Markus Stadler

Klettern Türkei

Geyikbairi bei Antalya

Sportklettergebiet im Hinterland der Touristenstadt

Sabine klettert Mogli (7-)

Ein inzwischen schon etabliertes Winterziel zum Sportklettern ist das Klettergebiet Geyikbairi bei Antalya in der Türkei. Durch seine problemlose Erreichbarkeit mit den Billigflügen diverser Chartergesellschaften, dem tollen Fels und die gute Infrastruktur mit zwei Camps direkt unter den Felsen ist es ein ideales Feriendomizil zum Klettern im Winter. Aber auch im Frühjahr und Herbst läßt es sich dort die meiste Zeit aushalten. Nur in den Hochsommermonaten dürfte es zu heiß sein, auch wenn mittlerweile ein paar schattigere Wände erschlossen wurden. Neben Geyikbairi hat sich in den letzten Jahren Olympos zum zweiten Hotspot der Region entwickelt - etwa eineinhalb Stunden Fahrzeit südlich von Antalya.

Anreise:

Am schnellsten und günstigsten mit dem Flugzeug nach Antalya (von fast allen internationalen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz) - Flugpreise stark saisonabhängig, zwischen 100 und 300 Euro. Wer sich spontan entscheiden kann, für den gibt es häufig spottbillige Lastminute Reisen, oft sogar inklusive einem günstigen Hotel in Antalya (siehe Übernachtung).

Bei Anmeldung in den Camps wird ein Abholservice organisiert (kostet zwischen 25 und 30 Euro pro Fahrt) - Fahrzeit vom Flughafen ca. 45 Minuten. Die Alternative ist ein Mietauto, das man am besten gleich zusammen mit der Flugbuchung organisiert (hier gibts einen Mietwagen Preisvergleich). Es hat den Vorteil, dass man vor Ort flexibler ist, da die öffentliche Anbindung von Geyikbairi an Antalya nur sehr unzureichend ist und man sonst ausser Klettern nicht viel machen kann. Auch das Einkaufen ist sonst auf Dauer recht umständlich.

Die Anreise mit dem Auto ist von Mitteleuropa aus langwierig (mehrere Tage) aber sicher abenteuerlich, vor allem wenn man über den Balkan fährt. Es ist aber auch möglich per Fähre z. B. von Venedig nach Antalya zu kommen.

Übernachtung:

Camps direkt im Klettergebiet

1. Climbersgarden. Das Camp wurde 2001 vom  Entdecker und ersten Haupterschliesser des Klettergebiets Ötztürk Kayici ins Leben gerufen. Ötztürk hat das Camp zwar mittlerweile verlassen - soweit ich weiss, aber man kann weiterin dort wohnen. Das Camp ist schön gelegen in einem Obstgarten direkt unterhalb des Hauptsektors (Zustieg 2 - 10 Minuten). Hier gibts Zeltplätze mit Toiletten und warmen Duschen, auch einige Bungalows für diejenigen, die mehr Komfort wünschen und einen Aufenthaltsraum in dem auch gekocht werden kann. Dieses Camp empfiehlt sich vor allem für Selbstverpfleger und für Kletterer, die internationales Publikum schätzen. Alle nützlichen Infos gibt aus auf der Website vom Climbersgarden.

2. JoSiTo Camp von Jost, Siri und Tobi liegt etwas abseits der Strasse in einem ruhigen kleinen Tälchen direkt unterhalb des "Unteren Sektors ". Zum Hauptsektor geht man gemütliche 10 bis 15 Minuten. Die Zustiegszeiten zu den rechten Sektoren der Hautpwand (Canyon, Mevlana...) liegen bei ebenfalls ca. 10 - 15 Minuten. Die Infrastruktur ist ähnlich wie bei Ötztürk: Zeltplätze mit Toiletten und warmen Duschen, ausserdem schöne Bungalows. In der gemütlichen Bar gibts hervorragendes Essen zu günstigen Preisen. JoSiTo ist die bessere Wahl für Leute, die nicht selbst kochen wollen und/oder ihren Urlaub vorwiegend unter (Stand 2004) deutschsprachigen Kletterern verbringen wollen. Mehr Infos gibts auf der JoSiTo-Homepage.

Hotels in Antalya

Antalya ist eine beliebte Touristen-Destination, die nicht nur rund um die Uhr von vielen Fluggesellschaften angeflogen wird, sondern auch Hotels in jeder Qualität und Preisklasse bietet. Da in der idealen Kletterzeit im Herbst und Frühling die Hotels nahezu leer stehen, versuchen diese die Touristen mit billigsten Angeboten zu ködern. Eine interessante Alternative es es daher einen Pauschal- oder Cluburlaub in Antalya zu buchen, oft für wenige hundert Euro pro Woche all inklusive, dazu ein günstiges Mietauto. Mit vollgeschlagenem Bauch vom Frühstücksbuffet lässt sich dann täglich die halbe bis dreiviertel Stunde Fahrt zum Klettergebiet durchhalten. Angebote dafür bekommt man fast in jedem Reisebüro. Wer sich online auf die Suche nach besonderen Last-Minute-Schnäppchen machen möchte, für den kann zum Beispiel Gutscheinflagge.de mit seinem Reisebereich eine gute Anlaufstelle sein.

Reiseführer:

Einen umfassenden Online-Reiseführer zur Region um Antalya (und auch anderen Gegenden der Türkei) findet ihr im Blog von Thomas Jeltsch.

Beste Jahreszeit:

Hier kann man das ganze Jahr klettern, wobei es vor allem im Hochsommer ziemlich heiss werden kann. Allerdings findet man dann mehr Schatten als im Frühherbst, da die Überhänge die hochstehende Sonne verdecken. Im Winter kanns schon mal empfindlich kalt werden, wobei tagsüber bei Sonnenschein dann ideale Klettertemperaturen herrschen. Für die Nächte sollte man jedoch den wärmeren Schlafsack einpacken.

Kletterführer:

Vor Ort gibts den Kletterführer "Sportclimbing in Antalya" von Ötztürk Kayici - in dem nahezu alle Routen aufgelistet sind. Weitere Infos zu den einzelnen Routen und Sektoren gibts in den beiden Camps.

Uwe am Hauptsektor

Sektoren:

  1. Gizlibahce
    Kleiner Sektor im linken Teil der Hauptwand mit vielen leichteren Routen im 5. und 6. Grad, vorwiegend rauhe Platten.
  2. Cesme
    Sehr schöner, abwechslungsreicher Sektor im linken Bereich der Hauptwand mit vielen schönen Routen im unteren bis mittleren Schwierigkeitsbereich (6- bis 7+). Routenlänge meist zwischen 20 und 25 Meter.
  3. Sarkit
    Der größte Sektor im zentralen Teil der Hauptwand mit vielen steilen Sinterrouten und einigen rauhen Plattentouren. Schwerpunkt der Routen zwischen 7+ und 9, Routenlänge zwischen 20 und 35 Meter. Unter den drei grottenartigen Überhängen kann auch bei Regen geklettert werden.
  4. Magara
    Der Sektor mit der großen Grotte. Hier existieren hervorragende Sinterklettereien in allen Schwierigkeitsgraden. Geklettert werden kann hier sowohl bei starkem Wind als auch bei Regen - bei großer Hitze sind hier ebenfalls immer einige Routen im Schatten. Routenlänge durchschnittlich 20 Meter.
  5. Anatolia
    Neben dem Sektor Sarkit die eindrucksvollste Wand in Geyikbayiri. Sie ist rechts der großen Grotte und bildet den rechten Abschluss des Hauptsektors. Einige Routen sind sehr lang - ein 70 m Seil ist hier in jedem Fall sinnvoll, teilweise reicht aber nichtmal das und es muss an Zwischenständen abgebaut werden. Routenschwerpunkt ist im 8. und 9. Grad.
  6. Geyik
    Bisher noch nicht vollständig erschlossener Sektor mit eher leichteren Routen im 6. und 7. Grad. Routenlänge meist um 15 Meter, zweimal jedoch über 50 Meter (2 Seillängen)
  7. Dragon
    Sehr schöne, bisher nur teilweise erschlossene Wand mit steilen Sinterrouten und rauhen Platten. Routenlänge meist um 30 Meter, einige Routen waren im Herbst 2004 wegen eines Hornissennestes nicht empfehlenswert.
  8. ?
    Neu erschlossener Sektor rechts vom Sektor Dragon - bisher erst einige Routen im 7. Grad vorhanden, das wird sich aber wohl bald ändern. Noch nicht im Führer, Infos bei Ötztürk.
  9. Zeus
    Kleiner, bisher erst teilweise erschlossener Sektor mit leichteren Routen im 4. bis 6. Grad, Routenlänge um 20 Meter
  10. Canyon
    Sehr schöner, abwechslungsreicher Sektor im rechten Teil der Hauptwand. Neben überhängenden Henkelrouten gibts hier genauso knifflige Plattenkletterei. Routenlänge meist um 13 Meter, teilweise aber auch über 30 Meter
  11. Zeytinlik
    Plattige Bereich rechts vom Canyon, der bisher erst 5 Routen zwischen 20 und 26 m beherbergt, Schwierigkeitsbereich 6 - 7
  12. Poseidon
    Große Grotte in linken Bereich der Hauptwand, steile großgriffige Kletterei an Löchern. Rechts davon einige plattigere Routen. Routenlänge ca. 20 Meter, Schwierigkeitsbereich 6 bis 9
  13. Ottoman
    Noch nicht vollständig erschlossene Wand zwischen Poseidon und Mevlana mit einigen sehr schönen, sehr langen, technisch anspruchsvollen Routen.
  14. Mevlana
    Der "Hauptsektor" im rechten Bereich des riesigen Wandriegels. Steile Sinterkletterei, meist im 8. und 9. Grad.
  15. Barbarossa / Alaaddin
    Sehr schöne Wand mit überwiegend leichteren Routen (6. und 7. Grad), wo natürlich auch noch genügend ungenutztes Potential schlummert.
  16. Arkdeniz
    Steiler Sektor am rechten Rand der Hauptwand, bisher vier tolle Routen im 8. bis 9. Schwierigkeitsgrad (25 m)
  17. Unterer Sektor
    Breite, vielfältige Wand direkt hinter dem Josito-Camp. Hier sind in letzter Zeit relativ viele neue Routen entstanden, es ist aber weiterhin noch einiges an Potential vorhanden.

Bildergalerie:

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Klettertaugliche Ziege in der Türkei