Markus Stadler

Skitourenbericht

Skitouren-Durchquerung Zillertaler Alpen

Sechstägige Skitour vom Brenner zum Gerlospass

Beste Bedingungen und gutes Wetter auf der Zillertaler Durchquerung.
Beste Bedingungen und gutes Wetter auf der Zillertaler Durchquerung.

Eine klassische Durchquerung sollte es mal wieder sein, und nachdem die Zillertaler Alpen schon lange auf der "Agenda" standen, haben wir das Schönwetterfenster von 11. bis 16. April 2015 für diese gewaltige Tour genutzt. Allerdings war die "klassische" Beschreibung des Auftakts der Durchquerung über das Skigebiet nicht nach unserem Geschmack, und so haben wir die Durchquerung fast am Brennerpass begonnen und sind zunächst übers Valser Tal (St. Jodok am Brennerpass) zur Geraer Hütte aufgestiegen. Dort hat uns ein uriger Winterraum begrüßt (AV-Schlüssel erforderlich).

Los gehts in den Talschluss des Valser Tales - Im Hintergrund droht die Sagwand.
Los gehts in den Talschluss des Valser Tales - Im Hintergrund droht die Sagwand.

 Winterraum der Geraer Hütte
Winterraum der Geraer Hütte

Am zweiten Tag geht unsere Variante über die Alpeiner Scharte und das Unterschrammachkar zum Schlegeisspeicher, wo unsere Variante wieder auf die Originalbeschreibung trifft. Nun muß am Speichersee entlanggelaufen werden, und dieser Bereich ist stark durch Nassschneelawinen vom Hochstellerkamm gefährdet. Wir waren früh unterwegs und hatten zusätzlich das Glück, dass am Morgen die Sonne noch hinter Wolken versteckt war. Deshalb waren wir schon am Südende des Sees angelangt, als hinter uns das Gerumple der Lawinen begonnen hat. Der steile Aufstieg zum Furtschaglhaus folgt etwa dem Sommerweg. Der Winterraum wäre perfekt, wenn der Ofen nicht so winzig wäre und wenn es zu den wenigen Töpfen auch Deckel geben würde, aber im derzeitigen Zustand ist Wasser-aus-Schnee-schmelzen für eine fünfköpfige Gruppe schon sehr mühsam. Ein zusätzlicher Gaskocher ist hier empfehlenswert.

Aufstieg zur Alpeiner Scharte mit Schrammacher und Sagwand im Rücken.
Aufstieg zur Alpeiner Scharte mit Schrammacher und Sagwand im Rücken.

Abfahrt zum Schlegeisstausee
Abfahrt zum Schlegeisstausee

Querung des Stausees mit Blick in den Talschluss am Schlegeis
Querung des Stausees mit Blick in den Talschluss am Schlegeis

Die letzten Meter zum Furtschaglhaus
Die letzten Meter zum Furtschaglhaus

Am dritten Tag folgt der Übergang zur Berliner Hütte. Zunächst wird die westliche Möselescharte bestiegen, von der es laut Beschreibung auf der Ostseite "einige Meter steil durch Felsen hinab" gehen soll. Ob hier der Gletscherrückgang zugeschlagen hat? Jedenfalls ist an einen direkten Abstieg vom tiefsten Punkt der Scharte nicht zu denken. Vielleicht kann man ein gutes Stück zum Großen Möseler ansteigen und dann durch eine sehr steile Schneerinne absteigen? Wir haben uns für die Traverse des Möselekopfes und den Abstieg durch dessen sehr steile Ostflanke entschieden. (Bei sehr guten Schnee ev. fahrbar, jedoch zwischen 40 und 45 Grad steil!) Bei weiterer Ausaperung könnte aber auch dieser Abstieg schwierig werden, so dass vielleicht irgendwann in der Zukunft der Möselekopf sogar im Westen und Süden umgangen werden muss. Nachdem der östliche Nöfesferner erreicht war, konnte der Große Möseler über seine Südostflanke bestiegen werden. Danach geht es südseitig um einen Gratausläufer von Punkt 3271 herum und mit einem kurzen Anstieg, zuletzt ein paar Meter steil durch Felsen, zur Östlichen Möselescharte, von der aus man bequem mit Ski (am Seil) über das Waxeggkees abfahren kann. Ein Gegenanstieg von ca 150 Hm führt zum hervorragenden Winterraum der Berliner Hütte.

Aufstieg vom Furtschaglhaus zum Gr. Möseler - im Hintergrund der Hochfeiler.
Aufstieg vom Furtschaglhaus zum Gr. Möseler - im Hintergrund der Hochfeiler.

Hochfeiler vom Anstieg zum Möseler
Hochfeiler- Nordwand

Blick zum Möselekopf - die Einsenkung im Nordgrat ist die Westliche Möselescharte, deren Ostflanke inzwischen ausgeapert ist und über den Möselekopf umgangen wird.
Blick zum Möselekopf - die Einsenkung im Nordgrat ist die Westliche Möselescharte, deren Ostflanke inzwischen ausgeapert ist und über den Möselekopf umgangen wird.

Aufstieg zum Großen Möseler.
Aufstieg zum Großen Möseler.

Abfahrt über das Waxeckkees
Abfahrt über das Waxeckkees.

Abfahrt zur Berliner Hütte.
Abfahrt zur Berliner Hütte.

Winterraum der Berliner Hütte.
Winterraum der Berliner Hütte.

Der vierte Tag führt eigentlich über den Schwarzenstein zur Greizer Hütte. Leider hat der Wetterbericht für den Freitag ein Ende der Schönwetterperiode angekündigt, so dass wir mit unserem Wunsch, die Zillertaler komplett zu durchqueren, eine "Straffung" des Programms vornehmen mussten: Wir gehen gleich von der Berliner Hütte bis zur Kasseler Hütte! Mögliche Gipfel beim Übergang (Möchner oder Schwarzenstein) lassen wir liegen, zumal uns genau an diesem sehr hohen Übergang eine Störung erwischt und wir uns im White-Out zum Trippachsattel hinabbasteln mussten. Kaum dort angekommen, wurde es wieder schön, und wir konnten im Rückblick den gewaltigen Lawinenanriss in der Ostflanke des Schwarzenstein bewundern. Gut, dass wir so weit nach Süden ausgewichen sind, fast bis zur Schwarzensteinhütte! Vom Trippachsattel sind wir unter den Floitenspitzen und dem Löffler durchgequert (wieder Abfahrt am Seil) und sind dann, statt zur Greizer Hütte hinab, gleich zur Löfflerscharte hinaufgestiegen. Dort muss man westseitig etwa 50 Hm hinaufstapfen und ostseitig fast 100 Hm steil hinab. Dieser Übergang ist zwar deutlich schwieriger als die sonst zwischen Greizer und Kasseler Hütte übliche Lapenscharte, aber beim ansonsten gebräuchlichen Übergang muss man ja außer der Lapenscharte auch noch den langen felsigen Nordostgrat der Greizer Spitze überqueren, und diesen zweiten Übergang erspart man sich bei der Traverse über die Löfflerscharte! Nach der Löfflerscharte folgt eine lange Querung, abwärts, aufwärts, zuletzt wieder abwärts, bis die Kasseler Hütte mit ihrem kleinen Winterraum erreicht ist. (6 Lager, dünne Decken, guter Ofen).

Aufstieg in Richtung Schwarzenstein.
Aufstieg in Richtung Schwarzenstein.

Basteln am Übergang zum Trippbachsattel
"Basteln" am Übergang zum Trippbachsattel

Abfahrt am Floitenkees
Abfahrt am Floitenkees

Floitenkees-Ende - Umrüsten zum Aufstieg in Richtung Löfflerscharte.
Floitenkees-Ende - Umrüsten zum Aufstieg in Richtung Löfflerscharte.

Löfflerscharte von Westen
Löfflerscharte von Westen


Löfflerscharte von Osten

Querung zur Kasseler Hütte
Querung zur Kasseler Hütte

Winterraum freilegen an der Kasseler Hütte
Winterraum freilegen an der Kasseler Hütte

Am fünften Tag wird die Wollbachspitze überschritten, und ein traumhafter langer Nordosthang führt hinab in der Sundergrund. Und wir hatten Glück, dass der Schnee bis auf die Rachhüttenalm (1430m) hinabgereicht hat und sich das Ski-tragen hinab zum Wirtshaus in der Au in Grenzen gehalten hat! Das Wirtshaus in der Au ist heuer offiziell geschlossen, weil es unfallbedingt nicht vernünftig betrieben werden kann. Wir durften dennoch im Lager übernachten und haben uns selbst mit unseren Kochern versorgt. Ein Dankeschön an die Wirtsleut!

Keilbachspitze im Aufstieg zur Wollbachspitze
Keilbachspitze im Aufstieg zur Wollbachspitze

Gipfelanstieg zur Wollbachspitze
Gipfelanstieg zur Wollbachspitze

Hammer-Abfahrt von der Wollbachspitze
Hammer-Abfahrt von der Wollbachspitze

Talausfahrt durch den Sundergrund
Talausfahrt durch den Sundergrund

Gasthaus in der Au - die erste Wirtschaft seit fünf Tagen... aber eigentlich geschlossen.
Gasthaus in der Au - die erste Wirtschaft seit fünf Tagen... aber eigentlich geschlossen.

Der sechste Tag beginnt sehr mühsam! Es gilt, die Teerstraße mit ihren Tunnels zum Speicher Zillergründl hinaufzugehen, und dank vieler Fotomotive (Eissäulen im letzten Tunnel) hat es mehr als 2 Stunden gedauert, bis wir am Speichersee in die Ski steigen konnten und der eigentliche Skitourenaufstieg durchs Zillerkar beginnt. Wir haben den Kuchelmooskopf als wunderschönen Aussichtsgipfel bestiegen und danach den erstaunlich einfachen Übergang über die Schönachschneid zum Schönachkees genommen. Eine zügige Abfahrt ins Schönachtal folgt, bei der sich unser Telemarker leider seinen Ski abgebrochen hat. Der Abfahrtsgenuss wurde nochmal beim Issanger-Almboden (ca 1500) unterbrochen, weil sehr lästige Lawinen- und Eisschlagreste die Forststraße überdeckt haben. Bei der Jausenstation war endgültig Schluss mit dem Schnee, und die letzten 3 Kilometer mussten wir die Ski nach Gerlos hinabtragen. Per Bus und Bahn sind wir anschließend in ca 3 Stunden Fahrzeit nach St. Jodok am Brenner zu unseren Autos zurückgefahren. Und am folgenden Tag wurde das Wetter tatsächlich so richtig schlecht !

Eistunnel am Speicher Zillergrund
Eistunnel am Speicher Zillergrund

Aufstieg zum Kuchelmooskopf
Aufstieg zum Kuchelmooskopf

Gipfelaufbau des Kuchelmooskopf
Gipfelaufbau des Kuchelmooskopf

Einfahrt in den Nordhang der Schönachschneid
Einfahrt in den Nordhang der Schönachschneid

Blick talauswärts Richtung Gerlos
Blick talauswärts Richtung Gerlos

Gleich ist es vorbei. Im Schönachtal
Gleich ist es vorbei. Im Schönachtal.

Bericht: Edu Koch
Fotos: Edu Koch, Bernd Pörtl

Karte: Alpenvereinskarten Nr. 31/5 Brenner-Berge und Nr. 35/1 bis 35/3 Zillertaler Alpen

Aktuelle Infos: Skitourenverhältnisse


Skitourenführer

Skitourenführer Tuxer Alpen und Zillertaler Alpen

Skitourenführer Tuxer Alpen, Markus Stadler; Panico-Verlag; 1. Auflage 2012.

 

Hier könnt Ihr den Führer direkt beim Panico-Verlag bestellen

 

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