Kraxentrager, Wimbachkopf, Tuxer Alpen

1. 02. 2026 | Tourenverhältnisse Tuxer Alpen
von Markus Stadler

Zum Abschluss unser Skidurchquerung ging es von der Rastkogelhütte nach Kaltenbach im Zillertal.

Den krönenden Abschluss unserer Tuxer-Alpen-Skidurchquerung bildete nach der ebenso tollen Vortagesetappe von der Weidener Hütte heute die Überschreitung von der Rastkogelhütte zum Kraxentrager mit Weiterweg zum Wimbachkopf und Abfahrt ins Skigebiet Hochzillertal. Die lange Talabfahrt endete in Kaltenbach, ganz unten im Zillertal, nur 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, von wo aus wir gemütlich mit dem Zug wieder nach Hause fuhren. 

Die Lawinenlage hat sich in den letzten Tagen zunehmend entspannt, so dass wir uns heute auch wieder in steilere Hänge wagten. Der Aufstieg von der Rastkogelhütte über die Südseite und die folgenden Westhänge war erneut recht schneearm, aber man kommt gut mit Ski durch, wäre auch in der Abfahrt möglich, wenn auch nicht besonders lohnend. Wir sind dann vom Gipfel nach Norden bis in den Sattel vor dem Berg mit dem originellen Namen „Gipfel“. Aus dem Joch ging es über einen 35 Grad steilen und schon gut gesetzten Südosthang hinab zum Pigneid-Hochleger und bei 2000 m über einen kurzen, 45 Grad steilen Nordhang mit komplett aufgebautem Schnee in den Kessel der Krössbrunnalm (bequemer hätte man auf 2200 m über die momentan noch nicht so hoch verschneite Fahrstraße in den Kessel einfahren können). Über den fast komplett schneefreien, steilen Südwesthang des Wimbachkopfs gelangt man in einem landschaftlich wunderschönen Aufstieg bequem über die schneebedeckte Almtstraße hinauf auf den flachen Südostrücken und über diesen zum Gipfelhang. Das letzte Stück geht es dann über den Nordwestrücken mit Ski bis zum höchsten Punkt. Mit einer schönen Pulverschneeabfahrt gelangten wir anschließend bis an den Rand des Skigebiets Hochzillertal, wo nochmal 50 Hm Gegenanstieg zur Grathöhe erforderlich sind, von der aus die Talabfahrt nach Kaltenbach startet. 

Das Betreten des Skigebiets war allerdings absolut schockierend. Ein Trubel, wie ich ihn in meinem ganzen Leben abseits von Sportstadien und Weihnachtsmärkten noch nicht erlebt habe. Die Pisten waren unglaublich überfüllt und die Abfahrt waren wohl die gefährlichsten 30 Minuten der gesamten letzten 5 Tage. Mir ist völlig unverständlich, wie man dafür sogar noch Geld bezahlt. Aber wir sind alle heil unten angekommen und blicken nun zufrieden auf eine erlebnis- und lehrreiche Skidurchquerung der Tuxer Alpen zurück, die als Lawinen-Enscheidungstraining im Programm der DAV-Sektion Bergbund Rosenheim ausgeschrieben war.