Klettern unterm Niedersessel, Wilder Kaiser

30. 10. 2026 | Tourenverhältnisse Sommer Tourenbedingungen Fels Kaisergebirge
von Markus Stadler

Hochnebel hat sich leider nicht aufgelöst, vereinzelt noch nasse Stellen.

Für eine neue Auflage des Kletterführers Wilder Kaiser wollten wir heute die Routen an der Plattenwand unter dem Niedersessel im Ostkaiser neu recherchieren. In den letzten Jahren wurden dort einige neue Routen eingebohrt, viele der älteren Routen wurden teilweise oder ganz saniert. Anhand des Wetterberichts hätten wir auf einen schönen Herbsttag gehofft, mit gemütlichem Klettern in der Sonne. Leider hat sich der Hochnebel heute aber nicht aufgelöst, wir waren die ganze Zeit im Nebel, weshalb es auch keine Kletterfotos gibt. Erst beim Zusammenpacken am Nachmittag ist die Nebeldecke dann etwas angestiegen und wir waren unterhalb des Nebels, so dass wir wenigstens mal die ganze Wand sehen konnten. Gegen Mittag hat an den Ausstiegen mal kurz die Sonne zwischen den Nebelfetzen durchgeleuchtet. Vermutlich hätten wir noch 200 oder 300 m höher sein müssen, die Wand liegt auf 1700 bis 1800 m.

Der Fels war zwar überwiegend trocken, aus einigen Rissen und Löchern hat aber das Wasser herausgedrückt. Die nassen Griffe waren dann gleich nochmal kälter als der Fels ohnehin schon war. Schneereste waren keine mehr zu sehen. Leider hatten wir keine Sicht nach oben, ich vermute aber, dass sonnseitig der wenige Schnee von letzter Woche wieder verschwunden ist und höchstens schattseitig in den Gipfellagen noch ein paar Reste davon herumliegen.

Die Routen verlaufen meist in tollem, rauem Fels - die Absicherung ist recht unterschiedlich (E1 bis E3+). Auch bei den gebohrten Routen sind viele Sanduhren gefädelt, deren Schlingenmaterial inzwischen fragwürdig ist. Ausreichend eigenes Schlingenmaterial sollte also dabei sein.