Jachenauer Kletterfelsen
31.07.2019 von Markus Stadler
Anspruchsvolle Sportkletterrouten in einem ruhigen Seitental der Isar.
Die Jachenau ist ein idyllisches Seitental der Isar, das unmittelbar südlich von Lenggries nach Westen abzweigt. Rechts und links des breiten Talbodens erheben sich waldige Berge, die auf den ersten Blick keine größeren Felsbildungen aufweisen. Trotzdem finden sich hier ein paar Klettermöglichkeiten.
Am bekanntesten ist der Schwarze Felsen, da dort Marietta Uhden im Jahr 2001 ihre Route „Sonne im Herzen“ (11-) eröffnete und damit als erste Frau den elften Grad klettern konnte. In der Folge gab es dann etwas Aufregung um eine Veröffentlichung von Topos in einer Kletterzeitschrift, weil Grundbesitzer und Jäger eine Klettererinvasion befürchteten. Allerdings hat sich schnell gezeigt, dass das Gebiet nicht massentauglich war: relativ langer Zustieg, keine leichten Routen, oft nass. So konzentrierte sich der „Andrang“ an den Schwarzen Felsen auf wenige Hochsommertage im Jahr, wenn zu den wenigen Locals noch gelegentliche auswärtige Hitzeflüchtlinge die steilen Schattenrouten aufsuchten. Das hat den Grundbesitzer aber nicht davon abhalten lassen, das Gebiet zu sperren. Leider waren mit dem Herrn keine Gespräche möglich, obwohl diverse lokale Connections ins Rennen geworfen wurden. Fazit: Der Schwarze Felsen bleibt gesperrt!
Momentan gibt es noch zwei kleinere Felsen im Tal an denen das Klettern erlaubt ist: den Meilenstein und den Kuhgarten. Beide haben eher südseitige Ausrichtung, stehen aber komplett im Wald und sind daher vor allem im Frühling und Herbst ideal. Die Routenauswahl ist zwar begrenzt, dafür ist der Zustieg kurz und auch das Nässeproblem ist weniger ausgeprägt als am Schwarzen Felsen.
Anfahrt
Von Bad Tölz nach Lenggries und kurz nach dem Ortsende der Ausschilderung in die Jachenau folgen. Für die Schwarzen Felsen parkt man direkt im Dorf Jachenau am Wanderparkplatz unterhalb der Kirche. Für die beiden anderen Sektoren etwa 5 Km vorher am Wanderparkplatz Petern. Von Einsiedl am Walchensee führt eine Mautstraße in die Jachenau.
Zugang
Zum Meilenstein folgt man vom Wanderparkplatz Petern der Schotterstraße etwa 150 m nach Westen, bis direkt nach einer Brücke rechts ein Feldweg abzweigt. Auf diesem (durch mehrere Zäune) an den Waldrand und links an den bereits sichtbaren Felsblöcken vorbei, bis der Weg von hinten an den Meilenstein führt (5 Min).
Zum Kuhgarten vom Wanderparkplatz Petern an der Hauptstraße etwa 300 m in Richtung Lenggries, wo kurz nach der Abwzeigung „Raut“ nach links ein Feldweg an einem Stadel vorbei in den Wald führt. Am Ende des Weges rechts in wenigen Meter zum Fels (10 Min.).
Zu den Schwarzen Felsen folgt man dem Wanderweg links der Großen Laine taleinwärts, bis an der Ascherwiese rechts ein Weg abbiegt und über den Bach auf die andere Seite zur Forststraße führt (30 Min.). Wer ein Bike nutzen möchte, fährt aus dem Dorf auf der Straße 300 m zurück Richtung Lenggries,wo links die meist flache Forststraße beginnt. Auf ihr in 15 Min. zu der Wegeinmündung. Wenige Meter danach läßt man die Abzweigung nach Petern rechts liegen und folgt der Forststraße noch 300 m bis zu einer Linkskurve. Hier führen geradeaus zwei Ziehwege. Auf dem linken steil hinauf und nach einem kurzen Flachstück an einer Gabelung nach links gut 50 Meter zu einem Rücken. Diesem folgt man jetzt weglos aufwärts bis das Gelände steiler wird. Auf Pfadspuren nach links zu den Felsen (40–50 Min., mit Bike 15 Min. weniger). Das Klettern am Schwarzen Felsen ist seit Jahren verboten!
Kletterrouten
- Am Meilenstein finden sich 15 kurze Routen im Bereich 7 bis 9+/10-
- m Kuhgarten gibt es ebenfalls ein Dutzend Routen vom unteren 7. Grad bis etwa 9.
- Am gesperrten Schwarzen Felsen gab es gut 20 Routen im 8. bis zum unteren 11. Grad und ein paar Projekte. Viel Routen hier sind erst nach einer längeren Trockenperiode kletterbar.
Der Kletterführer Bayerische Alpen Band 3 - Bayrischzell - Benediktbeuern beschreibt die Kletterrouten am Meilenstein und am Kuhgarten ausführlich.
Wer einen Fehler entdeckt oder eine neue Route begangen oder eingebohrt hat, ein Projekt klettern konnte oder einen anderen Hinweis für den Autor oder die Leser des Buches hat, schickt mir am besten eine E-Mail.