Torspitze, Tuxer Alpen

30. 01. 2026 | Tourenverhältnisse Tuxer Alpen
von Markus Stadler

Westseitig stark abgeweht und wenig Schnee, angespanne Lawinenlage bei der Ostabfahrt.

Nachdem wir am Vortag zur Lizumer Hütte aufgestiegen waren, mussten wir heute weiter zur Weidener Hütte. Auf dem Truppenübungsplatz der Wattener Lizum gilt eine Art „Wegegebot“ für Skitouren, demnach gäbe es nur einen legalen Übergang für uns: die Abfahrt zur Innermelanalm, den anschließenden Aufstieg zur Grafennsspitze mit Abfahrt übers Grafennsjoch (Skiführer Tuxer und Zillertaler Alpen, Touren C6 + B22). Bei der aktuellen angespannten Lawinensituation mit einem Altschneeproblem der Stufe 3 waren uns die großen Nord- und Osthänge hinab zur Graffennsalm allerdings nicht geheuer und wir schätzten das kleinräumiger gegliederte Gelände von der Torspitze zur Vallruggalm  (Skiführer Tuxer und Zillertaler Alpen, Tour C11 - Hinweise) als geeigneter ein, um mit einer vertretbaren Route unser Ziel zu erreichen. Aufgrund dieser Überlegungen entschieden wir uns für diese nicht freigegebene Route (wobei es nach inoffiziellen Informationen in der Regel kein Problem ist, den Truppenübungsplatz auf dieser Route zu verlassen; kritischer gesehen wird das „nicht kontrollierbare“ Betreten des Übungsareals über diese der Route).

Wie erwartet war die Schneelage sehr unterschiedlich. Die Westhänge von der Lizumer Hütte zur Torspitze sind sehr abgeblasen und sehen wenig einladend für eine Skitour aus, wenngleich einige Mulden sicher ganz nett zu fahren wären. Allerdings gab es auch hier bereits Setzungsgeräusche in bis dato unbetretenem, flachem Gelände. Der Nordrücken war mit offenen Augen gut fahrbar, wenn man offensichtlich überschneite Steine weiträumig vermied. An der kurzen Steilstufe überlegten wir lange, kamen aber zum Schluss, dass rechts des offensichtlichen Triebschneepakets im weitgehend spannungsfreien Altschnee eine vertretbar sichere Abfahrt möglich ist. Auch im weiteren Verlauf hinab zur Vallruggalm konnten wir die kurzen Steilstufen im flacheren Gelände oder auf Geländerücken mit spannungsarmem, aufgebautem Altschnee umfahren, immer wieder begleitet von Setzungsgeräuschen in den Mulden. Es folgte eine lange Querung in Richtung Geiseljoch auf der gerade ausreichend mit Schnee bedeckten Straßentrasse in den sonst aperen Südhängen. Der Südanstieg zum Hobarjoch (Tour B20 oberer Teil) hat wenig Schnee, so landeten wir auf dem südöstlichen Vorgipfel. Die nordostseitige Abfahrt wäre im Bereich der sichtbaren alten Spuren vermutlich vertretbar gewesen, wir entschieden uns aber für die sicherere Variante übers Geiseljoch und die gut eingefahrene Standardroute hinab zur Weidener Hütte. Allgemein ist die Schneelage rund um die Weidener Hütte eine Spur besser als in der Wattener Lizum, zudem sind viele Hänge weniger steinig.