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Skitour Ötztaler Alpen - Weißkugel (3738 m)

Weißkugel von Melag in Langtaufers

Schwierigkeit InfosGesamteindruck
3 / ZS-
HöhenmeterGehzeit Infos
2000 m5-6 h
ExpositionLawinengefahr Infos
alle
Beliebtheit
Skitourenführer Ötztaler Alpen
Aufstieg zur Weißkugel am BärenbartSkitragen am Sommerweg entlang der MoräneDie Querung zum Langtauferer FernerAm Langtauferer Ferner ist je nach Schneesituation ein Seil ratsamGipfel der WeißkugelAbfahrt über den BärenbartfernerDie letzten Meter einer Frühjahrstour zurück nach Melag

Grandiose Skihochtour für  Konditionsstarke Bergsteiger

Die Weißkugel, der zweithöchste Gipfel der Ötztaler Alpen, ist ein Skitourenberg wie aus dem Bilderbuch. Von verschiedenen Seiten führen Anstiege auf seinen höchsten Punkt. Der mit Abstand beliebteste startet im Schnalstaler Skigebiet, wo man sich für gutes Geld mit Liften hinaufgondeln lassen kann bis auf über 3000 Meter, so dass nach kurzer Abfahrt nur noch an die 1000 Höhenmeter Aufstieg erforderlich sind. Diese Route wird an guten Tagen schon mal von 100 Personen frequentiert. Deutlich ruhiger ist hingegen der Anstieg von Melag aus dem Langtauferertal, der selbst an perfekten Tagen zur Hauptsaison kaum mehr als ein Dutzend Tourengeher sieht. Dafür erwarten einen hier aber geniale Landschaftseindrücke und traumhafte Abfahrten. Das Non-Plus-Ultra ist dabei die Überschreitung dieses Gipfels mit Abfahrt über den Bärenbartferner, wo allerdings mindestens 2000 Höhenmeter bewältigt werden müssen, da noch ein kurzer Gegenanstieg zum Bärenbartjoch erforderlich ist.

Anfahrt

Vom Reschenpass am Reschensee entlang Richtung Süden, bis links das Langtauferer Tal abzweigt. Auf der gut ausgebauten Bergstraße bis zum Talende in Melag.

Ausgangspunkt

Parkplatz in Melag am Ende des Langtauferer Tales (1919 m)

Routenverlauf

Von Melag folgt man der flachen Straße bzw. im Winter bei Schneebedeckung der Langlaufloipe zur Melager Alm (ca. 100 Hm auf 2 Kilometern). Ab hier verengt sich das Tal und auf der rechten Seite führt ein breiter Sommerweg nach Osten zur ersten Talverzweigung, wo von rechts der Bach aus den Nordflanken der Bärenbartkögel einmündet. Zwischen beiden Gräben verläuft ein ausgeprägter Moränenrücken. Man folgt nun entweder diesem Rücken (auf dem der Sommerweg verläuft, der aber im Frühjahr meist aper ist) oder bleibt rechts davon in der breiten Mulde "Am Bärenbart". Die Mulde steilt sich bei ca. 2500 m auf, weshalb man sie hier nach links verläßt und über die Moräne hinweg waagrecht in den breiten Karboden unterhalb des Bärenbartferners quert ("Bergl"). Ansteigend wird nun dieser Karboden bis zur rechten Randmoräne durchschritten, die man auf einem flachen Absatz bei ca. 2700 m erreicht. Es folgt eine kurze, steile Querung auf den Langtauferer Ferner. Über den relativ spaltigen Gletscher steigt man nun im rechten Bereich bis ins Weißkugeljoch auf. Unmittelbar jenseits des Sattels steht man unterhalb der steilen Ostflanke. Bei optimalen Bedingungen können sichere Geher auch direkt über diese hinaufsteigen zum Skidepot. Der normale Anstieg quert jedoch jetzt nahezu waagrecht nach Süden zu einer Einschartung im Ostgrat bei 3380 m und hinter der Scharte ca. 40 Hm abwärts bis unter das Hintereisjoch. Über die breite Mulde steigt man hinauf ins Joch und über die Kante des Windkolks auf den hier sehr flachen Südhang der Weißkugel. Über eine kurze, rund 35 Grad steile Stufe erreicht man den flachen Gipfelfirst, der hinaufführt zum Skidepot (ca. 3700 m). Das letztes kurze Stück geht es am schmalen, teils felsigen Grat hinüber zum Gipfelkreuz.

Die Abfahrt von der Weißkugel über den Matscher Ferner

Abfahrt

Die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute ist wegen des Gegenanstiegs unterm Hintereisjoch weniger lohnend. Es gibt bei sicheren Schneeverhältnissen mindestens zwei bessere Möglichkeiten:

a) Direkt vom Skidepot über die ganz oben etwa 45 Grad steile Ostflanke hinab zum Weißkugeljoch. Weiter wie am Anstiegsweg. Unter Umständen ist bei der Querung ins Bärenbartkar nochmal ein kurzer Gegenanstieg erforderlich, wenn man den oberen, steilen Teil der Querung meiden möchte.

b) Eine nicht allzu bekannte Abfahrt führt über das Bärenbartjoch. Dazu fährt man vom Skidepot am Aufstiegsweg über die erste Steilstufe ab, hält sich sodann aber rechts und schwingt über den Matscher Ferner hinab bis auf das Flachstück südlich unterhalb des Bärenbartjochs (ca. 3150 m). Hier werden die Felle aufgezogen und man muss zumindest bis zum Joch aufsteigen (siehe Übersichtsfoto). Für ambitionierte Bergsteiger besteht sogar noch die Option, dem Grat vom Joch nach Westen bis zum Äußeren Bärenbartkogel (3473 m) zu folgen. Vom Bärenbartjoch fährt man erst leicht links haltend, den riesigen Nordhang hinab bis ca. 2600 m, wo man wieder auf die Aufstiegsroute trifft. Vom Äußeren Bärenbartkogel kann man bei sicheren Verhältnissen auch über den anhaltend 30-35 Grad steilen Freibrunner Ferner den 1200 Hm hohen Hang zur Aufstiegsroute hinabschwingen.

Hinweise

Insbesondere auf dem Langtauferer Ferner ist auf die Spaltensturzgefahr zu achten, ein Seil ist hier meistens ratsam. Aber auch am Matscher Ferner und am Bärenbartferner gibt es Spaltenzonen.

==> Video von einer Skitour auf die Weißkugel

==> Bericht von unserer Begehung 2018

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