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Meilerhütte

Die Meilerhütte liegt im Wettersteinkamm zwischen Leutascher Platt und Schachen.

Sonnenuntergang an der Meilerhütte

Die Meilerhütte in der Abenddämmerung - rechts hinten der Musterstein mit seiner Südwand.

Klettern rund ums Leutascher Platt

Der östlichste Teil des Wettersteins wird von den Kletterern eher gemieden. Dabei haben die Wände rund um die Meilerhütte einiges zu bieten. Insbesondere der Musterstein mit seiner bis zu 450 Meter hohen Südwand wartet mit feinstem, extrem rauem Wettersteinkalk auf. Das Routenangebot ist allerdings hier eher alpin anspruchsvoll. Die alten Klassiker weisen nur wenige Haken auf und sind charakterisiert durch eine herausfordernde Wegfindung. Die Neo-Klassiker aus den 1980er Jahren verlaufen über tollen Fels und haben zwar gute (oft geklebte) Haken, aber nur sehr wenige davon. Eine zusätzliche Absicherung mit Keilen und Friends ist herausfordernd und nicht überall möglich. Bohrhakenrouten oder gar Plaisirtouren moderner Prägung gibt es bisher kaum, wenngleich Potenzial dafür durchaus vorhanden wäre. An der breiten Musterstein-Südwand spricht allerdings auch der lange und anspruchsvolle Abstieg gegen solche konsumfreundlichen Wege für alpin wenig vorgeprägte Kletterer. Der Westgrat erfordert solide alpine Erfahrung und Gewandtheit im ausgesetzten 2er Gelände. Dankbarer dahingehend sind die Südwand der Törlspitze und der Bayerländerturm.

Die Neue Meilerhütte gehört der Sektion Garmisch und ist der hochalpinen Lage entsprechend urig und relativ einfach ausgestattet. Daneben befindet sich die kleine "Alte Meilerhütte", die in Besitz der Sektion Bayerland ist. Sie dient außerhalb der Bewirtschaftungszeiten als (offener) Winterraum. Wenn die Meilerhütte bewirtschaftet ist, ist sie normalerweise geschlossen oder wird als Notlager genutzt.

Anfahrt

Die Anreise mit ÖPNV erfolgt nach Garmisch bzw. Klais (schlechte Bahnstecke von München) oder Leutasch: Gute Verbindung von Innsbruck nach Seefeld mit Anschlussbus nach Leutasch-Gasse oder mit halbstündiger Wartezeit zum Bus nach Unterleutasch-Reindlau. Hierher kommt man auch von München über Mittenwald und ein paarmal täglich mit dem Bus von dort.

Für die Anreise mit dem PKW sind Parkplätze am Schloß Ellmau oberhalb Mittenwald und am Hubertushof in der Reindlau in Unterleutasch üblich.

Die Anreise miit Öffis über Innsbruck nach Leutasch klappt gut
Die Anreise miit Öffis über Innsbruck nach Leutasch klappt gut

Ausgangspunkte

a) von Garmisch-Partenkirchen am Skistadion (Bus vom Bahnhof)
b) Reindlau-Unterleutasch
c) Leutasch-Gasse
d) Bhf. Klais
e) Schloß Ellmau (Mautstraße, nur per PKW oder Fahrrad, keine Öffis)

Zustiege

Nachdem alle Zustiege lang und teils anspruchsvoll sind empfiehlt sich ohnehin ein längerer Aufenthalt, so dass man den Zu- und auch Abstiegstag mit An- und Abreise gut und gerne als eigenständigen Tourentag planen kann.

a) von Garmisch: Der längste Zustieg, aber von Norden die unkomplizierteste Anreise mit Öffis (sofern die DB die Schienenstrecke wieder hinbekommt, Stand Sommer 2022). Man startet am Skistadion und wandert durch die eindrucksvolle Partnachklamm (Tagesticket 6 Euro für Erwachsene). Danach gibts zwei Möglichkeiten. Entweder man steigt über den Kälbersteig hinauf zum Schachen und von dort landschaftlich wunderschön hoch über dem Reintal weiter zur Meilerhütte (gesamte Gehzeit ab Garmisch etwa 4,5 bis 5 Stunden). Alternativ kann man von der Partnachklamm flach durch das Reintal bis kurz vor die Bockhütte wandern, dort links ins Oberreintal abbiegen und links weiter über das Schachenhaus zur Meilerhütte (Zeitbedarf eher etwas länger).

b) Von Leutasch-Reindlau: Der schnellste und direkteste Aufstieg - und der einzige, der sich für Tagestouren am Musterstein eignet. Vom Parkplatz am Hubertushof am ausgeschilderten Wanderweg durch das Bergleintal zur Mustersteinhütte (2 h) am Fuß der Musterstein-Südwand. Von dort noch etwa eine Stunde dem Weg folgen zur Hütte (Gesamt 3 h)..

c) Von Leutasch-Gasse: Von der Bushaltestelle an der T-Kreuzung wenige Meter nach rechts, die Straße nach Unerleutasch überqueren und auf Stichsträßchen durch die Häuser zum Waldrand und zum Wanderweg. Auf diesem rechts in 15 Minuten zum Puitfeld, wo der Wanderweg ins Puittal abzweigt. Steil durch den Wald aufwärts aufs Puitegg und bei Wegweiser rechts (anfangs undeutlicher Pfad) in die Söller-Rinne. Durch die Rinne immer steiler aufwärts, dann links hinaus auf ausgesetztem Weg (markiert, leichte Kletterstellen) hinauf zum Söllerpass (2259 m). Hier führen zwei Wege übers Platt, der linke, obere Weg ist etwas kürzer und führt direkt zur Meilerhütte (3,5 h von Leutasch-Gasse). Man kann am Puitfeld auch geradeaus nach Norden weitergehen und erreicht dann den unschwierigen aber weniger spannenden Weg durchs Bergleintal (ebenfalls 3,5 h von Leutasch-Gasse). Der Weg über den Söllerpass ist vormittags bei sonnigem Wetter extrem heiß, später am Nachmittag kann im oberen Teil bereits wieder der Schatten ums Eck kommen.

d) Bahnhof Klais: Dieser Anstieg ist empfehlenswert, wenn man ein Bike für den Zustieg verwendet. Vom Bahnhof fährt man das Kranzbachtal entlang der Mautstraße aufwärts, zuletzt wieder etwas bergab zum Wanderparkplatz beim Schloß Ellmau (5,5 km). Von hier führt eine Forststraße durch das Kaltenbachtal und dann recht steil hinauf zur Wettersteinalm (1464 m). Wer ohne Strom unterwegs ist lässt sein Bike hier stehen. (Sichere E-Bikefahrer können der anfangs sehr steilen, dann meist flachen aber durchgehend eher schlechten Straße noch 400 Höhenmeter weiter bis zum Schachenhaus folgen und von dort in gut 1 Stunde zur Meilerhütte aufsteigen). Von der Wettersteinalm folgt man dem Wanderweg nach Süden in das düstere Kar unter den Nordwänden des Hirschbichlkopfs bis der Weg durchs Angerl-Loch links abzweigt. Schuttig und steil geht es nun hinauf, zuletzt trifft man auf den Wanderweg der vom Schachen heraufkommt und auf dem man bald an der Hütte ankommt (3,5 Stunden von Klais ohne Strom, mit Motorrad über die Schachenalm etwa 2 Stunden).

e) wie d) für Autofahrer. Wer zu Fuß von Ellmau startet, kann im Aufstiege etwa eine halbe Stunde länger einplanen als mit dem Bike, bergab etwa eine Stunde.

Aufstieg über den Söllerpass
Aufstieg über den Söllerpass

Übergänge

Die Meilerhütte liegt hoch oben am Wettersteingrat, am Übergang vom Leutascher Platt zum Schachen. Man kann hier folgende weitere Hütten erreichen (Zeiten für geländegängige Bergsteiger/Kletterer):

  • Zur Oberreintalhütte (1525 m) in 1 h
  • zur Reintalangerhütte (1630 m ) in ca. 3 h
  • zur Knorrhütte über Reintalangerhütte (4,5 h)
  • zur Wettersteinhütte über Söllerpass und Scharnitzjoch (2,5 h)

Gipfelanstiege

  • Partenkirchener Dreitorspitze (2634 m), leichter Klettersteig, 1,5 h
  • Törlspitze (2443 m) 15 Min
  • Musterstein (2478 m) - Kletterei am Westgrat 2-3, 1,5 h
Am luftigen Grat des Mustersteins
Am luftigen Grat des Mustersteins

Klettermöglichkeiten

Die Klettermöglichkeiten rund um die Meilerhütte liegen zum einen offensichtlich gegenüber am Bayerländerturm (Alte Ostwand, 4+, Panzerknacker 8- sowie einige weitere Routen) und an der rechten Südwand der Törlspitze, deren Einstiege von der Hütte in 15 Min. erreichbar sind. Mit etwa 25-30 Minuten Abstieg von der Hütte ist man an der Südwand des Mustersteins und wenn man nach Norden etwa 1 Stunde durchs Angerlloch absteigt, kommt man an die Nordwand des Hirschbichl, wo es eine lange Bohrhakenroute (Weg zur Sonne) gibt. Vom Gipfel gelangt man mit kurzem Abstieg und 200 Hm Gegenanstieg in knapp einer Stunde wieder zur Meilerhütte. Alle Routen werden ausführlich mit Topo im Kletterführer Wetterstein-Nord beschrieben.

Kontakt

Hüttenwirtin: Marisa Sattlegger

Meilerhütte 1
82467 Garmisch-Partenkirchen
Deutschland

Infos bei der Sektion Garmisch-Partenkirchen

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