Klettern an der Wildangerwand, Wilder Kaiser

27. 06. 2026 | Tourenbedingungen Fels Kaisergebirge
von Markus Stadler

Hitzeflucht in die kaiserlichen Schattenwände

Um dem Hitzeinferno im Tal zu entkommen, ging es heute erneut in den Wilden Kaiser. Nachdem wir am Mittwoch dem Griesnerkar einen Besuch abgestattet hatten, war heute der Wildanger dran - das schattige Kar unter den Nordwänden von Fleischbank und Totenkirchl. Der Zustieg um 8 Uhr brachte uns allerdings schon ordentlich ins Schwitzen, weil er fast durchgehend in der Sonne lag. Deutlich mehr schwitzen mussten allerdings die Teilnehmer des Traillaufs “Kaiserkrone”, der heute stattfand.

Aber am Wandfuß war es dann angenehm kühl und wir waren nicht die einzigen, die darauf gesetzt haben. Vom Gamswandl über die Nordseite der Fleischbank und das Wildangerwandl bis hinüber zum Totenkirchl-Sockel waren heute überall Kletterer am Start. Ursprünglich wollten wir mit dem Nordgratabbruch der Fleischbank beginnen, aber dort herrschte am meisten Trubel, während am Wildangerwandl nur drei oder vier Seilschaften zu sehen waren. An den tollen Routen im linken Wandbereich war nur eine Seilschaft am Klettern, weshalb wir uns als erstes für die Route “Traumtänzer” (5 Seillängen, bis 7-) entschieden. Nach einer ausgiebigen Mittagspause stiegen wir dann in die Route “Tremolo” (3 SL, 6+) ein und weil's so schön war, musste auch noch der “Wildanger-Highway” (2 sehr lange SL, 7+) dran glauben. Die Temperaturen waren heute angenehm, um im T-Shirt und kurzer Hose hier zu klettern. In die erste Route ist am Vormittag die Sonne gekommen, aber das war trotzdem noch o. k. – kurz nach Mittag ist sie wieder verschwunden, so dass wir die zweite und dritte Route dann komplett im Schatten klettern konnten. Der Schnee am Wandfuß ist bereits abgetaut nur in der Schlucht liegt noch etwas Altschnee. Aber alle Kletterrouten sind bereits schneefrei erreichbar. Zudem ist die Wand aktuell so trocken wie selten.