Markus Stadler

Buchbesprechung Alpinliteratur

Westwand

Ein Roman übers Klettern, modernes Bergvagabundentum, Party und Liebe

Titel: Westwand
Autor: Malte Roeper
Verlag: Panico-Alpinverlag
Seitenzahl: 250 Seiten
Sprache: deutsch
Preis: 10,00 Euro
Für wen: Kletterer als spannende und witzige Urlaubslektüre
Wo: online beim Panico-Alpinverlag

Rezension:

Was passiert, wenn ein renomierter Spitzenalpinist und eine Sportkletterdiva aufeinandertreffen? Zumindest gibts genügend Reibereien, wie Malte Roeper in seinem Roman "Westwand" erzählt. Dass so eine Seilschaft aber auch schlagkräftig in hohen Wänden unterwegs sein kann und am Ende vielleicht sogar sowas wie ein (etwas kitschiges) Happy-End möglich ist, kann man zumindest erwarten.

Die Geschichte des Romans ist nach einem relativ einfachen Muster gestrickt. Malte Roeper hat sie aber lebendig um die wildeste Kletterszene herum konstruiert, die in Europa existierte: Die Alpin-Anarchisten vom legendären, halb-offiziellen und halb-legalen Campingplatz Pierre d'Orthaz in Chamonix. Sehr blumig und mit unübersehbarer Sympathie beschreibt der Autor den täglichen Spagat der Darsteller zwischen Bergabenteuer und notgedrungener Beschaffungskriminalität. Darüberhinaus kommt aber natürlich auch das Klettern selbst nicht zu kurz.

Wer als Kletterer dieses Buch in die Hand bekommt, der sollte sich für die nächste Zeit keine wichtigen Termine vornehmen, es besteht nämlich die Gefahr, dass diese gnadenlos vernachlässigt werden, bis nicht die letzte Zeile der Westwand erklommen ist. Auch für Nichtkletterer hat sich der Autor merklich bemüht, die wichtigsten Grundbegriffe ausführlich zu erläutern. Trotzdem kann befürchtet werden dass sie nicht jede Facette des Buches verstehen werden.

Alles in allem ein perfektes Buch für lange Fahrten in den Kletterurlaub - oder besser - für die vielen Regentage in Chamonix.