booten von Krabi, AO-Nang/Railey und von Phuket aus angefahren. Die Fahrzeiten liegen bei jeweils etwa 1,5 bis 2 Stunden. Hier finden sich die Fahrzeiten:

AO Nang / Railey

Phuket - Phi-Phi

Krabi

(Die auf den Internetseiten angegebenen Preise können bei Buchung vor Ort durchaus günstiger sein).

Je nachdem, wo man sich befindet, ordert man ein Taxi oder einen Bus zum jeweiligen Hafen, wo die Fähren abfahren. Das weiss jeder Taxi und Busfahrer. Tickets kann man immer vor Ort noch kaufen. In der Hochsaison von Mitte Dezember bis Mitte Januar kann es jedoch vorkommen dass die Fähren bereits überfüllt sind.

Tonsai Tower
Tonsai-Tower

Übernachtung

Wenn die Fähre am Steg anlegt, dann wird man sofort von -zig "Aquisiteuren" umschwärmt, die einem einen ihrer Bungalows oder ein Zimmer verkaufen wollen. Man sollte sich vorher bereits konkrete Preisvorstellungen und einen evtl. Standort überlegen, dann kann man sich denjenigen aussuchen, der den eigenen Vorstellungen am besten entspricht. Vor allem wenn man nur wenige Tage bleiben möchte, lohnt es sich nicht erst alles abzulehnen und auf eigene Faust bei den einzelnen Ressorts zu suchen. Insbesondere in Tonsai (so heisst der Hauptort - namensgleich mit der berühmten Klettererbucht Tonsai auf Phra-Nang) ist innerhalb von 10 Minuten alles zu Fuß erreichbar, hier sind Standorte am Ortsrand etwas weiter hinten meist preisgünstiger und nicht so abgelegen, wie es auf der Karte vielleicht aussehen mag.

Für Kletterer gibt es unmittelbar unterhalb des Tonsai Tower am Strand einige günstige Bambus-Hütten (allerdings recht spartanisch ausgestattet und recht klein), die fürs Klettern perfekt liegen. Preis ca. 500 - 800 Baht, je nach Saison. Vor allem zur Hochsaison empfiehlt sich eine Reservierung bei Daa unter Tel. 0847447665. Wer ein Zelt dabei hat, kann es dort auch für 100 Baht aufstellen und die Dusche mitnutzen.

Blick auf den Tonsai-Tower (links) und die Drinking-Wall (mitte)
Blick auf den Tonsai-Tower (links) und die Drinking-Wall (mitte)

Klettersektoren

Tonsai-Tower

Das sicherlich mit Abstand beliebteste Klettergebiet auf Ko Phi-Phi. Die bis zu 150 m hohe Wand weist annähernd zwei Dutzend Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden 5a bis etwa 6b auf. Der Fels ist extrem kletterfreundlich geschichtet, so dass man dort, wo der Fels nicht versintert ist nahezu ausschließlich Riesengriffe hat. Die im Kletterführer angegebenen Schwierigkeitsgrade sind bis auf wenige Ausnahmen utopisch überbewertet. In der Regel können 1 - 2 komplette Grade abgezogen werden. So wären Routen wie beispielsweise "Mr Phi-Phi" und "Seven Samurais" (jeweils mit 6b+ angegeben) in einem italienischen Sportklettergebiet wie Arco oder Finale vielleicht mit 5c oder maximal mit 6a bewertet und selbst die (wirklich geniale) "Gladiator" ist eher 6a als 6c.

Weitere Gebiete

Da wir nur kurz auf Phi-Phi waren, konnten wir keine weiteren Klettergebiete mehr erkunden. Sehr lohnend soll die "Drinking-Wall" sein, die vom Ort ebenfalls in ca. 15 Minuten zu Fuß erreicht werden kann. Dort finden sich auch etwas schwierigere Routen als am Tonsai-Tower. Insbesondere im Bereich 6b bis 7a soll es einige der besten Sportkletterrouten der Insel geben. Links vom Tonsai-Tower kann man bei Ebbe am Ufer entlang zur AO-Ling-Wall wandern. Dort finden sich ca. drei sanierte 4-Seillängen-Routen im Grad 6a. Alle weiteren Gebiete sind nur mit dem Boot erreichbar - allen voran die Hin Tak Wall, an der eine Hand voll Routen saniert sind. Ansonsten sind auf Phi-Phi noch viele alte Kletterrouten, die nicht mehr empfehlenswert sind. Wer etwas Zeit und Geld investieren möchte, ist hier als Unterstützung für die Sanierer willkommen - Auf dieser Seite findet ihr weitere Infos dazu: Phi-Phi-Update

==> Klettern in Thailand