Markus Stadler

Eisklettern rund um Rosenheim


Rudi Schrems klettert "DryAge", Arzmoos - Foto: R. Halisch

Es muss nicht immer nur Gastein, Rudolfshütte, Zillertal, Pitztal oder Stubai sein - auch woanders und oftmals garnicht so weit weg - finden sich kleinere aber nicht uninteressante Ziele. Einige davon will ich hier vorstellen. Die Beschreibungen gehen auf Robert Halisch zurück, der sie in seinem ersten Kletterführer Rosenheim veröffentlichte und mir dankenswerterweise die Veröffentlichung hier gestattet.

Arzmoosfälle

Zugang: Auf der Sudelfeldstrasse bis zum grossen Parkplatz in der Arzmooskurve. Nun rechts vom Bach nach Norden zu den Unteren Arzmoos-Almen (ca. 15 min) und nach links zum Wasserfall

  1. Linke Reibn WI4; Halisch/Huber 1996 (hat sich seit 1998 nicht mehr gebildet)
  2. Zapfnlust WI4 M5; Halisch 2010 Schwierigkeit sehr unterschiedlich (Ende Jan. 2010 konnte die Route komplett ohne Felsberührung geklettert werden)
  3. Kundls Zahn WI5; schon vor 1995 begangen
  4. Hauptfall WI4
  5. Brausesause M6; Halisch 2008 Ausstiegsvariante zu 4
  6. Kopfvorausvariante M7; Halisch 2008 Ausstiegsvariante zu 4 Vorsicht beim Ausstieg!
  7. ned fiachdn WI4 M7; Halisch 2010
  8. Übungsfall WI3
  9. DryAge Wi 4-5 M6+ - 7+ je nach Eisverhältnissen, Rudi Schrems 2016

 


Philosophenfall (Flintsbach)

Zugang: In Flintsbach vom Wanderparkplatz Asten der Fahrstrasse nach Westen folgend, über die Brücke bis links der erste Weg einbiegt. Auf ihm bis zur Wehrmauer mit Teich. Nun dem Bachverlauf folgen bis zum Wasserfall.

Wasserfallhöhe: ca. 70 m

Schwierigkeit: 45 bis 80°

Abstieg: Nach dem letzten Aufschwung nach rechts queren und über steiles Gras absteigen oder weiter aufwärts bis zur Brücke und über "Wagner am Berg" zurück zum Einstieg


Vordere Giessenbachklamm (Kiefersfelden)

Zugang: Von Kiefersfelden der Ausschilderung in die Giessenbachklamm folgen, bis zu den ersten Geländern über der Schlucht.

Höhe: bis 20 m

Schwierigkeit: 75 bis 90° (Toprope-Klettern am Geländer)

 


"Übungsfälle" Euzenauerbach (Windshausen)

Zugang: Von Nußdorf in Richtung Ebbs, nach Bergen links abbiegen Richtung Buchau. Nun immer geradeaus bis zum E-Werk Mühlhausen. Hier parken. Zum Bachbett absteigen und diesem etwa 100 Meter aufwärts folgen bis zum ersten Fall (der ist auch von oben erreichbar). Dem Bachverlauf etwa 15 Minuten bis zum 2. Fall folgen.

Höhe: 1. Fall ca. 25 m, 2. Fall etwa 12 m

Schwierigkeit:  1. Fall 60 bis 80°, 2. Fall bis 90° (ca. WI 2 bis 3 +)


Heuberg, Höllwandgraben: "Ice-T"

Zugang: Von Nußdorf in Richtung Ebbs, nach Bergen links abbiegen Richtung Buchau. Am Parkplatz bei Spedition Dettendorfer parken. Der gesperrten Strasse bis zur ersten scharfen Rechtskurve folgen, dann nach links auf einem Pfad bis zum Bachbett. Dem Bachverlauf aufwärts bis zum Eisfall.

Höhe: ca. 70 m Kletterlänge

Schwierigkeit: ca. WI 4; 80 bis 90°, die 3. Seillänge ist meist schlecht abzusichern, der Ausstieg je nach Verhältnissen heikel

Erstbegehung: vermutl. Robert Halisch und Helmut Huber 1997

 


Eibergfall (Kufstein)

Zugang: Auf der Strasse Kufstein - Scheffau (Eibergstrasse) bis zum Ende der Steigungsstrecke nach dem Zementwerk. Kurz nachdem die Strasse flacher wird befindet sich auf der linken Strassenseite der Parkplatz. In wenigen Minuten zum gut sichtbaren Wasserfall.

Höhe: ca. 250 m Kletterlänge

Schwierigkeit: WI 3+; 60 bis 80°, Stellen 90°, die erste SL kann rechts umgangen werden, nach der 4. SL ist ein Ausqueren nach links zur "Steinernen Stiege" möglich

Abstieg: Links neben dem Fall führt die "Steinerne Stiege" herab - sie wird als Abstieg benutzt.

Hinweis: Bei guten Verhältnissen ist am Wochenende oft viel Betrieb - besser unter der Woche klettern!

 


Oberwössen, Vogelwand

Zugang: Von Marquartstein nach Oberwössen. Am Ortsausgang von Oberwössen rechts parken. Nun nach rechts immer an der Wand entlang bis zum Wasserfall, 15 Minuten.

Schwierigkeit: ca. WI 3 bis WI 4; 70 - 90 Grad

Abstieg: Am Ausstieg 50 m nach rechts und über Bäume abseilen

Vogelwand-Fall


Weitere Eisfälle in der Region finden sich im Raum Kufstein (z. B. Kaisertal), Thiersee (Glemmtal) und am Achenpass/Sylvensteinsee.