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Steinplatte - Panico-Alpinkletterführer

Kletterführer Steinplatte

Sportklettern und Alpinklettern in den südlichen Chiemgauer Alpen

Titel:  Kletterführer Steinplatte

Titel:  Wiesloch | Wemeteigen | Sonnwand | Loferer Alm | Klettergärten

Autor: Adi Stocker

Verlag:Panico Alpinverlag; 3. Auflage (2019)

Seiten: 384 Seiten

Preis: 39,80 €

Für wen:  Alpinisten und Sportkletterer jeden Schwierigkeitsgrades

Wo:bestellen beim Panico-Alpinverlag

Rezension

Das "beste Klettergebiet der Welt" hat nun endlich den ihm angemessenen eigenen Kletterführer. Die (auch nicht schlechten) quergebänderten Stoabergrouten und die Klettereien in den Niederungen von Hohlwegen mussten der enorm gewachsenen Routenfülle zwischen Steinplatte und Grubhörndl weichen.  Das beste Klettergebiet der Welt in den Chiemgauer Alpen? Logisch, dass eine solche Aussage nur aus dem befangenen Mund gestandener Lokalpatrioten kommen kann. Bisher wurde dieses Prädikat u.a.dem Klettergebiet Ceüse zugestanden, aber wer im neuen Steinplattenführer von Adi Stocker blättert, wird schnell erkennen, dass es sich hier um ein Felsjuwel handelt, das wirklich keinen Vergleich scheuen braucht. An dem gut sieben  Kilometer langen Felsband zwischen Waidring und Lofer gibt es inzwischen mehr als 800 Kletterrouten - etwa ein Drittel davon sind Mehrseillängenrouten mit bis zu acht Seillängen (z. B. Ironmouse). Hier kommt fast jeder auf seine Kosten: Es gibt anfängertaugliche Klettergärten, leichte Plaisir-Mehrseillängen-Routen im 5. und 6. Grad, sehr viele anspruchsvolle alpine Sportkletterrouten vom 7.-9. Grad, einige wenige klassische Alpinklettereien und absolute High-End Linien für die Spitzenkletterer mit mehreren Seillängen im 10. und 11. Grad. Vor allem aber: Die Wand bietet immer noch ein großes Potenzial an unerschlossenen Felsen.

Adi Stockers Ziel war es, dem besten Klettergebiet auch den besten Kletterführer zu widmen - und dafür hat er sich mächtig ins Zeug gelegt. Seine Topos sind wie gewohnt optisch sehr ansprechend gestaltet. Die natürlichen Felsproportionen und -strukturen weitgehend originalgetreu abbildend, werden darin alle relevanten Details (inkl. sämtlicher Haken) wiedergegeben. In der eng vernetzten lokalen Klettercommunity ist der Autor einer der Dreh- und Angelpunkte (was die hohe Präsenz lokaler Klettergrößen bei seiner Buchvorstellung beweist), so dass er als Autor auch Zugang zu jeder verfügbaren Information über die Kletterrouten hat. Und als ob das noch nicht genug wäre hat er sich noch mit dem Kletterfotografen Michi Meisl zusammengetan, der zahllose Top-Fotos (u.a. das geniale Titelbild) beigesteuert hat.

Das Ergebnis gibt es nun auf 384 Seiten + den 30 doppelseitigen Topokarten der Mehr-Seillängen-Routen zu bestaunen und für 39,80 Euro im Panico-Verlag zu kaufen. Ein beeindruckend umfassendes Werk mit gewaltiger Informationsdichte. Manmchal vielleicht etwas zu dicht, so dass manches Topo für das Din A 5 Format  etwas überladen ist. In diesen Fällen rate ich zu einer DIN A 4 Kopie der Topos oder (was ohnehin viele machen) ein Foto mit dem Smartphone und dann für das Detailstudium in der Klettertour hineinzoomen.

Wer die letzte Auflage (2010) des Steinplattenführers hat, wird vieles kaum noch wiedererkennen. Optisch auffälligste Neuerung neben Michi Meisls super Bildern sind die jetzt durchgehend großformatigen, gestochen scharfen Wandfotos. Ansonsten sind sehr viele neue Routen hinzugekommen, die sich über den gesamten Wandriegel verteilen. Sogar in den bereits vorher schon gut erschlossenen Bereichen an der Steinplatte, an der Wemeteigenalm und am Urlkopf gibt es jede Menge Neuerungen. Bei der Vielzahl an Touren und Bohrhaken sowie sich kreuzenden Linien ist es in jedem Fall empfehlenswert das neuste Topo mitzuführen, um eine realistische Chance zu haben, den Überblick zu behalten.

Fazit: Ein Kletterführer, mit dem sich Adi Stocker erneut selbst übertroffen hat. Unbedingt empfehlenswert und zwar unabhängig davon, ob man die vorherige Auflage bereits besitzt oder nicht.

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