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Restonica und Francardu - Klettern auf Korsika

Im näheren Umkreis um Corte, die zentrale Stadt im Inland von Korsika, gibt es sehr vielfältige Klettermöglichkeiten im Granit und im Kalkgestein.

Rund um Francardu gibt es eine ganze Reihe von Sportkletterouten in bestem Kalkgestein.

Rund um Francardu gibt es eine ganze Reihe von Sportkletterouten in bestem Kalkgestein.

Sportklettergebiete im Umkreis von Corte

Sehr zentral im Inland von Korsika liegt die Stadt Corte, die sich sehr gut als Ausgangspunkt für einen längeren Aufenthalt zum Sportklettern eignet. Im Umkreis von etwa 30 Minuten Autofahrt finden sich hier etwa 10 Sportklettergebiete mit meist mehreren Sektoren und teils einzigartigen Kletterrouten. Einen Überblick über das Klettern auf Korsika gibt es hier. Wer Baden und Klettern verbinden möchte, für den gibt es sicher bessere Alternativen als die Gegend um Corte, da die Fahrt zum Meer etwa 1 Stunde dauert. Allerdings lässt sich auch in den kalten Gumpen der Flüsse im Sommer baden. Die Gegend um Corte besticht ansonsten eher durch ihren Gebirgscharakter und die Stadt Corte bietet eine nette Innenstadt mit vielen kleinen Läden, Bars und Restaurants.

Anfahrt

Von Bastia über Ponte Leccia in gut einer Stunde und von Calvi in etwa 1,5 Stunden mit dem Auto. Von Calvi kann man auch mit dem Zug anreisen.

Camping

In Corte und Umgebung gibt es mehrere Campingplätze, die aber alle relativ teuer sind. Am schönsten sind die beiden Campingplätze in Francardu und im Restonicatal (Camping Tuani) und jeweils am besten gelgenen für die dortigen Klettergebiete (wer ein Rad dabei hat, kann mit diesem zu den Felsen radeln). Wer es etwas zentraler möchte, hat am Ortsrand von Corte die Auswahl aus 3-4 Campingplätzen, von denen außerhalb der Saison aber meist einige geschlossen sind. Rein vom Augenschein her hat uns der Camping Restonica dabei am besten gefallen.

Klettergebiete um Francardu

Capuralinu (Caporalino)

Vielfältiges Kalk-Klettergebiet mit etwa 60 Routen vom 10 Meter Maximalkraftproblem bis hin zur 3 Seillängen-Route. Die meisten Routen sind 15 bis 20 Meter lang. Schöner, rauer Kalk, nur an enigen leichtern Routen bereits erste Abspeck-Erscheinungen. Schwierigkeitsniveau hauptsächlich 5 bis 7a. Familieneignung ist o.k. Im Bereich des Hauptsektors ist der Wandfuß unkritisch und es gibt einigermaßen ebene Flächen wo sich Kinder aufhalten können. Zustiegs von Capuralinu (3 km von Francardu in Richtung Corte) etwa 15 Minuten. Der Ort liegt direkt an der Bahnstrecke und hat auch einen Haltepunkt, somit läßst sich das Klettergebiet perfekt mit dem Zug erreichen.

La Barette und La Grotte

Der Felsriegel direkt oberhalb vom Ort (Zustieg knapp 10 Minuten) ist zweigeteilt. Die graugelbe Wand rechts (hinter dem Wassertank) ist eine schöne, vielseitige Sportkletterwand mit 13 Routen von 5b bis 8a. Routenlänge reicht von 10 Meter bis 25 Meter. Der Wandfuß ist hier familienfreundlich mit größeren ebenen Wiesenflächen zwischen den Dornenbüschen. Ein Stück links davon befindet sich eine Grotte mit etwa 10 Routen (inklusive diverser Kombinationsmöglichkeiten) im Schwierigkeitsgrad 7a+ bis 8b) und wenigen leichten Routen am Rand. Hier kann auch bei Regen geklettert werden, sofern die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist.

Familienklettern in Francardu, Sektor La Barette.
Familienklettern in Francardu, Sektor La Barette.

Linke Sektoren von Francardu

Wer einen etwas längeren Zustieg von 15 bis 25 Min nicht scheut, der findet links des Taleinschnitts noch vier weitere Sektoren mit insgesamt ca. 50 Routen in den Schwierigkeiten 5c bis 7c. Leider konnte ich von diesen bisher keinen selbst besuchen.

Klettergebiete im Restonicatal

L'Ortale

Nur einen Kilometer nach dem Taleingang liegt dieses Gebiet mit mehreren Sektoren direkt rechts der Straße. Während die Routen direkt an der Straße eher anspruchsvoller sind (6a bis 7a) finden sich in den Sektoren 5 Minuten oberhalb vorwiegend leichtere Routen (4 bis 6a). Insgesamt bietet l'Ortale etwa 40 Routen mit einer durchschnittlichen Länge von 15 Metern in schönem, abwechslungsreichen Granit. Der Wandfußbereich ist nur zum Teil kindertauglich, allerdings können etwas größere Kinder in den leichteren Routen selber schön klettern.

Picellu

Etwa auf halber Strecke zwischen Corte und dem Camping de Tuani befindet sich direkt rechts der Straße der nächste Kletterfels. Dabei handelt es sich um den untersten Sektor des tollen Klettergebiets Picellu, der in erster Linie schwierige Routen zwischen 7a und 8b+/8c aufweist. Steigt man den Hang auf, dann kommen aber noch weitere Wände mit sehr vielfältigen Kletterrouten. Von Rissen und Verschneidungen bis hin zu leistiger Wandkletterei und Überhängen mit Tafoni ist alles dabei. In diesen drei oberen Sektoren finden sich nochmal gut 40 Routen im Schwierigkeitsbereich 5a bis 8a mit bis zu 35 m Länge. Insgesamt gehört Picellu zu den besten und vielfältigsten Klettergebieten, die wir auf Korsika gesehen haben. Das Gebiet ist zwar nicht ausgesprochen familienfreundlich, allerdings gibt es vor allem am oberen und mittleren Sektor jeweils halbwegs geräumige Plätze, wo sich kleinere Kinder aufhalten können. Da der Zustieg nur ca. 5 Minuten beträgt ist man aber auch schnell unten am Bach, wo Felsblöcke, Badegumpen und Kiesstrände locken.

Stefan in "Si Meia" (6a+), einer der schönsten leichteren Routen von Picellu
Stefan in "Si Meia" (6a+), einer der schönsten leichteren Routen von Picellu

Zwei Kilometer oberhalb vom Campingplatz Tuani fällt rechts oberhalb der Straße ein breiter Felsgürtel auf. Hierbei handelt es sich um das Klettergebiet Sorbellu. Insgesamt 5 Sektoren beherbergen hier an die 60 Routen im Schwierigkeitsniveau 5 bis 7c. Die Kletterei in dem gelben Granit mit seinen oft sehr runden Formen ist einzigartig. Allerdings ist der Zustieg mit 20 bis 30 Minuten deutlich anstrengender als bei den meisten anderen Gebieten des Restonicatales. Auch der Wandfuß bietet nur wenige Stellen, die sich als Aufenthaltsmöglichkeiten für Kinder  eignen.

Frassetta

Frassetta
Frassetta

Diese eindrucksvolle 35 m hohe Wand fällt sofort ins Auge, wenn man die Straße durch das Restonicatal aufwärts fährt. Es gibt hier nur 10 Routen, aber jede ist für sich ein Highlight. Der Schwierigkeitsbereich reicht von 6b+ bis 8a und die Kletterei spielt sich im rechten Teil an goldgelbem Granit mit unzähligen "Boules" ab, großen halbkugelähnlichen Auflegern. Weiter links dominieren eindrucksvolle Verschneidungen und Kanten. Zustieg eine Minute. Da man direkt von der Straße sichert nicht zur Hauptsaison und am Wochenende empfehlenswert und auch kein Aufenthaltsort für Familien.

Weitere Gebiete im Restonicatal

Das Felspotential in diesem über 15 Kilometer langen Tal ist gewaltig und man findet an straßennahen Felsen immer wieder vereinzelte Routen. Darüberhinaus sind im aktuellen Kletterführer neben den oben genannten Gebieten noch acht weitere Klettergebiete beschrieben die aber eher klein sind und oft nur 5 bis 10 Routen beinhalten. Wer gerne lange alpine Routen klettert findet hier ebenfalls ein reiches Betätigungsfeld. Bereits an der Felswand oberhalb des Camping de Tuani gibt es viele Routen mit teils mehr als 10 Seillängen. An den Granitgipfeln im oberen Tal dürften die Ziele für viele Urlaube reichen.

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