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Rockgod

Rockgod - Das Leben einer Kletterlegende

Das Leben einer Kletterlegende

Titel: Rockgod - Das Leben einer Kletterlegende

Autor: Jerry Moffatt, Niall Grimes, Flo Scheimpflug (Übersetzer)

Verlag:Panico-Alpinverlag (1. Auflage 2011)

Seitenzahl: 408

Sprache: deutsch

Preis: 14,80 €

Für wen: alle, die schon immer mal wissen wollten wie ein leidenschaftlicher Sportkletterer lebt, denkt und .... klettert

Wo: online beim Panico-Alpinverlag

Rezension

Eine Autobiografie? "Oje," werden viele stöhnen, beim Gedanken an ultrapeinliche Lebensbeichten drittklassiger Playback-Stars und anderer C-Promis, die glauben alle Langweiligkeiten in Büchern von sich Preis geben zu müssen, die ohnehin schon in zig Talkshows und Klatschblättern verbreitet wurden, "nun halt auch noch ein Kletterer aus einer längst vergangenen Zeit". Weit gefehlt! Mal abgesehen von der Tatsache, das jedes noch so durchschnittliche Sportkletterleben schon um Meilen spannender und interessanter ist als sämtliche Dschungel-Camp-Stories zusammen, handelt es sich nicht um irgendeinen Kletterer. Jerry Moffatt war von Mitte der 80er Jahre ein Jahrzehnt lang eine der schillerndsten und einflussreichsten Gestalten der jungen, weltweiten Sportkletterszene. Er konnte ohne eine warme Mahlzeit wochenlang in einer Höhle hausen, nur um kostengünstig die schwierigsten Kletterrouten des damaligen Top-Gebiets Buoux in Südfrankreich zu klettern - aber auch mal im Ferrari am Felsen vorfahren, ohne als kompletter Idiot zu gelten.

Jerry Moffat hat nicht nur die jeweils schwierigsten Routen seiner Zeit geklettert, sondern es auch geschafft in der Wettkampfszene ganz nach vorne zu gelangen. Darüberhinaus hatte er als Profikletterer die Möglichkeit zu exotischen Reisen mit skurrilen Erlebnissen und war nach seiner Kletterkarriere als Geschäftsmann erfolgreich. Er schildert seinen Werdegang vom Klassenversager mit Lese-Schreib-Schwäche über die besessenen Kletteranfänge mit spartanischen Mitteln bis hin zu den ersten beeindruckenden Erfolgen. Er musste aber auch herbe Rückschläge in Form von Verletzungen hinnehmen. Glück, gute Freunde, vor allem aber ein eiserner Wille und professionelle Zielstrebigkeit brachten ihn jedoch immer wieder nach vorne. In einer sehr offenen, teils selbstironischen Art erzählt er von seiner Motivation und seinen Methoden, die ihn an sein Ziel brachten.

Der Leser lernt mit diesem Buch Jerry Moffatt sehr persönlich kennen und viele Hintergründe und Fakten können einem Sporkletterer Anregung und Ideen für seine eigene Entwicklung liefern. Zahlreiche Anekdoten am Rande handeln meist von Erlebnissen mit den unzähligen anderen weltbekannten Kletterern, mit denen er seine Zeit verbrachte. Nicht nur Jerry Moffatt wird einem bei der Lektüre vertraut, sondern auch die damaligen Stars der Szene wie Ben Moon, Wolfgang Güllich, Kurt Albert, John Bachar, Ron Kauk, Jibe Tribout und viele andere. Man taucht selbst förmlich ein in diese Szene und wird ein Teil von ihr. Es handelt sich um eine tolle Dokumentation der Entwicklung des Sporkletterns in den 80er und frühen 90er Jahren, die man durchaus auch Nicht-Kletterern emfpehlen kann, die immer schon mal wissen wollten was in Köpfen von Leuten vorgeht, die ihre komplette Energie auf ein paar Meter Fels konzentrieren können.

Fazit: Ein absolut emfpehlenswertes Buch, das sehr unterhaltsam geschrieben ist und darüberhinaus jede Menge Hintergrundwissen rüberbringt. Kompliment nicht nur an Jerry Moffatt und seinen Writer Niall Grimes, sondern auch an den Übersetzer Flo Scheimpflug, der die Texte und Dialoge sehr authentisch und lebendig ins Deutsche gebracht hat.

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