Markus Stadler

Skitourenbedingungen - Schneeverhältnisse

Diese Rubrik liefert aktuelle Infos zur Schneelage für Skitouren. Im Frühwinter findet der Skitourengeher hier Infos wo schon Touren sinnvoll sind. Im Hochwinter erfährt der Skibergsteiger wo es den besten Schnee gibt und im Frühjahr lassen sich durch unsere Erfahrungen die zu erwartenden Skitragezeiten oft besser einschätzen. Die verwendeten Höhenlagenangaben: tiefe Lagen (bis ca. 1000 - 1200 m), mittlere Lagen (bis zur Waldgrenze), Hochlagen (oberhalb der Waldgrenze).

Winterliche Stimmung mit Risserkogel und Plankenstein beim Skitourenauftakt am Spitzingsee, 27.11.2015

Weihnachtliche Schneearmut am 21.12.2015 - Blick zum Wilden Kaiser.

Ausreichend Schnee im Heutal, Chiemgauer Alpen am 14.01.2016

Nordstaulage mit intensivem Schneefall am 17.01.2016, Trainsjoch, Bayerische Voralpen

Bilderbuch-Wintertag am Simetsberg, Estergebirge, 18.01.2016

Überblick über die Schneesituation in den Alpen (Stand 05.02.2016)

Wetterverlauf

Eine sehr turbulente Wetterwoche liegt hinter uns. Am Samstag war nochmal ein toller Skitourentag mit strahlendem Sonnenschein und Firnbedingungen. Am Sonntag schneite es dann stark, wobei der Schneefall von Westen her in Regen überging. Zuletzt regnete es teils bis 2800 m im Westen und bis über 2000 m im Osten. Nach kurzer Wetterberuhigung am Montag und Dienstag schneite es am Mittwoch und Donnerstag im Norden und am Alpenhauptkamm.

Schneelage

In die Hochlagen ist der Winter zurückgekehrt, die beiden zurückliegenden Niederschlagsperioden brachten oberhalb 2000 m im Osten und oberhalb 2500 m im Westen rund 50 - 100 cm Neuschnee. Unterhalb hat es teils geschneit, zwischendurch aber auch massiv geregnet. Die Grenze an der sich Zuwachs und Abschmelzen bis Dienstag ungefähr die Waage hielten dürfe am Alpennordrand bei rund 2000 m im Westen und 1400 m im Osten liegen, inneralpin und in geschützten Staulöchern war diese Grenze bis zu 500 m niedriger. In tiefen Lagen hat sich die vorhergehende Schneedecke stark zurückgebildet, oftmals waren sonnen- und windexponierte Hänge bis über 1500 m hinauf aper und der letzte Neuschnee vom Donnerstag liegt dort nur auf dem blanken Boden.

In den nördlichen Ostalpen liegt mit Abstand am meisten Schnee zwischen Allgäuer Alpen, Arlberg und Silvretta, sowie östlich davon in den Nordweststaulagen der höchsten Kalkalpenstöcke. In den Bayerischen Alpen kann man schattseitig meist bis 1000 m abfahren, dichterer Wald, sonnseitige und vormals dem Wind ausgesetzte Westhänge waren am Dienstag unterhalb 1200-1500 m weitgehend aper. Oben drauf gab es die letzten Tage 25 - 50 cm Neuschnee - allerdings erst oberhalb rund 1000 m. Inneralpin hat sich die Lage  gegenüber den Alpenrandlagen etwas stärker verbessert, da vor allem die steinigen höher gelegenen Lagen markanten Neuschneezuwaschs bekommen haben und das Tauwetter in die Täler nicht ganz so fatal durchgreifen konnte. In Lagen ab rund 1000 bis 1500 m sollten so langsam die meisten (nicht allzu windanfälligen) Routen machbar sein.

Dürr schaut die Schneelage weiterhin (noch) in den Südalpen aus. Nur in Hauptkammnähe gab es die letzte Woche Neuschneezuwachs - also genau dort wo ohnehin noch am ehesten Touren möglich waren. Aber mit dem Sonntag dürfte sich das jetzt endlich markant ändern.

Nun zu den Westalpen. Besonders im Westen der Schweiz - im Berner Oberland, im Wallis und Richtung franz. Grenze, sowie ab den mittleren Lagen der Glarner Alpen und der Zentralschweiz herrschen ordentliche Bedingungen, die jetzt durch den letzten Neuschnee wieder aufgewertet wurden. Besonders in Weststaulagen liegen die Schneehöhen hier teils sogar knapp über den langjährigen Durchschnittswerten (sonst sind wir unterhalb 2000 m fast alpenweit mehr oder weniger deutlich unter den Mittelwerten). Momentan keine Skitouren sind im Tessin und in Teilen des Piemont möglich.

Die Lawinensituation, hat sich vorerst noch nicht großartig verbessert, allerdings ist durch die Warmphase davon auszugehen, dass sich das Altschneeproblem bis rund 2300 m jetzt so langsam normalisiert. In höheren Lagen bleibt aber der schlechte Schneedeckenaufbau und durch die Verfrachtungen und die generell größeren Schneemengen werden potenzielle Lawinen auch größer.

Die Schneequalität hat eine deutliche Aufwertung erfahren. Oberhalb 1500 m lag heute schattseitig Pulverschnee, unterhalb war er etwas schwerer, aber so kompakt, dass er noch gut fahrbar war. Morgen soll es aber deutlich wärmer werden, so dass diese Grenze ansteigen wird. Ein Problem ist der Windeinfluss, der exponierte Flächen oft bis auf den Harsch oder Untergrund abgeblasen hat, teils gibts auch windgepresste Bereiche. Am besten ist die Schneequalität wohl im Bereich windgeschützter Lagen im Bereich der Baumgrenze.

Tendenz

Der morgige Samstag wird sonnig und mild. Am Sonntag kommt Südföhn auf mit Staubewölkung am und südlich des Hauptkammes und nachfolgend ergiebigen Schneefall. Im Laufe des Tages zieht von Westen her eine Kaltfront durch, die auch im Norden das sonnige Wetter beendet und etwas Schneefall bringt. In der Folge ziehen ungefähr zweitägig Störungen mit Schneefall von West nach Ost durch mit meist kurzen Schönwetterfenstern dazwischen. Die Schneemengen werden voraussichtlich im Süden und am Hauptkamm in der nächsten Woche deutlich ansteigen und auch im Norden könnte nochmal etwas hinzukommen. Kritisch sind allerdings die Temperaturen - zwischendurch ist durchaus Regen bis in die mittleren und evtl. sogar Hochlagen möglich. In den tiefen Lagen wird sich wohl erstmal kein Winter einstellen.

Skitourenverhältnisse im Detail

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