Der Dolomitenmörder (Bergkrimi)
Titel: Der Dolomitenmörder
Autor: Lutz Kreutzer
Verlag: Gmeiner Verlag
Seitenzahl: 344
Sprache: deutsch
Preis: 17,00 €
Für wen: Fans der Kategorie "Alpenkrimis" - aber auch alpin weniger ambitionierten Krimifans zu empfehlen.
Wo: online bei Buch7.de
Rezension
Bergkrimis haftet gerne (und oft zu Recht) der Ruf an, Krimis zweiter oder dritter Klasse zu sein, die vor allem bergaffinen Lesern ein virtuelles Bergerlebnis verschaffen sollen, anstatt eine fesselnde Geschichte zu erzählen. "Der Dolomitenmörder" von Lutz Kreutzer hingegen kann tatsächlich als echter Kriminalroman durchgehen. Die packende Story handelt von einem abartigen Psychopathen und scheint anfangs zu unwirklich, um sie ernst nehmen zu können. Nach und nach schälen sich aber immer mehr Details zu dessen Persönlichkeitsstörung heraus, so dass man sie schlussendlich als durchaus realistisch ansieht. Anders als bei vielen anderen Alpenkrimis ahnt man jedoch nach den ersten Kapiteln noch nicht, in welche Richtung sich der Fall entwickeln wird und wer hinter der sehr blutigen Spur steckt, die sich durch die Handlung zieht. Es bleibt spannend bis zuletzt.
Auch die Charaktere der anderen Hauptdarsteller werden zum großen Teil sehr detailliert herausgearbeitet und sind fast durchweg in sich schlüssig. Und was ist jetzt nun das "alpine" an diesem Krimi? Sehr viel sogar! Die gesamte Handlung spielt sich zwischen Oberkärnten und den Dolomiten ab. Der Vorspann beginnt mit einer Begehung der Schleierkante in der Palagruppe. Es folgen zahlreiche weitere Abschnitte, die geschickt die Handlung und real existierende Kletterrouten, Klettersteige, Wanderziele und Berghütten miteinander verweben. Reale Schauplätze in den Dolomiten bindet der Autor wirklichkeitstreu und mit ihren besonderen Charakteristiken in ein stimmiges Gesamtkonzept ein. Letztendlich werden Leser mit alpinistischen Kenntnissen mehr von diesem Krimi haben als ein eingefleischter Flachlandtiroler. Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass auch Leser, die mit den Bezeichnungen "Cinque Torri", "Standplatz" oder "Klettersteig" wenig anfangen können, das Buch gerne bis zum Ende lesen.
Fazit: Bisher der beste "Alpenkrimi", den ich in den Fingern hatte. Hier passt einfach alles: eine fesselnde Geschichte, ein angenehmer Schreibstil und ausgezeichnete alpine Fachkenntnis des Autors. Prädikat "sehr empfehlenswert"!
(Hinweis: Dieser Krimi ist in der Originalausgabe 2015 unter dem Titel “Der Grenzgänger” im Bergverlag Rother erschienen.)