Kleiner Traithen vom Waldparkplatz

18. 02. 2026 | Tourenverhältnisse Bayerische Voralpen
von Markus Stadler

Nach ergiebigem Neuschnee gute Bedingungen im Bereich Brünnsteinschanze / Kleiner Traithen

Unsere Vormittagsskitour führte uns heute auf den Kleinen Traithen. Nachdem die Zufahrt zur Rosengasse über Grafenherberge ein recht umständliches Gegurke ist, haben wir uns für eine längere Expedition zu diesem Gipfel entschieden und sind am Waldparkplatz beim Tatzelwurm gestartet. Anfangs haben wir über die Aufstiegsroute in Richtung Brünnsteinschanze (Skitourenführer Bayerische Alpen, Tour C13) angespurt. Der Hang oberhalb der Schoisseralm hätte heute vormittag perfekte Bedingungen gehabt – etwa 30 cm Pulverschnee auf einer zwar dünnen, aber durchgehenden Unterlage. Wir sind hier jedoch nur aufgestiegen.

Oberhalb des Hanges haben wir an der Forststraßengabelung die rechte Straße genommen und sind zur Baumoosalm gewandert, wo wir auf die Route Waldparkplatz – Traithen (Skitourenführer Bayerische Alpen, Tour C12) getroffen sind. Die Hänge unterhalb der Alm waren ziemlich windverblasen und sahen heute weniger lohnend aus. Von der Schneemenge hätte es aber wohl ausgereicht, um sich bis zur Forststraße durchzuschlagen. Oberhalb der Alm wurde dafür dann sehr viel Schnee abgelagert und bei 40–50 cm Neuschnee haben wir uns den steilen Hang zu dem Durchschlupf in Richtung Seeonalm hinaufgewühlt. Im Kar oberhalb der Seeonalm liegt ähnlich viel Neuschnee, allerdings reicht es noch nicht, um alle Latschen zu überdecken. Wir haben die Spur daher nicht im recht verwachsenen Karboden, sondern auf der rechten Hangseite angelegt, wo man besser durchkommt. Oben am Sattel nördlich des Steilner Jochs angekommen, wurden die Felle abgemacht und in knietiefem Pulverschnee sind wir in den Karboden der ehemaligen Fellalm abgefahren. Im Aufstieg zum Steilner Joch, bzw. Gr. Traithen-Ostgrat fehlt noch ein halber Meter Schnee – hier sind die Latschen alle noch komplett offen.

Wir haben daher nach der kurzen Zwischenabfahrt weiter nach Westen gespurt und sind rechts am Traithensattel vorbei bis auf den Kleinen Traithen. Im Südhang des Gipfels liegt dort bereits ausreichend Schnee, um gut abfahren zu können. Unsere Abfahrt führte uns dann zur Einfahrt vom Stopselzieher (Skitourenführer Bayerische Alpen, Tour C11), wo sich gerade der Bruno (Chef der Kletterhalle Rosenheim) mit seiner Freundin heraufgewühlt hatte. Ein bisschen leid taten sie uns schon, dass wir ihnen nach der Schinderei jetzt den Hang zerpflügten, aber Spaß hat's trotzdem gemacht, bei oben 50 cm, weiter unten dann 30 cm Pulverschnee hinabzustauben zur Rosengasse. Von dort sind wir rechts der Zufahrtsstraße hinab zu einem Lagerschuppen und rechts vom Bach auf einem Ziehweg abgefahren, bis man die Ski über den Bach tragen kann, um genau an der Kreuzung der alten Rosengassenstraße und der Grafenherbergstraße wieder auf die Straße zu treffen. Über die schneebedeckgte alte Rosengassenstraße und die Forststraße ging es dann zurück zum Waldparkplatz. 

Die Lawinensituation auf dieser Route war eher unkritisch. Einzig den Stopselzieher sind wir einzeln abgefahren. Hier war oben in der Rinne etwas Schnee eingeblasen, allerdings war der Schnee recht locker für eine großflächige Spannungsübertragung und es dürfte auch keine markante, flächige Schwachschicht gegeben haben. Außerdem war bereits eine frische Aufstiegsspur drin. In der Nordflanke des Großen Traithen liegen größere Triebschneepakete, das wäre mir heute zu kritisch gewesen.

Fazit: Die beste Voralpentour des bisherigen Winters mit viel Landschaft, Spurarbeit im Aufstieg und einer coolen Abfahrt in frischem Pulverschnee. Die Brünnsteinschanze wäre heute machbar gewesen, am besten mit Abfahrt über die NW-Variante direkt zur Seelackeralm. Der Große Traithen sah noch nicht so lohnend aus – wobei aber die Nordwestflanke im Aufstieg und in der Abfahrt sicher möglich wäre. Gegenüber auf der Südseite (Lacherspitze, Wildalpjoch) fehlt noch die Unterlage. Hier liegen im unteren Teil nur 20–30 cm Neuschnee auf der blanken Wiese. Aber wenn es dort morgen und auf Freitag nochmal so viel draufschneit, sollte es reichen.