Markus Stadler

Skitourenbedingungen - Schneeverhältnisse

Diese Rubrik liefert aktuelle Infos zur Schneelage für Skitouren. Im Frühwinter findet der Skitourengeher hier Infos wo schon Touren sinnvoll sind. Im Hochwinter erfährt der Skibergsteiger wo es den besten Schnee gibt und im Frühjahr lassen sich durch unsere Erfahrungen die zu erwartenden Skitragezeiten oft besser einschätzen. Die verwendeten Höhenlagenangaben: tiefe Lagen (bis ca. 1000 - 1200 m), mittlere Lagen (bis zur Waldgrenze), Hochlagen (oberhalb der Waldgrenze).

Viel Windeinfluss an den Kammbereichen der Westhänge zur Sagtalerspitze in den Kitzbüheler Alpen am 01.02.2015

Heikle Lawinensituation in den Lechtaler Alpen oberhalb von Namlos mit zahlreichen spontanen Lawinen am 03.02.2015

Raureif im Aufstieg zum Weitlahner/Aschentaler Wände, Chiemgauer Alpen am 07.02.2015

Pulverschnee mit ganz dünner Regenkruste in den Nordosthängen des Seekarkreuz, Bayerische Voralpen am 13.02.2015

Frühjahrsverhältnisse im Südanstieg zum Auerspitz, Spitzinggebiet am 15.02.2015

Überblick über die Schneesituation (Stand 20.03.2015)

Wetterverlauf: In den letzten zwei Wochen herrschte überwiegend ruhiges und mildes Hochdruckwetter  mit frühlingshaften Bedingungen. Nur von Sonntag bis Dienstag brachte eine Südweststaulage von Ligurien übers Piemont bis zum Monte Rosa teils ergiebigen Neuschnee (50 cm bis 1 m), weiter östlich blieben nur 10  - 40 cm.

Schneelage: Alpenweit hat sich durch die eher milde und trockene Wetterlage der letzten Wochen die Schneelage weiter ausgedünnt. Mit Ausnahme von Nord-Tessin und Simplongebiet, sowie dem Piemont und in Ligurien sind die Schneemengen mehr oder weniger deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Insbesondere Südhänge apern jetzt deutlich aus. Unterhalb von 1000 m ist hier kaum noch Schnee zu finden, meist beginnt der Schnee auf ca. 1200-1500 m, teils noch höher. Deutlich besser sieht es schattseitig aus, wo man immer noch bis in die meisten Täler abfahren kann zumindest bis auf eine Höhe von rund 1000 m in den Nordalpen und bis 1100-1400 m in den Südalpen und Westalpen. Aufgrund der geringen Schneehöhen steigt die Schneegrenze aber jetzt fast täglich an.

Die Schneequalität wird ebenfalls zunehmend frühlingshaft. An sonnenbeschienenen Hängen findet sich nach klaren Nächten ein tragfähiger Harschdeckel, der vormittags Firnverhältnisse bietet. Schattseitig ist unterhalb ca. 1500 - 2000 m Bruchharsch oder nachmittags Sulz anzutreffen, in höheren Lagen Pulverschnee oder windgepresster Schnee.

Die Lawinenlage unterliegt mittlerweile meist einem deutlichen Tagesgang mit sicheren Bedingungen bis zum Vormittag und ungünstigen Bedingungen am Nachmittag.

Fazit: Insgesamt herrschen alpenweit gute, eher frühlingshafte Skitourenbedingungen, bei überwiegend unterdurchschnittlicher Schneelage. Der Jahreszeit entsprechend muss man daher langsam höhere Lagen aufsuchen.

Tendenz: Am Wochenende zieht eine Kaltfront mit Schlechtwetter über die Alpen, die Neuschneemengen bleiben aber sehr bescheiden (maximal 20 - 30 cm, meist eher nur 10 cm). Danach kurze Wetterberuhigung, bevor zur Wochenmitte möglicherweise ein Italientief wieder ergiebigeren Neuschnee bringen könnte. Temperaturen der Jahreszeit entsprechend mit Schneefallgrenzen um 1000 m oder höher, wobei aber kurzzeitig auch bis in die Täler Neuschnee möglich ist.

Skitourenverhältnisse im Detail