Große Zinne Nordwand-Direttissima: Hasse-Brandler

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Allgemeines: Die Nordwände der Drei Zinnen gehören mit Sicherheit zu den berühmtesten Kletterwänden der Welt. Kein Wunder, dass die Direttissima - also die direkte Linie - mitten durch die mittlere dieser drei Wände ein Superklassiker allerersten Ranges ist. Nicht nur aufgrund ihrer Position - auch wegen der relativ homogenen und anhaltend interessanten Kletterei mit atemberaubend viel Luft unterm Hintern, die selbst in den Dolomiten ihresgleichen sucht, ist die Hasse-Brandler an der Großen Zinne eine der besten Extremklettereien der Alpen.

Erstbegehung: D. Hasse, L. Brandler, J. Lehne und S. Löw vom 6. bis 10. 7.1958 nach Vorarbeiten. Erste Rp: K. Albert und G. Sprachmann 1987, 1. Free Solo durch A. Huber 2002

Charakter: Steile Kletterei durch den zentralen Teil der Nordwand. Der Fels ist meist relativ fest, gelegentliche brüchige Stellen sind mittlerweile gut ausgeputzt und auf Festigkeit getestet. Trotzdem sollte der ein oder andere Griff/Tritt weiterhin mit Argwohn begutachtet werden.

 

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Schwierigkeit: 8/8+ (eine Seillänge, Ausdauerproblem), Stellen VIII und VIII-, anhaltende Passagen im 7. Grad - nur obenraus ein wenig leichter, dafür steckt dort aber kaum noch etwas.

Zeit: 6 - 10 Stunden

Absicherung: Nach seiner Solo-Begehung hat Alex Huber in Absprache mit D. Hasse die Stände (bis zum Biwakband) saniert und auch einige gebohrte Zwischenhaken angebracht. Darüberhinaus steckt Alteisen vieler Klettergenerationen, dessen Wert zur Fortbewegung und Sicherung Überaschungspotential birgt. Ein Satz Stopper und Friends bis Gr. 3 können nicht schaden und sind vor allem in den Ausstiegsrissen sehr sinnvoll.

Zustieg: Vom Großparkplatz der Auronzohütte nach Osten um die Zinnen herum zum Paternsattel (ca. 20 - 30 min.). Auf Steigspuren durch das Schotterkar unter den Nordwänden nach Westen bis zum Einstieg bei einer Verschneidung links eines Pfeilers, gesamt ca. 45 min vom Parkplatz.

Abstieg: Meist wird die Tour am Ringband beendet - dann quert man auf diesem nach links auf die Südseite des Berges zum Normalweg. Wer noch Zeit hat, kann aber auch nach ca. 40 m Rechtsquerung die paar Seillängen über den Originalausstieg zum Gipfel weitersteigen. Vom Gipfel führt der Normalweg nach Süden über gestuften Fels und Rinnen hinab aufs Ringband. Nun quert man auf diesem ein Stück nach Osten, bis nach einem Kamin - hier trifft man wieder mit den "Ringband-Aussteigern" zusammen - der Normalweg nach Süden hinabführt. Der Normalweg ist ziemlich verwickelt, mit vielen Steinmännern aber ganz gut markiert. Aber vorsicht, einige Steinmänner stehen auch auf Verhauern rum, also immer auf die gut ausgetretenen Begehungsspuren achten. Nach etwa 1 - 1,5 h Abstieg durch meist leichtes Abklettern I bis II, einige Stellen III, die auch abgeseilt werden können, erreicht man die Schlucht zwischen Gr. Zinne und Kl. Zinne. Nun nach Süden über Geröll hinab zum breiten Wanderweg, auf dem man nach rechts (Westen) zurück zum Parkplatz kommt. Gesamt ca. 2 h.

Tourenbericht: Einen Bericht mit Bildern (1,3 MB) von der Tour hab ich von Walter Lackermayr zur Verfügung gestellt bekommen.

Infos zur Schleierkante als PDF-DateiBeschreibung, Topo und Wandbild zum Drucken downloaden (683 KB)

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