Markus Stadler

Die Kletterrouten am Kaiserkopf

Der Kaiserkopf von Südosten im Morgenlicht
Der Kaiserkopf von Südosten im Morgenlicht

Der Kaiserkopf (2171 m) befindet sich zwischen Ellmauer Halt und Treffauer und ragt direkt hinter der Gruttenhütte auf. Aufgrund des oft brüchigen Felses und viel Schrofengelände eignet er sich nicht besonders als Kletterberg. Auch sonst verirren sich nur selten Leute hierher - vielleicht ein Dutzend Besteigungen pro Jahr werden im Gipfelbuch vermerkt. Die meisten kommen über den Normalweg - oft auch im Winter, wo sehr sichere Skifahrer bei optimalen Bedingungen vom Gipfel in den Scharlinger Boden abfahren können.

Normalweg: Von der Rote-Rinne-Scharte steigt man nach Westen ca. 100 ab bis kurz vor den Sattel hinter dem Felszacken, der die Rinne teilt. Hierher kommt man auch (mühsamer) entlang des markierten Wegs aus dem Oberen Scharlinger Boden. Nun quert man die geröll- oder schneegefüllte Rinne nach Süden und klettert kurz über geneigte Platten (1-2) einige Meter aufwärs zu einem bräunlichen Band. Auf diesem schräg aufwärts um eine Rippe und auf steilen, schotterigen Grasschrofen weiter aufwärts eine zweite Rinne queren zu der großen Wiese in der Nordwestflanke. In einem Rechtsbogen über Sattel ("Hirschanger") nun ohne Schwierigkeiten zum Gipfel (ca. 1/2 h von dem Zacken unter der Rote-Rinne-Scharte).

Übersicht über die Kletterrouten


Routenname E-Bew. Sterne Begehungen Schwierigkeit
Südgrat (3) E3 stellenweise 3, meist 2
Länge: 800 m Zeit: 3-4 h Expos.: S Ebg.: L. Heis 1903
Nordgrat (2) meist II
Länge: 200 m Zeit: 0,5 h Expos.: N Ebg.: J. Enzensperger, W. Gemünd 1897
Ostwand (3) E3 stellenweise III, meist II
Länge: 400 m Zeit: 2-3 h Expos.: O Ebg.: Christa, Lambsdorff, Wolf 1913