Markus Stadler

Skitourenbedingungen - Schneeverhältnisse

Diese Rubrik liefert aktuelle Infos zur Schneelage für Skitouren. Im Frühwinter findet der Skitourengeher Infos wo bereits Touren sinnvoll sind. Im Hochwinter erfährt der Skibergsteiger wo es den besten Schnee gibt und im Frühjahr lassen die zu erwartenden Skitragezeiten besser einschätzen. Die verwendeten Höhenlagenangaben: tiefe Lagen (bis 1200 m), mittlere Lagen (bis zur Waldgrenze), Hochlagen (oberhalb der Waldgrenze).

Grundloser Neuschne am Wendelstein, 06.01.2017

Kalter Bilderbuch-Wintertag am 06.01.2017 in Osterhofen, Mangfallgebirge

Feine Pulverschneeabfahrt am Staffkogel, Kitzbüheler Alpen, 07.01.2017

Trübes Winterwetter mit Neuschnee am Mühlhörndl, Chiemgauer Alpen, 08.01.2017

Abgeblasene Westflanke an der Rampoldplatte, Wendelsteingebiet, 09.1.2017

Überblick über die Schneesituation in den Alpen (Stand 12.01.2017)

Der Winter machte in der vergangenen Woche seinem Namen endlich alle Ehre. Zumindest hierzulande in den Nordalpen stimmten Temperaturen und Optik mit dem überein, was man sich gemeinhin von dieser Jahreszeit erwartet. Nach dem Neuschnee von vergangener Woche brachte eine Warmfront am Sonntag nochmal 10-30 cm Neuschnee, lokal sogar noch etwas mehr. Es folgten einige gute Tourentage, wobei teilweise die Wolken hartnäckiger waren als vorhergesagt (bei uns so am Montag). Ab Mitte der Woche wurde es dann wieder turbulenter, mit Temperaturanstieg und Regen bis gegen 1000 m, sowie erneutem Neuschnee in östlichen Nordalpen. Während es zwischen Allgäu und Isar kaum mehr als 10 cm wurden, fielen Mittwoch/Donnerstag im Mangfallgebirge ostwärts meist um 20 cm, lokal auch mehr. Insgesamt haben sich die Einsinktiefen durch den Windeinfluss und den Temperaturanstieg verringert, so dass man zunehmend rauere Untergründe aufsuchen kann. Allerdings sind besonders in den Hochlagen windexponierte Hänge oft komplett aper geblasen.

Im Folgenden ein Überblick über die aktuelle alpenweite Situation:

Ostalpen: Sehr gut sieht die Schneelage östlich von Salzburg aus. Talabfahrten sind hier fast überall möglich und im tiefen Osten (Ausseer Land bis Hochschwab) besitzen inzwischen selbst Waldabfahrten eine ausreichende Basis. Westlich der Salzach nimmt die Schneemenge deutlich ab - felsige Untergründe sollte man in den Kalkalpen noch meiden ebenso wie dem Wind ausgesetzte Lagen. Auch inneralpin hat es generell noch recht wenig Schnee, so dass dort gute Ortskenntnis für Skitouren erforderlich ist.

Westalpen: Hier ist die Situation eher umgekehrt. Während im Norden oft zu wenig Schnee für Skitouren liegt, ist auf der Südseite des Alpenhauptkammes in den Hochlagen eine Altschneedecke vorhanden, Neuschnee gab es allerdings zuletzt keinen mehr. Skitouren sind hier meist von hohen Ausgangspunkten möglich, die Schneequalität hat durch die längere Zeitspanne seit dem letzten Schneefall und einige stürmischen Wetterlagen aber gelitten. Am meisten Schnee liegt vom nördlichen Tessin übers Simplongebiet, Aostatal bis hinab zum Monte Viso, allerdings ist eine ensprechende Ausgangshöhe von mind. 1600 - 1800 m (schattseitig) anzuraten, gut wirds erst oberhalb 2000 m. Ähnliches gilt jenseits der Grenze zwischen Mont Blanc und Dauphine, allerdings hat es insgesamt weniger Schnee.

Lawinengefahr: Insgesamt ist die Lawinensituation eher heikel. Die Kombination aus Kälte, Wind und in den Hochlagen aufgebautem oder verkrustetem Altschnee erfordert genaues Studium der Lageberichte und differenzierte Entscheidungen vor Ort.

Vorausschau: Freitag bis Sonntag ist weiterer Neuschnee angekündigt. Diesmal profitieren auch die Westalpen, wo die gesamte Nordseite in Staulagen auf einen halben Meter Neuschnee hoffen darf. Das gilt auch für die nördliche Hälfte der französischen Alpen sowie vom Rätikon bis ins Allgäu. Weiter im Osten wird es wohl weniger, aber auf die vorhandene Unterlage sollten bis zum Sonntag morgen nochmal 10-20 cm, teilweise auch über 30cm draufkommen. Die größeren Mengen dürfte diesmal der Westen Tirols (auch inneralpine Gebiete wie Sellrain, Tuxer Alpen), sowie der Alpenhauptkamm vom Brenner bis zum Großglockner bekommen. Und - wie letzte Woche bereits angedeutet - auch der Süden bekommt was ab: in den Karnischen Alpen und den Karawanken sollten sich 10-20 cm ausgehen, was allerdings noch nicht für Skitouren reichen wird. In den Julischen Alpen könnten es auch 40 cm werden. Danach dürfte sich erstmal kaltes und wenig spektakuläres Wetter etablieren, mit etwas Sonne, einigen Wolken und gelegentlichen unergiebigen Schneefällen.

Skitourenverhältnisse im Detail

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