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Franken 2 - Kletterführer Nördlicher Frankenjura, Röker

Franken 2 - Kletterführer Nördlicher Frankenjura, Röker

Sportklettern im südlichen Teil der Fränkischen Schweiz

Titel: Kletterführer Nördlicher Frankenjura - Franken 2

Autoren: Ulrich und Harald Röker

Verlag:Gebro-Verlag

Seiten: 704

Preis: 32,00 €

Für wen: Sportkletterer, die sich im südlichen Bereich des nördlichen Frankenjura austoben wollen.

Wo:AMAZON

Rezension

Das Frankenjura mit seinen unzähligen Massiven und Massivchen ist ein unerschöpfliches Betätigungsfeld für alle Sportkletterer - und auch für Führerautoren wenn man sich die mittlerweile recht umfangreiche Auswahl an Literatur zu diesem Gebiet anschaut. Dass auch die Rökers in der 2. Auflage ihres Führer keine Wahnsinns-Geheimtipps mehr preisgeben können liegt weniger an deren Wollen, sondern mehr daran, dass von den lohnenden Felsen wohl doch schon nahezu alle irgendwo - und wenns nur im Internet ist - veröffentlicht wurden.

Im Vergleich zur 1. Auflage hat aber der Umfang des Buches nochmal ordentlich zugenommen. Und selbst in Zeiten des Internets kann ein kompaktes, übersichtliches und ordentlich aufgemachtes Führerwerk ein wichtiger Vorteil gegenüber einer Loseblattsammlung sein - insbesondere wenn man am frisch ausgedruckten Fels ankommt und dann wegen Überfüllung oder Nässe nix geht (und das I-Phone kein Netz hat...). Kommen wir zur Aufmachung: Im Gegensatz zur ersten Auflage wurde das Coverlayout etwas "verschlankt" und wirkt dadurch ruhiger - auch wenn weiterhin die sehr knallige Farbkombination ein wenig in den Augen beißt. Allerdings ist das aus marketingstrategischen Gründen wohl so gewollt und sicher nicht verkehrt, um sich von den diversen Konkurrenzprodukten im Bücherregal abzuheben. Das ganzformatige Titelbild mit hübschem Mädel in sauschwerer Tour ist dafür sicherlich nicht von Nachteil.

Das Highlight der Rökerführer sind natürlich die Topos, die von Uli Röker mit einem sehr guten Auge für die Struktur kunstvoll gezeichnet werden, wodurch die Orientierung an der Wand in der Regel problemlos gelingt. Die Zustiegsskizzen sind zwar ebenfalls supergenau - wer aber nicht (mehr?) im Vollbesitz seiner Sehschärfe ist, sollte die Lesebrille nicht vergessen, da sie sehr klein sind. Eine Lageübersicht der Felsen am Ende des Buchs erleichtert die Anfahrt, einem Gebietsneuling sollte aber zusätzlich eine detaillierte Straßenkarte ans Herz gelegt werden, da die Orientierung in dieser Waldhügel-Landschaft erfahrungsgemäß immer wieder Probleme bereitet. Ist der Parkplatz gefunden orientiert man sich anhand der Zustiegsskizzen und der ausführlichen Zugangsbeschreibung die jedem Felsen vorangestellt ist. Ein Plus für nicht-deutschsprachige Kletterer ist in jedem Fall die englische Übersetzung der allgemeinen Infos und der Zugangsbeschreibung. Deutlich gewonnen hat der Führer durch die nun komplett 4-farbige Gestaltung. Allerdings hätte man die Farben - ähnlich wie bei den Panico-Führern - auch zur besseren Übersicht der Gliederung nutzen können. Die rote Hervorhebung der "besonders lohnenden" Kletterfelsen finde ich allerdings nicht so gut, da die Auswahl noch subjektiver ist als die Schwierigkeitsbewertung und die Massen soimt noch mehr zu den meist eh schon überlaufenen Modegebieten gelenkt werden. Die parallel eingesetzte Sternchenbewertung dient eigentlich dem gleichen Zweck und hätte dafür m.A. nach leicht ausgereicht. Bei den Kletterbildern hat sich ebenfalls einiges verbessert - sehr viele meist gute Kletterbilder machen Lust aufs Durchblättern und Klettern. Dass bei über 150 Bildern aus den dunklen fränkischen Wäldern nicht jedes in Top-Qualität daherkommen ist verständlich.

Aus "Gewichtsgründen" wurde ein etwas leichteres Papier verwendet, das den Bildern einen Tick an Brillianz kostet, Text und Topos aber weiterhin in idealer Form darstellt. Interessant und vielleicht für den ein oder anderen fleißigen Routeneinrichter/sanierer eine nette Würdigung für die Arbeit sind deren Portraits, die zwischen die Gebietsbeschreibungen eingestreut sind. Ebenso wie die Kochrezepte lokaler Spezialitäten und die Gastronomie-Tipps auf der letzten Seite ein informativer Zusatzservice, der das Buch angenehm abrundet. Die bereits angesprochene "Sternchenbewertung" dürfte vor allem dem Gebietsfremden die Auswahl aus dem riesigen Angebot etwas erleichtern, sollte aber nicht zu sehr fokussieren. Da aber die einzelnen Routen ohne Charakteristik angeboten werden muss man sich anhand der verbalen Gebietscharakteristig und dem Topo (sowie einem evtl. Kletterfoto) ein Bild von den Felsen und dem dortigen Routenangebot machen. Als kleine Leseprobe bietet der Verlag auf seiner Homepage einen Ausschnitt aus dem beliebten Trubachtal als PDF-Datei an.

Fazit: Insgesamt ist den bienenfleißigen Autoren hiermit ein eindrucksvoller Kletterführer mit guten Topos für eins der besten Klettergebiete der Welt gelungen. Ebenso empfehlenswert ist Band 1 für die nördlichen Gebiete zwischen Gößweinstein und Kleinziegenfelder Tal.

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