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Bavella und Solenzara - Klettern in Süd-Korsika

Im südlichen Korsika findet sich eine ganze Reihe interessanter Klettergebiete, die sich gut für einen längeren Aufenhalt zum Sportklettern kombinieren lassen.

Sportklettergebiete im Süden der Insel

Der Süden Korsikas wird lange nicht so stark von Touristen frequentiert wie der Norden. Neben der Klippenstadt Bonifacio konzentriert sich das Gros der Urlauber hier auf die Strände zwischen Portoveccio und Aleria und auch der Bavellapass ist zur Hochsaison alles andere als einsam. Trotzdem hat die Region viel zu bieten. Für Kletterer gibt es eine sehr vielfältige Auswahl an meist kleineren Klettergebieten die sich - mit Ausnahme der Felsen rund um die Bavella - auch problemlos mit einem Strandaufenthalt kombinieren lassen. Wir haben für diesen Fall unser Basislager in Solenzara aufgeschlagen.

Anfahrt

Von Bastia über die Ostküste in etwa eineinhalb Stunden nach Solenzara. Die Auffahrt auf der nur 30 Kilometer langen Bergstraße zum Bavellapass sollte mit etwa einer Dreiviertelstunde kalkuliert werden, zur Hochsaison aber durchaus auch länger wenn die Wohnmobilkolonnen unterwegs sind.

Camping

In Solenzara gibt es zwei Campingplätze am Strand. Der erste (Camping de la Cotes des Nacres) ist teurer, voller und eher weniger schön mit sehr klar abgegrenzten Parzellen. Dafür nervt hier die Küstenstraße nicht so stark. Am zweiten Campingplatz in Richtung Norden fahrend (Camping les Eucalyptus) geht es etwas legerer zu und es gibt herrlich schattige Plätze unter großen Eukalyptusbäumen. Leider ist dort der Lärm der Küstenstraße recht deutlich hörbar. Wer eher in der Sonne brutzeln möchte und sein Zelt weiter in Richtung Strand aufschlägt kriegt nicht mehr so viel davon mit. Zwei weitere Campingplätze liegen an der Straße in Richtung Bavella direkt am Fluss: Camping u Rosmarinu und Camping u Ponte Grossu. Beide sind landschaftlich sehr schön und einige Kilometer von der Küste entfernt - wer denkt daher ein paar Euro günstiger wegzukommen täuscht sich aber. Wer öfter am Col de Bavalla klettern möchte, übernachtet am besten in Zonza auf der anderen Seite des Passes (Fahrzeit ca. 15 Minuten). Dort gibt es mehrere Campingplätze. Wir waren am Camping La Riviere, ein schöner Zeltplatz, ruhig gelegen und preisgünstig. Auf der Passhöhe gibt es wenige Meter nördlich des Parkplatzes eine Wiese, wo bei unserem Aufenhalt anscheinend wild gecampt werden konnte (zumindest waren dort mehrere Busse und ein Zelt über drei Tage gestanden).

Klettergebiete um Solenzara

Conca

Nettes Kalkgebiet am Monte Calcina mit tollem Blick aufs Meer. Fahrzeit von Solenzara gut 30 Minuten. Vor allem die leichteren Routen im Bereich 5c bis 6c sind sehr lohnend und teils bis 35 m lang. Die wenigen schwierigeren Routen im 7. Franzosengrad hingegen sind eher gesuchte Linien, die zwischen die offensichtlichen Linien hineingequetscht wurden. Insgesamt 38 Routen mit Schwerpunkt im Schwierigkeitsgrad 6a bis 6b, im Führer stehen keine Routennamen. Zustieg 1 - 3 Minuten je nach Sektor und im mittleren und rechten Teil gibt es kleinere Aufenthaltsmöglichkeiten für Kinder.

Sari

Kleiner Felsriegel am Monte Santo oberhalb von Sari-Solenzara. Schöner Blick aufs Meer und zum Bavella. Fahrzeit von Solenzara ca. 15 Minuten. Kalkkletterei an Platten, Rissen und Verschneidungen mit meist guter Absicherung und niedriger Wandhöhe von 10 - 15 Metern. Insgesamt ca. 40 Routen mit Schwerpunkt im Bereich 5 bis 6a, sowie einer Hand voll schwieriger Routen im Berich 7a bis 8a. Aufenthaltsmöglichkeiten für Familien entwas eingeschränkt, am besten im Bereich der Grotte ganz rechts. Zustieg gut 20 Minuten auf sehr schönem, nur leicht ansteigendem Wanderweg.

Klettergebiet Sari auf Korsika.
Schattiges Plätzchen für die Familie in der Grotte am rechten Rand von Sari.

Le Barring

Eindrucksvolle Felswand hoch über dem Fluss Fiumicelli mit vorwiegend schwierigen Routen. Alles noch sehr neu und frisch, im rechten Teil sind anscheinend grad einige moderatere Neutouren am entstehen. Zustieg rund 20 Minuten auf schmalem Pfad und mit einigen exponierten Fixseilpassagen. Mit der sehr guten Beschreibung im Kletterführer und den gelegentlichen Steinmännern trotz kaum sichtbarer Begehungsspuren für Leute mit etwas Orientierungsvermögen gut zu finden. Derzeit 15 Routen vorwiegend im Bereich 6c+ bis 8b, sowie zwei leichtere Linien. Kein familientaugliches Gebiet. Fahrzeit von Solenzara ca. 15 Minuten.

Exponierte Fixseilpassage im Zustieg zu Le Barring
Exponierte Fixseilpassage im Zustieg zu Le Barring

Vacca

Schönes Granitklettergebiet auf halber Strecke von Solenzara zum Bavellapass (Fahrzeit ca. 30 Minuten von Solenzara). Insgesamt gut 15 meist eher kurze Routen von 12 - 15 Metern, links um die 20 Meter. Schwierigkeitsbereich 5 bis 6c. Zustieg 10 Minuten und familiengeeigneter allerdings nicht allzu geräumiger Wandfuß.

Vacca - kleines aber feines Klettergebiet mit großartigem Blick in die Bavella
Vacca - kleines aber feines Klettergebiet mit großartigem Blick in die Bavella

Chisa

Granitklettergebiet nördlich von Solenzara (ca. 20 Minuten Fahrzeit) mit vorwiegend leichteren Routen im Bereich 4 bis 6b. Insgesamt etwa 30 Routen mit einer Länge von 15 bis 20 Metern. Dieses Gebiet haben wir nicht aufgesucht.

Sportklettern am Col de Bavella

Blick vom Bavellapass auf die Sportklettergebiete
Blick vom Bavellapass auf die Sportklettergebiete

An den Südhängen des Bavellapasses gibt es insgesamt rund 10 Sportklettersektoren mit insgesamt etwa 150 Routen. Die Kletterei ist ebenfalls sehr vielfältig und spielt sich an rauem grobkörnigem Granit ab. Tendenziell sind die Routen eher plattig, allerdings gibt es auch athletische Tafoni-Kletterei. So finden sich im Sektor Punta Picchiatu einige sehr steile Routen im Niveau 6b bis 7b, die weit und breit ihres gleichen suchen. Man kann hier wählen zwischen einer 7b durch ein 10 Meter-Dach und einer 35 Meter langen 6b+, die gut und gerne 10 - 15 Meter überhängt. Durch die hochalpine Lage herrschen am Col de Bavella aber nicht immer gute Kletterbedingungen. An den bis auf wenige Ausnahmen südexponierten Felsen wird es im Sommer bei Sonne schnell zu heiß. Das andere Extrem sind der oft starke Wind und die häufig schon ab dem vormittag aufziehenden Quellwolken.

Ziemlich steil: Tafoni-Überhänge im Sektor Punta Picchiatu
Ziemlich steil: Tafoni-Überhänge im Sektor Punta Picchiatu

Eine Übersicht über alle Sportklettermöglichkeiten auf Korsika gibt es hier.

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